Ketten Gewichtsreduzierte Anschlagmittelserie der Güteklasse 12
13 Jahre nach der ersten Fertigung des bis heute erfolgreichen Grade 100-Baukastens unter dem Namen „VIP“, präsentiert das Unternehmen RUD Ketten den ersten Grade 120-Baukasten. Durch die Entwicklung eines patentierten Stahles und durch eine besondere Formgebung, kombiniert mit einer speziellen Verarbeitung, konnte die Kette mit dem Namen „ICE“ realisiert werden. Sie ermöglicht zum ersten Mal bei den Abmessungen 8 mm / 10 mm und 13 mm eine Kettennenndickenreduzierung gegenüber der Güteklasse 8 – und das bei einem Tieftemperatureinsatz von bis -60° C .
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Nach der damaligen Festigkeitserhöhung auf Grad 100 war für die herkömmlichen Kettenstähle, die Grenze erreicht. Jede weitere Erhöhung durch eine noch intensivere Vergütung, hätte zwangsläufig zu einer Verschlechterung von den für eine Kettenqualität so wichtigen Parameter wie: weniger empfindlich gegenüber Wasserstoffversprödung, Bruchdehnung, Kerbschlagzähigkeit, Dauerschwingfestigkeit, Tieftemperatureinsatzmöglichkeit geführt.
Durch die Zusammenarbeit der RUD-Werkstoffspezialisten mit dem Stahlhersteller Krupp wurde in den letzten Jahren ein Patentstahl entwickelt, der durch eine spezielle Formgebung und Verarbeitung zu der neuen Kettentechnologie geführt hat. Durch die Festigkeitserhöhung und Spezialeigenschaften kann nun auch bei Ketten von 8 mm, 10 mm und 13 mm Durchmesser eine Nenndickenreduzierung realisiert werden. D.h., dass aus einer Kette 16 mm eine 13 mm wird, aus 13 mm wird 10 mm und aus 10 mm wird 8 mm gegenüber Güteklasse 8. Diese um 60 % höhere Bruchkraft ergibt eine 30 %ige Gewichtsreduzierung. Das Besondere dabei ist, dass diese ICE-Werte auch bei Tieftemperatur von -60°C erreicht werden. Der Kerbschlagwert liegt hier bei 55 Joule. Die herkömmlichen Güteklasse 8 Ketten liegen bei -20°C bei 40 Joule und fallen bei noch tieferen Temperaturen wesentlich ab.
Die neuen ICE-Ketten wurden durch die zuständige Berufsgenossenschaft geprüft und zugelassen. Dokumentiert wird dies auf jedem Kettengliedrücken und auf jedem Bauteil durch den extra für höhere Güteklassen als 10 kreierten Zulassungsstempel D1-12 („D“, “1“ = Hersteller und “12“ = Güteklasse). Weiterhin erfüllt die Kette auch alle anderen Kriterien, die für eine Qualitätskette nach den herkömmlichen Kettennormen definiert sind. So kann trotz der enormen Festigkeit die Bruchdehnung einer naturschwarzen Kette von 25 % bestätigt werden. Ebenfalls wurden die 20.000 Lastwechsel mit einer 50 %igen Überlast für Kette und Bauteile auf dem hohen ICE-Niveau übertroffen. Bei Materialien mit hoher Härte (ICE ist um 30 % härter als Gk 8) ist zu befürchten, dass die gefährliche Wasserstoffversprödung eintritt. Das patentierte ICE-Material zeigte jedoch in den zahlreichen Tests keine höhere Sensibilität gegenüber einer ungewollten Wasserstoffversprödung als sie bei der Gk 8 anzutreffen ist. Die um 30 % höhere Kettenhärte bringt automatisch eine längere Standzeit und das Eindringen von scharfen Kanten und die damit einhergehende Kerbbildung an den Kettengliedern wird erheblich reduziert.
Die Gefahr durch farbliche Verwechslung mit anderen Güteklassen wird bei der neuen ICE-Kette durch die auffällige ICE-Pink-Pulverbeschichtung verkehrspurpur verhindert. Dabei wurde die Farbgestaltung so gewählt, dass sie einen eindeutigen Unterschied zum VIP magenta-pink Farbton bietet. Gegenüber der roten oder gelben Farbe, wie sie bei der Gk 8 üblich ist, ist das ICE-pink ebenfalls eindeutig abzugrenzen.
