Studie Künstliche Intelligenz sorgt für mehr Profitabilität im Maschinenbau

Quelle: VDMA 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Auf der Hannover Messe 2025 stellten der VDMA-Fachverband Software und Digitalisierung und Strategy& die Ergebnisse einer gemeinsamen Studie vor: Demnach kann der gezielte Einsatz von GenAI die Gewinnmarge im Maschinen- und Anlagenbau um bis zu 10,7 Prozent erhöhen.

Obwohl das Interesse an GenAI stetig wächst, beschränkt sich die Nutzung bislang häufig auf experimentelle oder „Proof-of-Concept“-Projekte.(Bild:   shutterstock/VDMA)
Obwohl das Interesse an GenAI stetig wächst, beschränkt sich die Nutzung bislang häufig auf experimentelle oder „Proof-of-Concept“-Projekte.
(Bild: shutterstock/VDMA)

Generative künstliche Intelligenz (GenAI) hat sich als wichtiger Katalysator der digitalen Transformation etabliert und prägt zunehmend den Maschinen- und Anlagenbau. „Bereits zehn der insgesamt 45 betrachteten Anwendungsfälle können 58 Prozent des Potenzials der Margenverbesserung ausschöpfen und damit eine deutliche Effizienzsteigerung in der Branche erreichen“, bekräftigt Guido Reimann, stellvertretender Geschäftsführer VDMA Software und Digitalisierung.

So lauten zentrale Erkenntnisse der neuen Studie „GenAI im Maschinen- und Anlagenbau – Vom Versprechen zur Profitabilität“, die vom VDMA Fachverband Software und Digitalisierung zusammen mit Strategy&, die globale Strategieberatung von PwC, erstellt wurde. Die Untersuchung basiert auf der Befragung von 247 Industrieunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie der Analyse von 45 möglichen GenAI-Use-Cases und deren Potenzial für mehr Produktivität und Profitabilität.

Zusätzlicher Gewinn von 28 Milliarden Euro möglich

Die Studie verdeutlicht, dass GenAI einen signifikanten Einfluss auf Umsatzsteigerung, Kostenoptimierung und Effizienzerhöhung in den Unternehmen hat. Insgesamt könnte die zielgerichtete Implementierung von GenAI die operative Marge der Branche um bis zu 10,7 Prozentpunkte erhöhen – dies würde einem zusätzlichen Gewinn von 28 Milliarden Euro für den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland entsprechen. Vor diesem Hintergrund sind die steigenden Erwartungen an den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) nachvollziehbar: 52 Prozent der Führungskräfte sehen KI als potenziellen „Gamechanger“ für die Branche.

Nur wer GenAI von einer Nebensache zur Chefsache macht, tief in Kernprozesse einbettet und daraus differenzierende neue Fähigkeiten entwickelt, kann seine Wettbewerbsfähigkeit stärken – und langfristig seine Profitabilität steigern.

Bernd Jung, Senior Partner bei Strategy& Deutschland

Vielversprechende Anwendung von GenAI in Forschung & Entwicklung

Die vielversprechendsten GenAI-Anwendungen liegen in den Kernprozessen der Unternehmen. Von den Befragten werden hier insbesondere Vertrieb und Marketing (53 Prozent) sowie Forschung & Entwicklung (43 Prozent) genannt, aber auch in Produktion und After Sales wird ein höheres Potenzial gesehen. Diese Kernfunktionen beeinflussen sowohl Umsatzsteigerungen als auch Effizienzgewinne bei Herstellungskosten und Betriebsausgaben.

Herausforderungen und strategische Empfehlungen

Obwohl das Interesse an GenAI stetig wächst, beschränkt sich die Nutzung bislang häufig auf experimentelle oder „Proof-of-Concept“-Projekte.

  • Zentrale Herausforderung ist die mangelnde Datenqualität. 25 Prozent der befragten Unternehmen sehen dies als größte Hürde.
  • Fast gleichauf, mit 24 Prozent, folgt der Mangel an GenAI-Spezialisten.
  • Ebenfalls 24 Prozent der Unternehmen nennen technische Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die IT-Infrastruktur.

„Steigende Kosten, stagnierende Produktivität und sinkende Margen setzen den deutschen Maschinen- und Anlagenbau seit Jahren immer stärker unter Druck. Viele Unternehmen in der Branche blicken daher mit großen Erwartungen auf die Möglichkeiten von GenAI zur Verbesserung von Produktivität und Profitabilität. Gleichzeitig verharren sie aber in einer Situation, die wir ‚Pilot Trap‘ nennen: Sie testen Ideen, initiieren Projekte und evaluieren Ergebnisse. An eine breite Implementierung und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle trauen sie sich hingegen noch nicht heran. Zwar wollen 91 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauunternehmen 2025 in GenAI investieren, mehr als die Hälfte aber weniger als 100.000 Euro. Nur wer GenAI von einer Nebensache zur Chefsache macht, tief in Kernprozesse einbettet und daraus differenzierende neue Fähigkeiten entwickelt, kann seine Wettbewerbsfähigkeit stärken – und langfristig seine Profitabilität steigern“, erläutert Bernd Jung, Senior Partner bei Strategy& Deutschland.

Die Studie empfiehlt Unternehmen, GenAI-Use-Cases gezielt zu kategorisieren:

  • Gamechanger mit direktem Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung,
  • Must-haves zur nachhaltigen Profitabilitätssteigerung,
  • Hyped Use Cases, die nur begrenzte Auswirkungen auf unterstützende Prozesse haben.

Event-Thema Auslandsmärkte: Mehr Chancen für den Mittelstand

International Communication Circle
(Bild: VCG)

Wie können sich Mittelständler in ihren Export- und Wachstumsmärkten noch besser aufstellen? Wie kann KI helfen die internationalen Aufgaben effizienter zu gestalten? Erfahren Sie am 21.05.2025 im Vogel Convention Center Würzburg aus erster Hand, wie Unternehmen erfolgreich globale Märkte über Marketing-Kommunikation besser erschließen, welche lokalen Kommunikationsstrategien wirklich funktionieren und wie Sie dadurch Ihre globale Präsenz effizient ausbauen.

Neben strategischen Einblicken fokussieren wir mit Experten von GTAI und anderen Institutionen in Deep Dives auf die wichtigen Exportmärkte wie USA, Europa, Middle East, Indien, Asien/China oder Brasilien.

(ID:50374736)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung