Kunststoffe

Kunststoffregion Oldenburger Münsterland

| Redakteur: Bernhard Richter

Mit dieser Maschine hat es bei Burwinkel 1978 angefangen. Im Hühnerstall.
Mit dieser Maschine hat es bei Burwinkel 1978 angefangen. Im Hühnerstall. (Bild: Burwinkel)

Mit über 100 kunststoffverarbeitenden Unternehmen ist das Oldenburger Münsterland ein wichtiger Standort für Entwicklungspartner der internationalen Lebensmittel-, Pharma-, Kosmetik-, und Automobilindustrie. Jeder achte Kunststoffarbeitsplatz findet sich hier.

Kaum jemand weiß, dass die Region um die Stadt Lohne in Niedersachsen mit an der Spitze der kunststoffverarbeitenden Teilen Deutschlands steht. Hervorgegangen aus der allmählich niedergehenden Torfstecher- und Korkenschneiderindustrie der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts ist das Oldenburger Münsterland heute eine der führenden Kunststoffregionen Deutschlands. Rund 100 Kunststoffverarbeitende Unternehmen zählt die Region Oldenburg heute.

Hier werden vor allem Verpackungen für Tiernahrung, Kosmetikindustrie, Medizintechnik und die Nahrungsmittelindustrie gefertigt. Also Produkte die besonderen qualitativen, wie auch hygienischen Ansprüchen gerecht werden müssen. Dementsprechend hoch sind auch die Standards, die sich die Unternehmen hier setzen. Standards, die in anderen Teilen der Welt oft nicht eingehalten werden können. Die Marke „made in Germany“ hat immer noch Gewicht.

Kunststoffunternehmen im Oldenburger Münsterland

Pöppelmann GmbH

Konstruktionstechnisch relevant sind Unternehmen, die ein besonderes Augenmerk auf die Bedürfnisse von Konstrukteuren gelegt haben. Exemplarisch hervorzuheben ist u. A. Pöppelmann aus Lohne. Mit Produkten für Labor und Diagnostik, Pharma- und Medizintechnik produzieren sie nicht nur anwenderfreundliche und hochwertige Verpackungen, sondern auch komplexe Dosierungssysteme und Funktionsteile. Die Mitarbeiter begleiten den Kunden von Entwicklung bis zur Konfektionierung und Montage – bieten aber auch eine große Erfahrung in der Entwicklung von Hochleistungswerkzeugen.

Hohe Qualität und Reinraumproduktion

In der Reinraumproduktion (Klasse 7) können sterile Produkte für die Medizintechnik oder für ähnlich empfindliche Anwendungsgebiete produziert werden. Der komplette Produktionsvorgang findet in einem gekapselten Reinraumbereich statt und wird auch unter Schutzatmosphäre verpackt.

Mit einem zertifizierten Qualitätsmanagementsystem wird bei dem Unternehmen sichergestellt, dass das Produkt auch die geforderte Qualität hat. Eine externe Zertifizierung durch unabhängige Institute komplettiert den Qualitätsanspruch.

Burwinkel Kunststoffe GmbH

Wer allerdings kleine Produktchargen und extrem individuelle Kunststoffteile konstruiert, ist bei Burwinkel Kunststoffe besser aufgehoben. Das, wie der Unternehmenschef Martin Burwinkel betont, etwas unorthodox operierende Familienunternehmen aus Mühlen begann 1978 in einem ehemaligen Hühnerstall – heute besitzt die Firma 15 Gebäude auf 45.000 m² Gesamtfläche und bietet von der Artikelkonstruktion über die Werkzeugkonstruktion, Spitzguß, Montage bis hin zu Sieb- und Tampondruck eigentlich alles an, was mit Kunstoffprodukten zu tun hat.

Auch eine hauseigene Logistik ist vorhanden. Der Gründer der Firma war ein Tüftler und Visionär – er hat diese Eigenschaft an seinen Sohn weitergegeben. Offene Geister und Erfinder werden hier gerne gesehen. So ist es nicht verwunderlich, dass die vielseitig orientierte Firma schon einige Designpreise gewonnen hat. (br)

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