Hydraulikzylinder Hydraulische Sonderlösungen

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal verschiedener Spritzgießmaschinenhersteller ist die Technik der Schließeinheit. Die vor 25 Jahren geführten Lagerkämpfe zwischen den Verfechtern des Kniehebels und den Fans der vollhydraulischen Maschinen sind zwar abgeklungen, die Schließtechnik der Maschine ist jedoch immer noch ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Maschine. CyTec bietet passende Lösungen.

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Natürlich gibt es kein besseres, oder schlechteres System. Jedes System hat Vor- und Nachteile und der Konstrukteur ist mehr denn je gefragt die wirtschaftlichste Technik zu verwenden. Der Vorteil der vollhydraulischen Maschine liegt zweifelsfrei in der Flexibilität bezüglich der Formhöhenanpassung. Von Nachteil ist jedoch der hohe Energieverbrauch sowie die hohe Anschlussleistung. Dass man für das physikalisch arbeitsneutrale Zuhalten von zwei Werkzeughälften nicht unbedingt Energie verschwenden muss, lehrt uns das Kniehebelprinzip. Das wiederum ist nicht so flexibel an die verschiedenen Formhöhen anzupassen.

Vorspannende Verriegelungszylinder und Verriegelungskupplungen

Eine Reihe von Sonderlösungen hat die Jülicher Firma Cytec Zylindertechnik im Programm. Das einfachste Prinzip einer Schließeinheit stellt der vorspannende Verriegelungszylinder dar (Bild 1). In seiner Endlage aktiviert sich automatisch eine Kraftüberhöhung mit gleichzeitiger formschlüssiger Verriegelung. Während des Einspritzvorganges wird keine Energie zum Zuhalten der Werkzeughäften benötigt. Der Hauptvorteil liegt also in der effizienten Nutzung der Energie, dem einfachen Aufbau und der Reduzierung des hydraulischen Installationsaufwandes. Nachteilig ist, dass die Formhöhenverstellung extern realisiert werden muss.

Das oben beschriebene System basiert auf der konventionellen Bauform einer Maschine mit zugbelasteten Holmen. Diese Holme sind teuer und oft hinderlich bei der Entnahme von sperrigen Bauteilen. Eine Bauform, die diesen Nachteilen entgegenwirkt, ist auf dem Aufmacherbild dargestellt. Hier wirken die Kolbenstangen als Zugkraftübertrager. Während des Einspritzvorganges sind die Enden der Kolbenstange in die Verriegelungskupplungen ( CyDock ) eingerastet und die Vorspannung wird über die Ringfläche der Zylinder erzeugt. Die benötigte Ölmenge ist gegenüber klassischen Hydraulikzylindern deutlich geringer, was den Gesamtaufwand erheblich reduziert.

Sofern das vollständige Zurückziehen der Kolbenstange nicht gefordert wird und die Formhöhen nicht variieren, kann der Krafthub auch direkt an der Kupplung erzeugt werden. Dies verringert das benötigte Ölvolumen auf ein Minimum. Auch der Montageaufwand reduziert sich erheblich (Bilder 2a,b,c).

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