Weibliche Fachkräfte in MINT-Berufen gibt es kaum, MINT-Akademikerinnen liegen Stand 2019 immerhin bei knapp 23 Prozent – Tendenz ganz leicht steigend. Dröselt man die Berufsgruppen weiter auf, nimmt der Frauenanteil in Richtung Maschinenbau immer weiter ab – ein Überblick zum Weltfrauentag.
Laut Statistischem Bundesamt ist der weibliche Anteil an Studierenden in MINT-Fächern von 2021 auf 2022 leicht rückläufig.
Zum Weltfrauentag, der am 8. März begangen wird und in Berlin sogar als Feiertag ausgerufen wurde, blicken wir auf die aktuellsten Statistiken zu Frauen in technischen Berufen. Nach wie vor gibt es hier Optimierungsbedarf. Denn sogenannte MINT-Berufe bieten zwar tolle Perspektiven: Es gibt ein vielseitiges und zukunftsfähiges Arbeitsumfeld, Löhne sind i. d. R. überdurchschnittlich hoch und oft können auch Kreativität und Gestaltungsspielräume in technischen Berufen ausgelebt werden. Dennoch liegt der Anteil der erwerbstätigen weiblichen MINT-Fachkräfte laut des MINT-Herbstreports 2022 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln e. V. (IW) im Durchschnitt nur bei 10,8 Prozent (Stand 2019). Bei erwerbstätigen MINT-Akademikerinnen sieht es mit 22,6 Prozent ein wenig erfreulicher aus.
Frauenanteil vor allem im Maschinenbau schwach
Dröselt man die MINT-Berufe in Berufsgruppen auf, sieht man auch hier eine ungleiche Verteilung. So arbeiten die meisten MINT-Akademikerinnen in der Textil-, Bekleidungs- und Lederbranche (52,1 Prozent), während die Metallerzeugung/-bearbeitung (12,4 Prozent), die Elektroindustrie (12,1 Prozent) und der Maschinenbau (7,6 Prozent) weit zurückliegen. Der Frauenanteil aller Erwerbstätigen in Technischen Forschungs-, Entwicklungs-, Konstruktions- und Produktionssteuerungsberufen liegt laut Bundesagentur für Arbeit bei 21,3 Prozent.
Auch im Bereich der Ausbildung entscheiden sich nach wie vor weniger Frauen als Männer für einen MINT-Ausbildungsberuf oder ein MINT-Studium. So ging die Anzahl der weiblichen Studierenden in MINT-Fächern verglichen mit dem Vorjahr im Wintersemester 2021/2022 sogar um 1.604 zurück (aber auch die Anzahl der männlichen Studierenden ist zurückgegangen). Zur Lösung des Fachkräftemangels in technischen Berufen trägt dieser Trend nicht wirklich bei. Dass Frauen in technischen Berufen eine echte Perspektive haben, zeigt Chiara de Ferrari. Sie gehört zu den Frauen, die sich für einen MINT-Beruf entschieden haben und glücklich und erfolgreich damit sind.
Chiara de Ferrar hat Maschinenbau studiert und arbeitet mittlerweile als Technical Project Leader bei Comau Deutschland.
(Bild: Comau)
Chiara de Ferrari ist Maschinenbauingenieurin und Technical Project Leader bei Comau Deutschland. „Die Kluft zwischen Mann und Frau habe ich natürlich auch bemerkt. An der Universität war ich oft die einzige Frau im Hörsaal, und auch heute noch habe ich nur männliche Gesprächspartner“, sagt de Ferrari. Dennoch ist sie froh über ihren beruflichen Werdegang. „Ich schätze an meiner Arbeit ganz besonders, dass sie auch viel Kreativität erfordert – auch wenn es so aussehen mag, als handelte es sich um einen Bereich, der nur aus technischen Inhalten und festgelegten Verfahren besteht. Das klingt widersprüchlich, wenn man bedenkt, dass ich mit Blechteilen und Schweißanlagen zu tun habe. Aber genau so ist es: Wenn die Teile bei mir eintreffen, muss ich auch ein wenig Fantasie aufwenden, um zu verstehen, wie ich sie formen muss, um die richtige Lösung für dieses Projekt zu finden“ erklärt die Maschinenbauingenieurin.
Nach ihrem Maschinenbaustudium begann Chiara de Ferrari ihre berufliche Laufbahn bei verschiedenen Automobilunternehmen im Raum Stuttgart. Von 2002 bis 2007 arbeitete sie als Mechanical Proposal bei Comau Deutschland, wohin sie 2017 nach zehn Jahren freiberuflicher Tätigkeit wieder zurückkehrte. Bei Comau konnte sie Fachkenntnisse in den Bereichen Schweißlinien, Body in White Manufacturing und Powetrain erwerben. „Mittlerweile arbeite ich hauptsächlich an Powertrain und damit an den Schweißlinienprojekten für die Motorenachsen. Ich betreue vor allem Projekte zu Produktionslinien von Elektroautos“, sagt de Ferrari. Ein Wachstumsmarkt also mit idealen Weiterentwicklungschancen.
Besserer Zugang zu MINT-Fächern bereits in der Schule
Um mehr weibliche Arbeitskraft in ein technisches Arbeitsumfeld zu bringen, wünscht sie sich, dass vor allem für junge Menschen ein besserer Zugang zu MINT-Fächern gefördert wird – und zwar bereits in der Schule. „Comau hat beispielsweise ein Projekt entwickelt, um Kindern und Schülerinnen auf unterhaltsame Weise naturwissenschaftliche Fächer näher zu bringen, indem das Unternehmen e.DO, einen kleinen Roboter, in verschiedene Schulen bringt. Damit können Schüler jeden Alters die Grundlagen oder fortgeschrittenen Methoden der Robotertechnik erlernen und ausprobieren und die häufigsten Programmiersprachen einmal versuchen anzuwenden. Projekte wie diese können dazu beitragen, mehr und mehr Kinder an naturwissenschaftliche Fächer heranzuführen“, freut sich die Maschinenbauingenieurin.
Stand: 08.12.2025
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