Mobile Automatisierung

Individuell anpassbare Steuerung für mobile Applikationen

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Individuell anpassbar dank Erweiterungskarten

Die hohe Systemflexibilität wird durch sogenannte Mobile Extension Boards (MX-Boards) erreicht. Sie können auf die freien Steckplätze des jeweiligen Basisboards gesteckt werden. Dank dieser MX-Boards lassen sich schnell und einfach Sonderlösungen entwickeln und bauen. Folgende Funktionen für MX-Boards sind möglich:

  • digitale Eingänge
  • digitale Ausgänge, auch als PWM-Ausgänge verwendbar (PWM = Pulsweitenmoduliert)
  • Inkrementalzähler
  • weitere Schnittstellen wie CAN, RS-232, RS-485 etc.
  • H-Brücken
  • Widerstandsmessbrücken
  • Neigungswinkelsensoren
  • Auswerteschaltungen für Wägezellen
  • Konstant-Spannungsquellen
  • Analogausgänge

Dank dieser verschiedenen Ausführungsvarianten der MX-Boards sind nahezu unendlich viele verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten denkbar.

In erster Linie muss das Gerät so konstruiert und ausgeführt sein, dass es die hohen Anforderungen für den Außeneinsatz bezüglich Stoßfestigkeit, Dichtigkeit gegenüber Wasser, Öl und Schmutz, Vibrations- und Schockfestigkeit erfüllt. Weiter sind die Spannungsversorgungen der Logik und der Ausgänge getrennt. Die Ausgänge sind sowohl gegen Kurzschluss als auch gegen Verpolung geschützt. Zudem überwacht ein Watchdog den Prozessor. Falls dieser nicht korrekt arbeitet, geht die Steuerung automatisch in einen sicheren Zustand über.

Optional ist die Steuerung auch mit einem Textdisplay erhältlich, das im Gehäuse eingebaut ist. Damit lassen sich beispielswiese Fehler wie Kurzschluss oder Überlast an den Ausgängen diagnostizieren. Solche Fehlverhalten können auch vom Applikationsprogramm überwacht oder mit dem Entwicklungstool eruiert werden. Letztendlich muss im Fehlerfall die Steuerung immer in einen sicheren Zustand geführt werden.

Programmieren in C oder JetSym

Beim Erstellen von Code für das Applikationsprogramm stehen dem Anwender zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder kann der Quellcode in der aus der IT-Branche bekannten Programmiersprache C geschrieben werden oder in der von Jetter entwickelten und in der Automation vielfach bewährten Hochsprache JetSym STX.

Diese Sprache baut auf strukturiertem Text auf, der in der SPS-Welt bekannt ist, aber wesentlich im Sprachumfangerweitert wurde. Mit JetSym STX ist auch die objektorientierte Programmierung möglich.

Die modulare Steuerung JCM-520 wird bereits in Pilotprojekten bei zwei namhaften Herstellern im Agrarbereich erfolgreich eingesetzt. Aufgrund der langjährigen Erfahrung von Jetter in der Entwicklung mobiler Steuerungssysteme werden während des Projektverlaufs keine größeren Probleme erwartet. Dass noch einige Anpassungen vorgenommen werden müssen, versteht sich von selbst. Die beiden Pilotprojekte sind voraussichtlich bis Mitte 2013 abgeschlossen. Bis zur Agritechnica 2013 wird das System die Serienreife erlangt haben.

Dass ein Konfektionsanzug wie ein Maßanzug passt, ist ein seltener Idealfall im Privatleben. Das Steuerungssystem JCM-520 jedoch wird diesem Anspruch in der mobilen Automation gerecht. Gerade kleinere oder mittelständische Unternehmen, die bisher die hohen Entwicklungskosten gescheut haben, erhalten mit der neuen Mobilsteuerung eine kostengünstige und genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Lösung. Für die Firmen, die eine Seriensteuerung entwickeln möchten, bietet das System die Möglichkeit, mit dem Fahrzeug oder der Maschine rascher die Marktreife zu erlangen. (jv)

* Andreas Leu, Technisches Marketing und Seminare, Jetter AG.

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