Lager Geteilte Rollenlager halten Eisbrecher-Generatoren am Laufen

Redakteur: Juliana Pfeiffer

Cooper, Spezialist für geteilte Rollenlager, hat Lager für die Generatoren eines Eisbrechers der kanadischen Küstenwache geliefert. Das Besondere daran: die Lagerlösung besteht aus geteilten Zylinderrollenlagern, die einen schnellen Austausch ohne Modifikationen des Generators ermöglichen.

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Um während der langen Wintermonate in Kanada Meer und Flüsse schiffbar zu machen, ist der Betrieb von Eisbrechern eine der vielfältigen Aufgaben der kanadischen Küstenwache (Canadian Coast Guard).
Um während der langen Wintermonate in Kanada Meer und Flüsse schiffbar zu machen, ist der Betrieb von Eisbrechern eine der vielfältigen Aufgaben der kanadischen Küstenwache (Canadian Coast Guard).
(Bild: Cooper)

Um während der langen Wintermonate in Kanada Meer und Flüsse schiffbar zu machen, ist der Betrieb von Eisbrechern eine der vielfältigen Aufgaben der kanadischen Küstenwache (Canadian Coast Guard). Zur Flotte der Küstenwache gehören knapp 20 Eisbrecher unterschiedlicher Eisklassen für leichte, mittelschwere und schwere Aufgaben. Die Eisbrecher sind speziell dafür konstruiert und ausgerüstet, durch die zugefrorene See fahren zu können. Im Vergleich zu anderen Schiffen gleicher Größe ist die Motorleistung eines Eisbrechers wesentlich höher, um das Eis vor ihm brechen zu können und für nachfolgende Schiffe eine ausreichend breite Fahrrinne zu schaffen.

Bestehende Gleitlager erforderten übermäßig aufwändige Wartungsarbeiten

Das Bordnetz für die elektrische Energieversorgung auf den Schiffen wird von Generatoren gespeist. Kürzlich traten an den Bordgeneratoren eines der Eisbrecher Probleme mit den Gleitlagern auf; dasselbe Problem bestand auch bei anderen Schiffen der Flotte. Die beiden Generatoren haben jeweils zwei Lager, die die Generatorwelle lagern, ein Festlager und ein Loslager, welches die Längenausdehnung der Welle gewährleistet. Die bestehenden Gleitlager hatten eine unerwartet kurze Lebensdauer und erforderten übermäßig aufwändige Wartungsarbeiten, die teilweise durch die eingeschränkte Zugänglichkeit bedingt waren. Dazu kamen Probleme in Zusammenhang mit der Ölschmierung. Die Lieferung von Ersatzteilen vom Hersteller gestaltete sich aufgrund der Vorlaufzeiten langwierig.

Für diese Probleme war eine Lösung gefragt, die keine Modifikation des Generators selbst erforderte. Das neue Lager sollte sich für einen direkten Austausch mit dem bestehenden Lager eignen. Da Eisbrecher einen strengen Einsatzzeitplan einhalten müssen, sollten Ausfallzeiten auf ein Minimum beschränkt werden. Cooper bot hier folgende Lösung an: Ein hochwertiges geteiltes Zylinderrollenlager sollte das eingesetzte Gleitlager ersetzen. Das geteilte Lager hat ein spezielles Gehäuse zur Aufnahme der Abdeckhaube für das Wellenende und ist in einem Standardständer montiert. Um die vorgegebenen Maße zur Lagerung der Welle einzuhalten, wurden ein spezieller Unterbausockel und eine Grundplatte nach Kundenvorgabe gefertigt.

Zylinderrollenlager vollständig bis zur Welle geteilt

Die neue Lagerlösung ermöglichte einen schnellen Austausch ohne Modifikationen des Generators. Die geteilten Zylinderrollenlager sind vollständig bis zur Welle geteilt, die Labyrinthdichtung des Lagers ist ebenfalls geteilt. Gegenüber den Gleitlagern haben sie wesentliche Vorteile: Ihre Konstruktion gestattet leichten Zugang für Inspektion und Instandhaltung, da es nicht erforderlich ist, weitere Bauteile zu demontieren. Dies reduziert Stillstandzeiten und Arbeitsaufwand erheblich. Die Lager haben eine lange Lebensdauer und erfordern keine Ölschmierung; Pumpen oder Filter sind nicht notwendig, Öllecks treten nicht mehr auf. Die Betriebstemperatur der Lager ist niedriger und der Energieverbrauch geringer. Das Risiko einer Beschädigung der Welle durch einen Lagerschaden wird vermieden.

Lager von Cooper haben sich seit Jahrzehnten in maritimen Anwendungen bewährt, wobei Cooper sowohl Erstausrüster wie auch Zulieferer beliefert. Ob in Versorgungsschiffen für Offshore-Anlagen, Fähren, Marineschiffen, Schleppern oder Fischerbooten: Geteilte Rollenlager von Cooper arbeiten zuverlässig und flexibel in den extremen Umgebungsbedingungen auf hoher See. Sie finden nicht nur in Schiffsantrieben, sondern auch in weiteren Anwendungen an Bord sowie bei Transport- und Ladeaufgaben Einsatz.

Die Geschichte der geteilten Lager

Das geteilte Lager wurde 1907 von dem Erfinder und Ingenieur Thomas Cooper entworfen. Bis heute ist das von ihm gegründete Unternehmen mit Sitz in King’s Lynn in Norfolk, England, federführend in der Weiterentwicklung von geteilten Lagern. Alle Cooper-Produkte werden in Norfolk hergestellt und weltweit vertrieben. In Deutschland hat die Firma eine Niederlassung in Krefeld, die Cooper Geteilte Rollenlager GmbH. Das Produktspektrum an geteilten Lagern umfasst Standardlager wie Zylinderrollenlager und Kegelrollenlager, und Speziallager wie wassergekühlte Lager, flache Axiallager, weitere ungeteilte Lager, Hochgeschwindigkeitslager, vollrollige Lager sowie große Lager für Wellendurchmesser über 600 mm. Neben Hochseeanwendungen finden Cooper-Lager Verwendung in der Stahlindustrie, im Bergbau, in Kraftwerken, in der Zement- und Baustoffindustrie und überall dort, wo sie extremen Schmutz- und Temperaturbedingungen ausgesetzt sind. Zu den typischen Anwendungen zählen neben Schiffsantrieben auch Förderanlagen, Gebläse, Kühlbetten, Stranggussanlagen, Absetzer und Haldenräumgeräte, und viele andere Bereiche mit beengten oder schwer zugänglichen Platzverhältnissen. (jup)

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