Remanufacturing Instandhaltung durch Komponentenaufbereitung
Liebherr hat mit seinem Reman-Programm ein dreigliedriges Konzept zur Aufbereitung seiner Komponenten vorgestellt.
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Ziel des Remanufacturings ist es, Neuteilqualität aus bereits verwendetem Material nach industriellen Maßstäben herzustellen. Im Idealfall bedeutet dies, dass möglichst eine komplette Antriebskomponente, etwa ein Dieselmotor, aus ehemals gebrauchten und aufbereiteten Teilen wiedermontiert wird. Voraussetzung hierfür ist die individuelle Eignung der Einzelteile, die ausnahmslos strengen Prüfungen unterzogen werden. Verschleißteile wie Dichtungsmaterial, Lager etc. kommen aus Qualitätsgründen für eine Wiederverwendung nicht in Betracht.
Nach der Anlieferung wird durch eine Hochdruckvorreinigung zunächst der gröbste Schmutz entfernt. Anschließend erfolgt die komplette Demontage, bei der Verschleißteile, die offensichtlich nicht mehr weiterverwendbar sind aussortiert und entsorgt werden. Das übrige Material wird nun gründlich gereinigt, entlackt und der detaillierten Befundung zugeführt. Hier wird jedes einzelne Exemplar nach strengsten Toleranzkriterien begutachtet und final über die Weiterverwendung entschieden. Im weiteren Verlauf wird mittels verschiedenster mechanischer Bearbeitungsverfahren der Neuzustand wiederhergestellt. Die Einzelteile können nach erneuter Qualitätsprüfung nun für eine spätere Verwendung eingelagert oder unmittelbar der Wiedermontage einer Remankomponente zugeführt werden. Vor der Auslieferung wird jede Komponente auf modernsten Prüfständen, die identisch mit denen der Serienhersteller sind, getestet. Zur Sicherstellung der Qualität wird auch ausschließlich das Neuteileprüfprotokoll verwendet und den Komponenten beigelegt. Die Garantie beträgt 50 % der Neuteilgarantie – nicht nur auf die getauschten Teile, sondern auf die Gesamtkomponente.
Remanufacturing ist sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer Hinsicht vorteilhaft: Verglichen mit einer Neuteilfertigung benötigen wiederaufbereitete Teile bei der Auslieferung bis zu 75 % weniger Energie und Rohmaterial. Als Originalhersteller hat Liebherr zudem die Möglichkeit, auf alle benötigten Teile rasch zugreifen zu können oder ohne großen Aufwand bedarfsgerecht nachzuproduzieren. Letzteres gilt insbesondere für ältere Modelle, die nicht mehr in Serie gebaut werden. Durch die Wahloption zwischen den drei Aufbereitungsstufen Tauschkomponente, Generalüberholung und „klassische“ Reparatur finden Kunden entsprechend ihren Ansprüchen die optimale Lösung für jedes Maschinenalter. Mit Diesel- und Gasmotoren, Hydraulikpumpen, –motoren und -zylindern, Fahr-, Dreh-, und Schwenkantrieben, Verteilergetrieben und Seilwinden sind die meisten Liebherr Eigenfertigungen heute schon im Remanprogramm enthalten. (qui)
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