Kupplungssystem mit nur wenigen Bauteilen
Für das Baukastenanschlusssystem wurde ein völlig neuer ovaler und drehbar gelagerter Montagebolzen entwickelt. Dieser ist ebenfalls verwechslungsfrei gestaltet und kann nicht im RUD-Baukasten-Gabelkopf der Güteklasse 8 mm und 10 mm montiert werden. Zusätzlich sind die Bolzen der niederen Güteklassen nicht in den Gabelkopf von ICE montierbar. Es wurde auch das Verwechslungsfreiheit-System, wie es traditionell bei RUD seit 35 Jahren erfolgreich praktiziert wurde, übernommen. D.h. die Maße und Toleranzen von Bolzen und Gabelkopfanschluss sind so abgestimmt, dass in den Gabelkopf keine dickere Abmessung eingeführt werden kann. Beim Einlegen einer dünneren ICE-Kette paßt diese zwar in den Gabelkopf, der Montagebolzen kann jedoch nicht durch das Innere der dünneren Kette montiert werden. Um dem Rost nicht vorzeitig eine Chance zu geben sind die Montagebolzen mit einer Spezialbeschichtung versehen und die Sicherungs-Spannhülsen rostgeschützt.
Die Aufhängeköpfe in fünf verschiedenen Größenabstufungen, von hochfesten Hebezeughaken bis zu übergroßen 50 t Kranhaken, sind mit einer 40° schrägen Abflachung versehen um die Kupplungselemente ungehindert montieren zu können. Diese 1/2 oder 3/4-Strang Aufhängeköpfe sind mit einem patentierten Kennzeichnungsanhänger versehen. Die Form wurde als ein „X“ ausgeführt, da davon auszugehen ist, dass dieser Buchstabe in der ISO-Norm das Kennzeichen für einen Grade 120 wird. In diese Form wurden drei Messfühler integriert, mit denen die wichtigsten Ablegekriterien wie der gemittelte Durchmesserverschleiß, der Verschleiß in der Kettenteilungsauflage und die Längung durch Überlastung nachgeprüft werden können. Dieses Patent hat sich schon beim VIP-Baukasten Grade 100 bewährt, wobei die Kennzeichnungsanhängerform entsprechend der ISO-Grade 100-Zuordnung als „V“ gewählt wurde.
Integriertes Kettenverkürzungselement
Die meisten Kettengehänge werden mit Verkürzungselementen versehen, um einen der großen Vorteile der Rundstahlkette gegenüber den anderen Anschlagmitteln, nämlich ihre Verkürzbarkeit, richtig auszunutzen. Nur so können die unsymmetrischen Lasten horizontal und sicher gehoben werden. Hierfür wurde ein neuartiger Verkürzungskuppler patentiert, der ebenfalls über die Abflachung des Aufhängekopfes montiert wird. Damit ist der Kettenanschluss und das Verkürzungselement nur ein Bauteil mit nur einem Montage- und Sicherungsbolzen. Die verschmutzungsunempfindliche Verkürzungslasche ist so gestaltet, dass keine Tragfähigkeitsreduzierung eintritt und ein Gummiverriegelungselement verhindert ein ungewolltes Herausfallen der losen Kette.
ICE-STAR-Haken mit Verschleißmarkierung
Fast in jedem Anschlaggehänge sind am Ende Haken im Einsatz. Damit sind diese eines der wichtigsten Bauteile in einer Anschlag- oder Zurrkette. RUD hat besonderes Augenmerk auf die Entwicklung des ICE-STAR-Hakens gelegt. Dabei konnten die Vorteile, wie sie beim robusten VIP-Cobra-Haken bereits entwickelt wurden und die sich im harten Dauereinsatz bestens bewährt haben, übernommen und weiter verbessert werden. So konnte die ergonomisch gestaltete, gesenkgeschmiedete Sicherungsklappe mit Überrollbügel und geschützt liegender, nichtrostender, dreifach gewickelter Langzeitdoppelfeder übernommen werden. Damit sind sämtliche Klappsicherungen aus dem RUD-Hakenprogramm kompatibel. Das Besondere am ICE-STAR-Haken ist jedoch das FEM konstruktionsunterstützte Design der Skelettbauweise. Dadurch konnte, obwohl immer die Maulweite des nächst größeren Grade 80-Hakens gewählt wurde, eine 25 %ige Gewichtsreduzierung erreicht werden. Weitere Pluspunkte dieses Hakens sind die Schutzrippen für das erste Kettenglied und die Klappsicherung. Die verdickte Hakenspitze soll verhindern, das es durch Einhängen in kleinere Bohrungen zu einer nicht zulässigen Hakenspitzenbelastung kommt. Die nicht überstehende Hakenspitze verhindert ein unbeabsichtigtes Ein- oder Festhaken beim Hebevorgang und macht es unmöglich, dass sich ein um den Haken geschlungenes Anschlagmittel ungewollt aus dem Hakengrund drehen kann. Zusätzlich zu den bekannten Markierungspunkten, die eine unzulässige Aufweitung des Hakens messbar machen, ist diese Hakenserie, wie übrigens alle Verschleißstellen des ICE Systems, mit patentierten Verschleißmarken versehen. Dadurch wird ein aufwendiges Messen an den kritischen Stellen, mit der Problematik die richtigen Ablegemaße, hinfällig.
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