Bauma 2013 Linde Hydraulics präsentiert neuartiges hydraulisches Start-Stopp-System

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Linde Hydraulics hat sich intensiv mit der Start-Stopp-Thematik für Baumaschinen befasst und nach Möglichkeiten gesucht, den Dieselmotor z. B. von Radladern bedarfsgerecht ab- und zuzuschalten.

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Komponenten des Start-Stopp-Systems von Linde Hydraulics auf dem Messestand der Bauma
Komponenten des Start-Stopp-Systems von Linde Hydraulics auf dem Messestand der Bauma
(Bild: D.Quitter/ konstruktionspraxis)

Basis der auf der Bauma vorgestellten Start-Stopp-Automatik ist die elektrisch angesteuerte Mitteldruckpumpe MPR 50, die als Systemkomponente die hydraulischen Arbeitsfunktionen mit Öl versorgt und jetzt eine zusätzliche Aufgabe übernimmt: beim Betrieb des Dieselmotors lädt sie einen kompakten hydraulischen Speicher. Sobald die elektronische LINC-Steuerung von Linde Hydraulics einen definierten Stillstand der Fahr- und Arbeitsfunktionen erkennt, wird der Verbrennungsmotor abgestellt. Wenn der Bediener dann ein Pedal, das Lenkrad oder den Joystick bewegt, wird die Energie aus dem Speicher über eine Ventilanordnung wieder der MPR-Pumpe zugeführt, welche dann als Startermotor agiert. Der Dieselmotor läuft dann auf eine vordefinierte Dieseldrehzahl hoch. Dieser Startvorgang ist viermal schneller als das Starten mit elektrischem Anlasser, so dass die Maschine ohne spürbare Verzögerung sofort einsatzbereit ist.

Energieeinsparung beginnt nach 2,5 Sekunden

Auf der bauma stellt Linde Hydraulics nicht nur das Konzept dieses Start-Stopp-Systems vor, sondern präsentiert auch die bereits in einem Gabelstapler gemessenen Verbrauchseinsparungen. Die Rechnung ist ganz einfach. Auf der einen Seite steht der Mehrverbrauch durch das aktive Speicherladen, das man steuerungstechnisch gut z. B. mit einem Hubvorgang bei angehobener Drehzahl verbinden kann. Auf der anderen Seite der Effizienzberechnung steht der Verbrauch des Dieselmotors im Leerlauf. Wenn man diese beiden Faktoren in Beziehung zueinander setzt, lautet das Ergebnis: Nach nur 2,5 Sekunden ist der Verbrauchsvorteil durch Abschalten des Verbrennungsmotors größer als die zum Starten benötigte Energiemenge.

Neben Radladern sieht Linde Hydraulics für das Start-Stopp-System weitere Anwendungsmöglichkeiten in Telehandlern und anderen Baumaschinen, die sich durch eine diskontinuierliche Arbeitsweise auszeichnen. (qui)

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