Elektromotoren

Gesetzliche Mindestwirkungsgrade erhöhen die Wirtschaftlichkeit von Elektromotor-Lösungen

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Software "beziffert" die Wirtschaftlichkeit einer Lösung

Wie die Gesamtbetrachtung von Motorenwirkungsgrad, Energieeffizienz und Kosteneinsparung aussieht, lässt sich mit dem kostenlosen Programm "SinaSave" von Siemens einfach ermitteln. Darin werden neben den Kennwerten der Motoren auch die anlagenspezifischen Daten wie Drücke, Massenströme, Förderhöhen, Dichten, Leistungen und vieles mehr berücksichtigt. Mit den ausgedruckten Ergebnissen können Kunden schwarz auf weiß von der Wirtschaftlichkeit einer energieoptimierten Gesamtlösung überzeugt werden.

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht das Potenzial der "einfachen" Energieoptimierung über den Einsatz von Motoren mit höherem Wirkungsgrad: Das Siemens-Motorenwerk Bad Neustadt a. d. Saale hat bei der Rauchgasfiltration der Aluminium-Schmelzöfen einen 45-kW-Motor durch einen Energiesparmotor ersetzt. Das Fazit: jährlich 535 Euro weniger Stromkosten. Vor allem Aggregate mit besonders langen Laufzeiten profitieren von der Umstellung auf einen IE2-Wirkungsgrad.

Darüber hinaus gibt es noch weitere "konstruktive" Möglichkeiten der Energieoptimierung, was unter anderem auch bei Anwendungen wie Pumpen, Lüftern und Kompressoren zu überraschenden Ergebnissen führt. Beispielsweise wurde im beschriebenen Beispiel in Bad Neustadt die Regelung der Absaugluft mithilfe eines Frequenzumrichters ergänzt. Ergebnis: 60 Prozent Energieeinsparung gegenüber der bis dato eingesetzten Drosselsteuerung.

Eine bessere Zukunft mit der "richtigen" Lösung

Würden beide Wege im industriellen Umfeld konsequent beschritten werden – nämlich einfacher Motorentausch und intelligente Bedarfssteuerung – könnten weltweit 120 Terawattstunden pro Jahr eingespart werden, schätzt Dr. Jürgen Brandes, CEO Business Unit Large Drives der Siemens AG. Potenzial für Energieeinsparung ist also genügend vorhanden. Nun folgt sukzessive die normative und gesetzliche Basis, dies in der Praxis umzusetzen.

Maschinen- und Anlagenhersteller tun indes gut daran, rechtzeitig darauf zu reagieren. Denn die nächste Stufe der industriellen „Klimaveränderung“ befindet sich bereits in den Startlöchern: Ab 01.01.2015 wird die geltende Rechtslage noch weiter verschärft, ab diesem Stichtag dürfen Asynchronmotoren im Leistungsbereich zwischen 7,5 und 375 kW nur noch mit Effizienzklasse IE3 verbaut werden. Ab 01.01.2017 gilt diese EU-Verordnung dann auch für Motoren bis hinunter zu 0,75 kW.

Zur reinen IE3-Nutzung gibt es allerdings eine Alternative, welche auf die Erhöhung der Energieeffizienz des Gesamtsystems abzielt. Bei Strömungsmaschinen wertet man den Einsatz von Frequenzumrichter plus IE2-Motor als Optimierungsansatz, durch den man mehr Energie sparen kann als durch den reinen Einsatz eines IE3-Motors. Sparpotenziale bis zu 60 Prozent, in Extremfällen bis 70 Prozent sind hier realistisch. Für Hersteller von Maschinen und Anlagen heißt es also: Ein schneller Umstieg auf die "besseren" Lösungen lohnt sich in jedem Fall. (mi)

* Jutta Pfister ist Marketing Kommunikationsmanager bei der Siemens Drive Technologies Division

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