Stahl

Hebezeuge im Großformat

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Mega Jack: Hubsystem für Mega-Lasten

Mit dem Mega Jack entwickelte ALE ein Spezialsystem für die Installation oder Verlagerung von Offshore-Plattformen mit Gewichten bis zu 60.000 t. Damit die Wellen sie nicht erreichen, haben diese Plattformen eine Höhe von 25 m. „Unsere Kunden errichten diese Plattformen komplett am Boden und heben diese anschließend mit dem Mega Jack auf die erforderliche Höhe an. Nach dem Hub wird eine Rahmenkonstruktion unter der Plattform positioniert, um die Plattform mit einem Verschubsystem auf einen Frachtkahn zu verladen. So wird die Plattform verschifft und schließlich auf den Gründungspfählen installiert“, erklärt Ronald Hoefmans.

So hob beispielsweise ein Mega Jack die 100 km vor der Küste Malaysias gelegene Malikai-Plattform 40 m hoch und transportierte diese 90 m weit. Das modulare Hubsystem besteht aus einzelnen stählernen Hubtürmen, von denen jeder 5.200 t heben kann. Je nach Aufgabenstellung können diese Türme kombiniert und somit die Gesamthubkapazität auf bis zu 100.000 t erweitert werden. Diese gigantische Hubkraft bietet der Ölindustrie dadurch die sonst nicht vorhandene Möglichkeit, Module in dieser Größe zu bauen und an einem Tag ohne weitere Geräte zu bewegen. Mit dem Mega Jack 800 verfügt ALE seit 2014 über eine nochmals stärkere Variante dieses Hubsystems. Bei beiden Hubgiganten sind die höchstfesten Dillinger Markenstähle in vielen Komponenten im Einsatz: So gewährleisten beispielsweise bis zu 240 mm dicke Bleche der Stahlgüten Dillimax 690 die geforderte Stabilität der Hubbalken.

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Tragende Kraft

Ob Riesenkrane oder Hubsystem: Ronald Hoefmans vertraut bei allen drei Kolossen auf die Kompetenz und Qualität von Dillinger. Die extremen Formate der Bleche und die außergewöhnlichen Eigenschaften der Dillimax-Stähle sprechen für ihren Einsatz in diesen Hebezeugen, die alle anderen Geräte dieser Art in den Schatten stellen. So ermöglichen die unerreicht großen Bleche wirtschaftliche Abmessungen in der Produktion. Für Ronald Hoefmans sind „die höchste Festigkeit und Kerbschlagzähigkeit der Stähle für unsere Konstruktionen unverzichtbar“. Die exzellenten Verarbeitungseigenschaften tragen außerdem zur kostensparenden Fertigung und Nutzung der Giganten entscheidend bei, bedeuten sie doch geringere Verarbeitungskosten, Montagezeiten und Transportaufwände.

„Dabei gibt uns Dillinger mit geprüften Qualitäten die notwendige Sicherheit“, sagt Ronald Hoefmans. Er ergänzt: „Hinzu kommt, dass wir mit AncoferWaldram Steelplates, dem niederländischen Tochterunternehmen von Dillinger, einen leistungsstarken und geschätzten Partner für die Lieferung und Bearbeitung haben. So erhalten wir fertige Brennzuschnitte und komplette Baugruppen, die wir in unsere Prozesse perfekt integrieren können.“ Basis der hochfesten Feinkornbaustähle ist Stahl höchster Reinheit, der bei Dillinger zu Brammen und Blöcken vergossen wird. Durch das anschließende Walzen mit 11.000 t Walzkraft werden die Bleche bis in den Kern homogenisiert. Ihre außergewöhnliche Festigkeit erhalten sie durch Wasservergütung mit anschließender Anlassbehandlung. Das verleiht den Dillimax-Güten auch für ALE das notwendige Format für Konstruktionen, die ohne Bleche in diesen Dicken und mit diesen Eigenschaften nicht realisierbar wären.

TM-Bleche noch dicker im Geschäft

Auch bei einer anderen hoch- und höherfesten Stahlgüte wartet Dillinger mit einem erweitertem Leistungsangebot auf: Die thermomechanisch gewalzten (TM-) Bleche der Marke DI-MC gibt es jetzt für die Güten S355 und S460 in noch größerer Dicke. So stehen diese Güten nun auch in 150 Millimetern Dicke zur Verfügung und greifen damit der geplanten Aufnahme dieser Dicken in die anstehende Neuausgabe der Norm EN 10025-4 vor. Die TM-Bleche zeichnen sich durch besonders wirtschaftliche Verarbeitungseigenschaften aus, da sie deutlich niedrigere Kohlenstoffäquivalente CET/CEV enthalten als normalisierte Stähle der gleichen Festigkeitsklasse. Dadurch lassen sie sich trotz ihrer Dicke wesentlich besser schweißen und bei geeigneter Parameterwahl kann das Vorwärmen entfallen.

Konstante Streckgrenzen von 355 MPa für den 150 mm-Dickenbereich und 460 MPa bei einer Dicke von 120 mm leisten überdies einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit und Sicherheit anspruchsvoller Stahlkonstruktionen. Ihr wirtschaftlicher Einsatz wird insbesondere durch Stückgewichte von bis zu 32,5 Tonnen und Breiten weit über 4.000 mm Breite unterstrichen, die projektspezifisch optimale Blechgrößen ermöglichen. (mz)

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