Lineartechnik

Leitfaden für Konstrukteure – Schmiermittelauswahl für Kugelgewindetriebe

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Fett muss regelmäßig nachgefüllt werden

Bei Fett gibt es jedoch ein Problem: Es neigt dazu, aus der Mutter auf die Gewindespindel auszutreten und sich zusammen mit Fremdkörpern sowie Schmutz an den Enden des Verstellwegs anzusammeln. Es muss daher regelmäßig nachgefüllt werden. Alles überschüssige Fett muss entfernt werden, sodass auf der Gewindespindel stets nur ein dünner Schmierfilm zurückbleibt.

Die Verwendung von Schmierfett ist ein umfangreiches Thema. Schmierfette bestehen aus Mineral- oder Synthetiköl, Additiven sowie einem Verdickungsmittel wie Lithium-, Bentonit-, Aluminium- oder Barium-Komplexen. Weitverbreitet ist die Einteilung der Schmierfette in NLGI-Klassen. Diese Klassifizierung wurde vom National Lubricating Grease Institute aufgestellt. Hierbei werden die Fette nach ihrer Konsistenz in neun Klassen unterteilt.

Wenngleich die NLGI-Klasse für sich genommen nicht ausreicht, um das optimale Fett für einen Einsatzzweck zu spezifizieren, stellt sie einen nützlichen Qualitätsmaßstab dar. Während sich die Wissenschaft der Tribologie noch im Aufbau befindet, stellen die NLGI-Klassen in Verbindung mit weiteren testbasierten Eigenschaften die einzige Methode dar, die mögliche Eignung verschiedener Schmierfette für einen bestimmten Einsatzzweck zu bestimmen.

Die gängigsten NLGI-Klassen auf einen Blick.
Die gängigsten NLGI-Klassen auf einen Blick.
(Bild: Thomson)

Die NLGI-Klassen 000 bis 1 kommen in Anwendungen zum Einsatz, bei denen es auf eine möglichst geringe Flüssigkeitsreibung ankommt. Klasse 0, 1 und 2 werden in hochbelasteten Getrieben verwendet. Die Klassen 1 bis 4 werden häufig in Wälzlagern genutzt, wobei Klasse 2 am üblichsten ist.

Berechnung des notwendigen Volumens für die Fettschmierung.
Berechnung des notwendigen Volumens für die Fettschmierung.
(Bild: Thomson)

Als Faustregel sollte mindestens alle 600-800 Stunden nachgeschmiert werden. Da die Betriebsbedingungen jedoch stark variieren können, sollte der Schmierfilm durch regelmäßige Inspektionen überprüft und das Intervall nötigenfalls angepasst werden. Wenden Sie sich bei extremen Bedingungen, wie z.B. dn-Werten über 50.000, an einen Experten für Schmierstoffe oder den Hersteller des Kugelgewindetriebs.

Alle Kugelgewindetrieb-Baugruppen müssen sich über den gesamten Verstellweg stoßfrei bewegen lassen. Bei Schwankungen im Drehmoment:

  • Prüfen Sie, ob sich auf der Gewindespindel Schmutz oder Fremdkörper angesammelt haben.
  • Säubern Sie die Kugelbahnen mittels Reinigungs- oder Lösungsmittel. Spülen Sie den Kugelgewindetrieb anschließend gut ab.
  • Bewegen Sie die Kugelmutter mehrmals über die Spindel. Wischen Sie die Spindel mit einem trockenen, fusselfreien Tuch ab und schmieren Sie die Einheit sofort neu.

Eine korrekte Öl- oder Fettschmierung der Kugelgewindetriebe verhindert unplanmäßige Reparatur-Stillstände, indem sichergestellt ist, dass die Einheiten ihre vorgegebene Lebensdauer erreichen. (ud)

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