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Ventile der neuen Steuerung sind im Modul gebündelt
Der Nachteil dieses Systems ist die Notwendigkeit zur Montage und Installation zahlreicher Komponenten, wodurch die Zahl potenzieller Leckagewege und Fehlerquellen erhöht wird. Dieses Problem konnte durch die Integration der beiden Bremsrelaisventile und des Inversionsventils in einem einzigen Modul gelöst werden. Die Einzelmodulsysteme haben sich mittlerweile gut auf dem Markt etabliert.
Abbildung 1 zeigt eine vereinfachte Darstellung des grundlegenden Aufbaus des Liftachsensteuerungsmoduls. Es werden zwei relaisähnliche Kolben eingesetzt, die die Trag- und Hubbälge steuern. Kolben A steuert die Tragbälge, Kolben B die Hubbälge. Kolben A fungiert als vorgesteuerter Druckregler genauso wie übliche Bremsrelaisventile. Kolben B fungiert als vorgesteuertes, normalerweise offenes Dreiwegeventil. Wenn kein Steuerdruck anliegt, befinden sich beide Kolben in ihrer Position „oben“, wie in Abbildung 1 dargestellt. Die Tragbälge werden entlüftet und die Hubbälge belüftet – die Achse wird angehoben.
Wenn Steuerdruck anliegt, bewegen sich beide Kolben nach unten (Abbildung 2). Kolben A bewegt sich nach unten, öffnet das Einlass-Tellerventil und schließt gleichzeitig den Auslassweg. Der Tragbalgdruck steigt an, bis der Druck unter dem Kolben mit dem Steuerdruck ausgeglichen ist und steigt und fällt in dem Maße wie erforderlich ist, um den Tragbalgdruck auf gleicher Höhe mit dem Steuerdruck zu halten. Kolben B bewegt sich ganz nach unten, schließt den Einlass und senkt gleichzeitig den Hubbalgdruck auf null – die Achse wird abgesenkt und trägt das Gewicht des Fahrzeugs. Durch diesen Aufbau wird ein Inversionsventil überflüssig.
Das Liftachsensteuerungsmodul kann entweder pneumatisch oder elektrisch durch die Verwendung eines Dreiwege-Magnetventils betrieben werden. Durch das Magnetventil lässt sich das System in die Fahrzeugsteuerung einbinden – und macht es damit möglich, die Achse je nach Fahrzeug-geschwindigkeit und Fahrtrichtung automatisch zu senken oder zu heben.
Liftachsen sind oft so konzipiert, dass sie im Rückwärtsgang nicht bedient werden können. Verbindet man aber Liftachsen etwa mit dem Stromkreislauf der Rückfahrleuchten des Fahrzeugs, so kann die Achse automatisch angehoben werden, wenn der Rückwärtsgang eingelegt wird, um dann beim Einlegen eines Vorwärtsganges wieder abgesenkt zu werden. Und auch die Fahrzeuggeschwindigkeit kann durch die Verbindung mit dem Geschwindigkeitssignal des Fahrzeugs automatisch als Steuerfaktor fungieren. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die zusätzliche Achse bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten beim Wenden angehoben werden muss, um Reifenabrieb zu verhindern. (qui)
* John Morris, Principal Engineer, Norgren GT Development.
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