Umfrage Investitionsbereitschaft im Maschinenbau steigt wieder an

Quelle: PwC 3 min Lesedauer

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Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau steckt in einer Krise. Dennoch gibt es Indikatoren, die auf einen Umschwung für die gebeutelte Branche hindeuten, wie das aktuelle Maschinenbau-Barometer von PwC zeigt.

„KI-Lösungen – und hier besonders generative KI – haben ohne Zweifel das Potenzial, die Produktivität und Profitabilität der Branche nach Jahren der Stagnation signifikant zu verbessern,“ ist Bernd Jung von PwC und Strategy& überzeugt.(Bild:  PwC)
„KI-Lösungen – und hier besonders generative KI – haben ohne Zweifel das Potenzial, die Produktivität und Profitabilität der Branche nach Jahren der Stagnation signifikant zu verbessern,“ ist Bernd Jung von PwC und Strategy& überzeugt.
(Bild: PwC)

Der Blick auf die Entwicklung der hiesigen Konjunktur fällt nahezu verheerend aus. Sechs von zehn Befragten blicken explizit pessimistisch auf die Wirtschaftsentwicklung, und knapp ein Drittel ist aufgrund der krisenhaften Rahmenbedingungen unentschlossen in ihrer Meinung. Der Anteil der Optimisten ist weiterhin auf Talfahrt und ist im April im einstelligen Prozentbereich angekommen: Lediglich 8 Prozent erwarten eine positive konjunkturelle Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten.

Entsprechend verharren auch die Umsatzprognosen für 2025 weiterhin im negativen Bereich. Für die Gesamtbranche rechnen die befragten Manager mit einem durchschnittlichen Umsatz von – 3,7 Prozent. Dies stellt immerhin eine leichte Erholung gegenüber dem Vorquartal dar (– 5,6 Prozent) und ist der beste Prognosewert seit Ende 2023. Weniger als ein Drittel der Befragten glaubt noch an eine positive Entwicklung für den Gesamtmaschinenbau im Jahr 2025.

Die Unternehmen benötigen eine strategische Neuausrichtung ihrer Geschäftsmodelle und eine grundlegende Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit vom Einkauf, über die Produktion bis hin zum Vertrieb.

Bernd Jung, Leiter der Praxisgruppe Industrial Manufacturing bei PwC Deutschland und Strategy&

„Seit zwei Jahren verharren die Umsatzprognosen für die Gesamtbranche im Minus. Diese Durststrecke steht sinnbildlich für die strukturelle Krise der Branche”, sagt Bernd Jung, Leiter der Praxisgruppe Industrial Manufacturing bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland (PwC) und Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC. „Es zeigt auch, dass es mit reiner Kosmetik nicht getan ist. Die Unternehmen benötigen eine strategische Neuausrichtung ihrer Geschäftsmodelle und eine grundlegende Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit vom Einkauf, über die Produktion bis hin zum Vertrieb.“

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Auslastung niedrig – Kostendruck hoch

Die aktuelle Kapazitätsauslastung der befragten Unternehmen beträgt im Durchschnitt bei 81,7 Prozent.Dieser Wert liegt noch einmal 3,1 Prozentpunkte unter Vorquartal und stellt einen Minusrekord aller bisherigen Erhebungswellen dar, wenn man die Extremwerte zur Hochphase der Coronapandemie nicht berücksichtigt. Lediglich jeder vierte Maschinen- und Anlagenbauer arbeitet noch an der oberen Auslastungsgrenze.

Neben der sinkenden Nachfrage und den ausbleibenden Aufträgen stehen die Betriebe unter erheblichem Kostendruck. Acht von zehn Entscheidungsträgern geben dies als Wachstumshindernis an. Neben den geopolitischen Herausforderungen gilt vor allem die zunehmende Regulierung als Wachstumsbremse. In den letzten fünf Jahren hat sich der Anteil derjenigen, die Regulierung kritisch betrachten, mehr als verdoppelt und liegt bei 67 Prozent.

Trotzdem steigt die Investitionsbereitschaft wieder an

Trotz der dargestellten Minusrekorde und Herausforderungen planen 78 Prozent der befragten Maschinenbauunternehmen in diesem Jahr zu investieren. Der durchschnittliche Investitionsanteil liegt bei 6,5 Prozent des Gesamtumsatzes und ist gegenüber den Vorjahren (5,8 Prozent bzw. 5,9 Prozent) wieder gestiegen. Beim Blick auf die Investitionsfelder fällt auf, dass vor allem die Mitarbeiter im Fokus stehen. Sieben von zehn Befragten sehen die Qualifikation und Weiterbildung als Investitionsfeld, sechs von zehn wollen sich zudem auf Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb und Marketing fokussieren. Erst an vierter Stelle werden technologiebasierte Investitionen genannt.

Hierbei sticht vor allem die künstliche Intelligenz hervor. Denn mehr als die Hälfte der Befragten, die signifikant in Technologien investieren möchten, haben KI ganz oben auf ihrer Liste. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil derjenigen, die in KI zu investieren beabsichtigen, stärker gesteigert als jede andere Technologie (+21 Prozentpunkte). „Dies ist der richtige Weg“, ist Jung überzeugt. „KI-Lösungen – und hier besonders generative KI – haben ohne Zweifel das Potenzial, die Produktivität und Profitabilität der Branche nach Jahren der Stagnation signifikant zu verbessern. Je konsequenter diese in Kernprozessen von Unternehmen angewendet werden, desto größere Effekte können sie entfalten.“

Über das PwC Maschinenbau-Barometer:

Das Maschinenbau-Barometer von PwC ist das Ergebnis einer vierteljährlichen Panelbefragung unter Führungskräften des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Neben einer Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung spiegelt die Studie die Unternehmenserwartungen hinsichtlich zentraler Kennzahlen wie Kosten, Preise und Investitionsvolumina. Zudem werden in jeder Ausgabe wechselnde Themen vertieft.

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