Stahl

Horizontales Bandgießen von Stahl

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Hochfest und doch verformbar

Die Vorteile des horizontalen Bandgießverfahrens werden z.B. für eine ganz neue Generation von Leichtbaustählen, die sogenannten HSD-Stähle, genutzt. HSD steht für high strength and ductility und bezeichnet Stähle mit höheren Mangangehalten und geringen Zugaben an Aluminium und Silizium. Die Produkteigenschaften können für den jeweiligen Anwendungsfall maßgeschneidert eingestellt werden. Mit dieser Rezeptur entstehen auch Verformungsreserven, die sich bei unterschiedlichsten Belastungen wie z.B. bei Fahrzeugkollisionen oder sehr tiefen Temperaturen entfalten können. Damit eröffnen sich neue Gestaltungsspielräume und Leichtbaupotentiale auch im Nicht-Automotive-Sektor, die eine weitere Tür zur Energieeinsparung und Ressourceneffizienz aufstoßen.

Besonders attraktiv sind HSD-Stähle jedoch für den Automobil-Leichtbau. Im Fokus stehen vor allem hoch beanspruchte Bauteile komplexer Geometrie in Karosserie, Innenraum und Fahrwerk. Dies steigert die Designfreiheiten des Automobilkonstrukteurs, ohne das Material zusätzlich erwärmen zu müssen. Bei gewichtsoptimierter Materialausnutzung können je nach Einsatzfeld sowohl die Anzahl der Einzelteile als auch Umformschritte bei ihrer Fertigung reduziert werden. Typisch sind bereits in der Erprobung befindliche, sicherheitsrelevante Bauteile wie Stoßstangen, Türaufprallträger, Fahrzeugsitze oder tragende Karosseriekomponenten. Hier lassen sich im Vergleich zum heutigen Serienstand zwischen 17 und 38 % Gewicht einsparen.

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