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Beschichtungen als anodischer und kathodischer Korrosionsschutz
Beschichtungen können mehrere Schutzeffekte aufweisen. Bei Systemen mit Barrie-rewirkung bildet die Schicht eine feuchtigkeits- und luftundurchlässige Barriere, die schädliche Umwelteinflüsse von der Stahloberfläche fernhält. Bekanntestes Beispiel sind Lackierungen, die in der Schaeffler Gruppe unter dem Markennamen Durotect P angeboten werden. Beim so genannten anodischen Korrosionsschutz wird eine galvanisch edlere Schicht auf das Grundmetall aufgebracht. Die Schutzwirkung beruht im wesentlichen auf einer geringen Eigenkorrosion des Schichtwerkstoffs sowie der Barrierewirkung. Derartige Korrosionsschutzsysteme werden vorwiegend in dekorativen Anwendungen eingesetzt. Eine galvanisch unedlere Beschichtung wird bei kathodischen Korrosionsschutzsystemen eingesetzt. Hier wirkt die Beschichtung als Opferanode vergleichbar dem Korrosionsschutz im Schiffs- und Kesselbau. Unter der Marke Corrotect hat die Schaeffler Gruppe entsprechende Schichten entwickelt. Als häufigste Schicht werden hier Zink und seine Legierungen eingesetzt (Corrotect ZK; Corrotect ZI; Corrotect ZN). Aber auch Aluminium als Schichtwerkstoff findet in bestimmten Fällen Anwendung.
Vielfältige Anwendungen des Korrosionsschutzbaukastens
Beispiele für die Anwendung des Korrosionsschutzbaukastens im Bereich erneuerbare Energien sind hochkorrosionsbeständige Drehverbindungen in der Windnachführung und der Azimutverstellung von Windenergieanlagen. Hier wird durch eine mehrlagige Beschichtung aus Zink und Lacken ein extrem hoher Korrosionsschutz auch bei Offshore-Standorten erreicht. Bei der Nutzung von Wasserkraft geht Schaeffler neue Wege beim Flussströmungskraftwerk Rödermühle. Cronidur 30 in Verbindung mit Keramikwälzkörpern ermöglicht den Verzicht auf Schmierstoffe – als einziger Schmierstoff dient das Flusswasser der Saale. Die Kombination von konstruktiven Maßnahmen (spezielles Dichtkonzept) mit korrosionsfesten Beschichtungen (Durotect CM, Corrotect ZN) erlaubt eine langlebige Gleitlagerung bei der Sonnennachführung in Solarkraftwerken.
Die Bedeutung der Beschichtungstechnologie wird aufgrund der wachsenden Produktanforderungen in der Industrie und im Fahrzeugbau weiter steigen. Mit einem eigenen Oberflächentechnikum stehen den Entwicklungsingenieuren bei Schaeffler Anlagen und Kapazitäten zur Verfügung, die neue Möglichkeiten insbesondere in der Kombination unterschiedlicher Verfahren und Materialien eröffnen. Entscheidend dafür ist die ganzheitliche Betrachtung der Systemanforderungen an das eingesetzte Wälzlager und die frühe Einbindung der Oberfläche als konstruktives Element in den Entwicklungs- und Produktentstehungsprozess. Das Oberflächentechnikum der Schaeffler Gruppe ermöglicht dabei sowohl die Entwicklungsarbeit im Labormaßstab als auch die sichere Überführung in den Produktionsprozess der Großserienfertigung. (qui)
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