Wälzlager

konstruktionspraxis-Serie Wälzlager, Folge 1: Auswahl von Lagerungen

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Beeinflussen Störungen wie Vibrationen oder Schwingungen aus diesen weiteren Bauteilen heraus die Welle? Kann die Welle exakt ausgerichtet werden oder sind Fluchtungsfehler zu berücksichtigen?“ Die Beantwortung dieser Fragen ist Voraussetzung, um die Lagerung der Welle zu bestimmen.

Lager über Lager

Beispielsweise führt die angestellte Lagerung mit zwei Kegelrollen- oder Schrägkugellagern die Welle exakt, kann jedoch neben inneren Axialkräften bei ungenauen Anschlusskonstruktionen auch Zwangskräfte auf das Wellen- und Lagersystem ausüben. Einen Ausweg findet der Konstrukteur, wenn er statt der angestellten Lagerung beispielsweise Zylinderrollenlager mit definiertem Axialspiel einsetzt. Die klassische Fest-/Loslagerung hingegen kompensiert weitgehend die Einflüsse aus der Umgebungskonstruktion und auch Wärmedehnungen.

Die Lagerung bestimmt wiederum die auszuwählenden Wälzlager. Kommt die angestellte Lagerung mit einseitig axial belastbaren Kegelrollen- oder Schrägkugellagern oder auch Zylinderrollenlager der Baureihe NJ aus, verlangt die klassische Fest-/Loslagerung nach einem zweiseitig axial belastbaren Lager auf der Festlagerseite.

Der Konstrukteur wählt hier Radial-Kugellager, Pendelrollenlager oder auch Zylinderrollenlager der Baureihe NUP aus. Die Funktion des Loslagers übernehmen dabei Radial-Kugellager oder auch Pendelrollenlager mit freigestelltem Außenring (Schiebesitz) oder „klassische“ Loslager, wie Zylinderrollenlager der Baureihe NU, Nadel- und Hülsenlager.

Aus den an die Welle gestellten Anforderungen und aus der Einbausituation leitet der Konstrukteur die notwendigen Funktionen der Wellenlagerung und der Lagerstellen ab. Die Eigenschaften der ausgewählten Lager spiegeln die Funktionen des Systems wider. (Die nächste Seite zeigt den „Weg zum richtigen Wälzlager“)

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