Elektromobilität Gezielte Cloud-Integration erweitert Funktionen von Elektrofahrzeugen

Von Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler 2 min Lesedauer

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Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum rundum vernetzten Fahrzeug ist FEV im Gemeinschaftsprojekt Oscar gelungen: Durch die Integration der Cloud-Anbindung erhalten sowohl Fahrer als auch Flottenbetreiber detaillierte Informationen, beispielsweise zu Verkehrssituationen, Klimaverhältnissen oder Position und Batteriestatus.

Das Auto als mobiler Sensor und Multimedia-Plattform: Im staatlich geförderten Projekt Oscar haben FEV und Entwicklungspartner eine Cloud-Struktur für Fahrzeuge geschaffen.(Bild:  FEV)
Das Auto als mobiler Sensor und Multimedia-Plattform: Im staatlich geförderten Projekt Oscar haben FEV und Entwicklungspartner eine Cloud-Struktur für Fahrzeuge geschaffen.
(Bild: FEV)

Das Auto als mobiler Sensor und Multimedia-Plattform ist schon lange keine Zukunftsvision mehr. Bereits heute existiert eine Vielzahl von Projekten, in denen vernetzte Fahrzeuge Daten über Fahr-, Verkehrs- und Umweltbedingungen sammeln und im Sinne einer Car2Car- und Car2X-Kommunikation weitergeben und verfügbar machen.

Grundlagen des Projektes Oscar

Ziel des Projektes Oscar war es, durch Aufbau einer modularen Struktur der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT), das Elektrofahrzeug in eine Cloud-Struktur zu integrieren. Die von FEV entwickelte und in das Fahrzeug integrierte iCU-Entwicklungsplattform (iCU= Intelligent Connection Unit) verfügt über einen Zugang zum Datenfluss des Fahrzeugbordnetzes. Die über CAN-Bus sowie ein GPS-System erfassten Daten können mit der Cloud über eine UMTS-Schnittstelle vom Fahrzeug gesendet werden. Zusätzlich lassen sie sich nach einer serviceorientierten Auswertung in der Cloud wieder vom sendenden Fahrzeug – oder weiteren eingebundenen Fahrzeugen – empfangen. So entsteht eine bidirektionale Kommunikation.

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Entwicklungsarbeit mit nachhaltigem Nutzungspotenzial

Über die „Intelligent Connection Unit“ können Datenformate an unterschiedliche Projekt- und Server-Anforderungen angepasst werden. Dies bietet eine hervorragende Basis für zukünftige Serienentwicklungen. Mit nur einem Fahrzeug lassen sich unterschiedliche Fahrzeuge verschiedener OEM simulieren beziehungsweise die Datenformate unterschiedlicher Fahrzeuge in dieselbe Cloud-Daten-Struktur übersetzen.

Die Cloud-Fahrzeug-Anbindung gestattet zukünftig weitere Dienstleistungen wie die Installation von speziellen Fahrzeug-Apps oder die Nutzung konventioneller Apps für mobile Endgeräte. Möglich macht dies ebenfalls die „FEV-iCU“. Via Bluetooth oder lokales WLAN können die Daten über handelsübliche Smartphones oder Tablets direkt im Fahrzeug abgerufen werden. Um die richtigen Daten an die richtigen Adressen in der Cloud-Struktur zu senden, sammelt ein – ebenfalls von FEV entwickelter – Serverdienst (AES= Automotive Embedded Service) Server die Daten der sendenden Fahrzeuge und entscheidet anhand der definierten Filterregeln, welche Informationen aus dem Fahrzeug an wen weitergegeben werden.

Herstellerunabhängige IKT-Architektur

„Im Rahmen des Projektes Oscar ist es uns gelungen, eine neue, offene und herstellerunabhängige IKT-Architektur für Elektrofahrzeuge zu entwickeln und in der Modellregion Aachen intensiv und realitätsnah zu testen“, erklärt Dr. Stefan Müller-Schneiders von der FEV. Zudem erarbeiteten die Projektpartner eine sogenannte DIN Spec (91324), also einen Datensatz für eine offene Service Cloud, der für OEM- und Drittanbieter-Services nutzbar ist.

Wichtige Daten für Fahrer…

Über die wirkungsvolle Kombination aus Cloud-Daten und Apps, die über das Fahrzeugdisplay (HMI) bedient werden, können Fahrzeugnutzer Service-Dienstleistungen, aktuelle Fahrzeugdaten und auch Statistiken zur eigenen Nutzungshistorie abrufen. Als Ergebnis können Fahrer beispielsweise in weiterführender Kombination ihre Route anhand von Informationen zur Verkehrslage, zum erreichbaren Gebiet und zum Höhenprofil planen. Zusätzlich zu Echtzeitdaten, wie Batteriestatus und Energieverbrauch verschiedener Systeme, ermöglicht ein Datenabgleich mit den Cloud-Daten das eigene Fahrverhalten zu optimieren. So können Fahrweise und Verbrauch unterschiedlicher Fahrer verglichen und Optimierungspotentiale aufgezeigt werden.

…und Flottenbetreiber

Gerade Flottenbetreiber sollen zukünftig von verbesserten Diagnosemöglichkeiten an ihren Elektrofahrzeugen profitieren: So erhält der Betreiber nicht nur Einblick in Fahrzeugparameter wie Position, Betriebszustand und Batterie- beziehungsweise Aufladestatus. Auch Fehlercodes können über die Cloud ausgelesen werden. Der sichere und begrenzte Zugriff auf derlei sensible Daten verbessert die Koordinierungsmöglichkeiten für Wartungstermine und ermöglich Vorabdiagnosen durch autorisierte Stellen. (mz)

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