Robotik Kollaborativer Industrieroboter mit 35 kg Traglast

Redakteur: Jan Vollmuth

Fanuc hat mit dem CR-35iA einen kollaborativen Roboter vorgestellt, der mit 35 kg Traglast einen Meilenstein darstellt: Kollaborative Roboter sind damit nicht länger gleichzusetzen mit Leichtbaurobotern. So kann der CR-35iA für ernsthafte industrielle Prozesse in der Produktion eingesetzt werden.

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Der neue kollaborative Roboter CR-35iA von Fanuc soll neue Einsatzbereiche für Roboter erschließen.
Der neue kollaborative Roboter CR-35iA von Fanuc soll neue Einsatzbereiche für Roboter erschließen.
(Bild: Fanuc)

Von den beiden ersten Robotern, die von Fanuc nach Deutschland kommen, geht ein Modell direkt in eine Testapplikation zu einem Automobilhersteller. Hier wird er direkt in einer realen Anwendung einen sogenannten „roten Arbeitsplatz“ ersetzen. Dabei ist der Roboter mit 35 kg Traglast eine echte Erleichterung. Wie in den Anfängen der Roboterpopulation geht es wieder darum, dem Roboter die schweren und ungeliebten Arbeiten zu überlassen. Anstrengende Routinetätigkeiten sowie Arbeitsplätze mit ungünstigen ergonomischen Bedingungen, werden sein bevorzugtes Einsatzgebiet sein. Nur arbeitet der Roboter nicht mehr hinter einem Schutzzaun. Ergänzend kann der Mensch seine kognitiven, sensorischen Fähigkeiten einbringen – und beide erledigen ihren Job in kongenialer Weise.

Unterschiedlich ausgeprägte Sicherheitszonen

Alle bereits bisher zu Fanuc-Roboter gehörenden Sicherheitsfunktionen bleiben erhalten. Im Arbeitsbereich des Roboters können Zonen mit unterschiedlich ausgeprägten Sicherheitszonen definiert und aktiv genutzt werden (DCS). Der Roboter behält seine volle Funktionalität. Der Mensch behält seine volle Einflussmöglichkeit. Die Möglichkeit viele Standardoptionen im Bereich der Soft- und Hardware der konventionellen Fanuc-Roboter nutzen zu können, eröffnet völlig neue Dimensionen. So ist z.B. der Einsatz von iR-Vision, dem integrierten Kamerasystem, problemlos im 2D/3D- Bereich möglich.

Die Programmierung basiert ebenfalls auf der Standardoberfläche, so dass keine komplette Umschulung der Betreiber nötig ist. Generell sind zwei Szenarien das ideale Einsatzfeld des CR-35iA. Bei maximaler Sicherheit kann der Roboter eigenständig und unabhängig direkt neben einem menschlichen Arbeitsplatz arbeiten. zudem können zwei Roboterarbeitsplätze noch enger als bisher zusammengerückt werden.

Direkte Zusammenarbeit mit Menschen

Entwickelt wurden kollaborative Roboter wie der Fanuc CR-35iA für die direkte Zusammenarbeit mit Menschen. Der Roboter übernimmt am gemeinsamen Arbeitsplatz beispielsweise das Heben und Halten schwerer Werkstücke oder von Modulen. Ebenso ist eine Kooperation an einem gemeinsamen Montageplatz möglich.

Getestet hat Fanuc die Eigenschaften eines kollaborativen Roboters bereits an einer Version mit 3 kg Traglast. Diese Versionen waren auf der Jimtof in Japan und auf der IMTS in Chicago gezeigt worden. Als entscheidendes Kriterium gilt „Contact Stop“. Der CR-35iA erfüllt die Sicherheitsanforderungen der ISO 10218, performance level d (PL d) und wurde vom TÜV entsprechend zertifiziert. Der weiche Überzug stellt einen zusätzlichen Schutz zur Reduzierung der Berührungskräfte dar. Als zweite wichtige Funktion gilt die „Push to Escape“, bei der sich der Roboter vom Werker in jede beliebige Richtung verschieben lässt.

Wie akribisch Fanuc den CR-35iA entwickelte, zeigt auch die Farbwahl. Untersuchungen haben gezeigt, dass der für den weichen Schutzüberzug gewählte Farbton als besonders freundlich wahrgenommen wird. So gehen Technik und Optik Hand in Hand.

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