Metall Innovatives Weißmetall für hochbelastete Gleitlagerungen

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Zollern hat eine hochfeste Weißmetall-Legierung für Gleitlager entwickelt, die 20% mehr Belastung aushält und keine toxischen Elemente beinhaltet.

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Gleitlagerschale aus hochfestem Weißmetall ZOLLERN WM 2020-pro
Gleitlagerschale aus hochfestem Weißmetall ZOLLERN WM 2020-pro
(Bild: Zollern)

Gleitlager stellen ein universelles und variantenreiches Maschinenelement zur Übertragung von Kräften über bewegte Funktionsflächen dar. Hydrodynamische Gleitlagerlegierungen für hochbelastete, schnelllaufende Maschinen zeichnen sich durch eine hohe dynamische Druckbeanspruchbarkeit und gute Dämpfungseigenschaften aus. Die Gleitschicht dieser hydrodynamischen Gleitlager besteht je nach Anforderung aus metallischen Werkstoffen der unterschiedlichsten Legierungssysteme. Weißmetall Legierungen stehen für hohe Belastbarkeit bei gleichzeitiger Gutmütigkeit gegenüber Überlasten, Stoßbeanspruchung und hervorragenden Notlaufeigenschaften bei Ölminimalschmierung. Gleitlager aus Weißmetall-Verbundwerkstoff sind daher die erste Wahl für Turbinen, E-Maschinen, Großgetriebe und sehr große Dieselmotoren hinsichtlich Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Bei etlichen Anwendungen gelangen diese jedoch vermehrt an die Grenzen ihrer Belastbarkeit, so dass die Gleitlager entweder entsprechend groß gestaltet oder Alternativmaterialien eingesetzt werden müssen.

Die Praxis zeigt, dass der Ausweg, Aluminium-Zinn (AlSn) - Lagerwerkstoffe zu verwenden zwar eine mehr als genügend hohe Ermüdungsfestigkeit, jedoch nicht die Gutmütigkeit von Weißmetallen aufweist. Hieraus leitet sich zwangsläufig die Forderung nach einem höherfesten Weißmetall ab. Entwicklungsziel für Zollern war daher, eine hochfeste Weißmetall-Gleitlagerlegierung, die den heute weltweit verfügbaren Legierungen hinsichtlich Belastbarkeit um 20% überlegen ist, zu kreieren. Da heutige Weißmetalle vielfach noch Cadmium und Arsen enthalten, sollten bei der Neuentwicklung sowohl diese als auch andere toxische Elemente vermieden werden.

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