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Plattform benötigt keinen Schwimmkran zur Installation
Die selbstschwimmenden Plattformen auf GBS-Basis, die bei künftigen Offshore-Netzanbindungs-Projekten zum Einsatz kommen, benötigen nämlich bei der Installation keinen Schwimmkran mehr. Auf der Nordsee ist die Installation so in einem größeren „Wetterfenster“ (Februar bis November) sicher möglich. Da man nicht auf die teuren und nur sehr begrenzt verfügbaren Schwimmkräne zurückgreifen muss, werden die Projektrisiken somit weiter minimiert.
Darüber hinaus bietet das neue Plattform-Konzept noch weitere Vorteile: Da zur Verankerung keine Rammpfähle in den Meeresgrund getrieben werden müssen, verläuft die Installation sehr geräuscharm und somit schonend für die Meerestiere. Erreicht eine solche Plattform das Ende ihrer Lebensdauer, kann außerdem der Ballast aus der Hülle entfernt und die komplette Plattform wieder in einen Hafen geschleppt und dort zerlegt werden.
Plattform-Konzept wird bei Offshore-Netzanbindung DolWin2 eingesetzt
Das neue Plattform-Konzept kommt erstmals bei der Offshore-Netzanbindung DolWin2 zum Einsatz. Für dieses Projekt wurde auf Basis des neuen Konzepts eine Plattform entworfen, als Modell nachgebaut und intensiv getestet. DolWin2 schließt mehrere Windparks in der Nordsee ans deutsche Übertragungsnetz an und wird 2015 in Betrieb gehen. Den Auftrag für die Anbindung hat ABB im August 2011 erhalten.
Mittlerweile konnte auch schon der erste große Meilenstein des Projektes gefeiert werden. In der Werft von von Drydocks World in Dubai erfolgte im Juni 2012 im Beisein von Scheich Ahmed Bin Saeed Al Maktoum, dem Neffen des Herrschers von Dubai, Präsidenten der Luftfahrtbehörde und CEO von Emirates Airlines, im Rahmen einer feierlichen Zeremonie der „Erste Stahlschnitt“ für die Plattform DolWin beta. Anwesend waren außerdem zahlreiche weitere Ehrengäste aus der Region und von den beteiligten Unternehmen
Für die Plattform werden nun in den nächsten Monaten in Dubai alle notwendigen Stahlarbeiten durchgeführt und die gesamte Stahlkonstruktion der Plattform montiert. Die komplette Plattform mit rund 70 m x 90 m Grundfläche und über 60 m Gesamthöhe wird 2013 auf einem riesigen Halbtaucher-Transportschiff nach Haugesund in Norwegen gebracht, wo anschließend die Endausrüstung der Plattform beginnt. 2014 wird die Plattform DolWin beta dann zu ihrem finalen Installationsort vor der deutschen Nordseeküste geschleppt. Dort wird sie nach dem Absenken auf den Meeresboden und dem Anschließen der Dreh- und Gleichstromkabel ihren Betrieb als Offshore-Konverterplattform im Projekt DolWin2 aufnehmen, auf der Drehstrom von rund 200 Offshore-Windenergieanlagen in Gleichstrom umgewandelt wird.
Offshore-HGÜ-System mit 900 MW Nennleistung
ABB liefert hierfür das größte Offshore-HGÜ-System der Welt. Es weist eine Nennleistung von über 900 Megawatt (MW) auf und minimiert die elektrischen Verluste auf unter ein Prozent pro Umrichterstation. Mit der innovativen und umweltschonenden „HVDC Light“-Übertragungstechnik (HVDC = high voltage direct current oder deutsch: HGÜ) von ABB wird Strom vom 400-MW-Windpark Gode Wind II und anderen Windparks zur Offshore-Konverter-Plattform auf See transportiert und anschließend über eine 135 Kilometer lange See- und Landkabeltrasse zur Onshore-HGÜ-Station in Dörpen an der deutschen Küste befördert. Im dortigen Umspannwerk wird der Strom ins Festlandnetz eingespeist. Über diese Leitung können nach ihrer Fertigstellung mehr als 1,5 Millionen Haushalte mit umweltfreundlicher Windenergie versorgt werden. (jup)
* *Raphael Görner ist Leiter Marketing und Vertrieb Grid Systems bei ABB Deutschland.
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