Gehen erfahrene Mitarbeiter in Rente, verliert das Konstruktionsteam nicht nur einen geschätzten Kollegen, sondern auch viel Wissen und Erfahrung. So sichern sich Unternehmen diesen wertvollen Schatz.
Wie bleiben das Fachwissen und die Erfahrungen angehender Rentner in der Konstruktionsabteilung?
In den Köpfen der Konstrukteure stecken viel Wissen und Erfahrungen. Kenntnisse zu aktuellen Normen und Richtlinien oder auch Methodenwissen, wie die obligatorischen CAD-Kenntnisse, können Konstrukteure über klassische Weiterbildungen aufbauen und erweitern. Doch was passiert mit den Lösungen, Tricks und Kniffen, die die erfahrenen Entwickler im Laufe verschiedener Projekte entwickelt haben? „Jeder und jede aus der Forschung & Entwicklung oder aus der Produktentwicklung steht in der Pflicht, diese Dinge zu dokumentieren“, erwartet Andreas Grieger, Executive Vice President Human Resources bei Weidmüller. Dafür stehen den Mitarbeitern des Elektrotechnik- und Software-Anbieters verschiedene Tools zu Verfügung – je nach Ziel und Workflow. „Sie können ihr Wissen auf Sharepoint dokumentieren oder ein bisschen ausgereifter in einem Wiki“, so Grieger.
Bildergalerie
Wissen für alle zugänglich machen
Die Firma PTFE Competence Center, Hersteller technologisch anspruchsvoller Kunststoffelemente, setzt auf eine ganzheitliche Lösung: Gemeinsam mit Techniciency hat das Unternehmen eine eigene lokale Plattform entwickelt, welche über eine allgemeine Startseite aufrufbar ist und fachlich orientierte Wissensseiten aufrufbar macht. „Weil das Thema Wissensmanagement viele Unternehmen beschäftigt und auch unsere Projekte aus unterschiedlichen Blickwinkeln prägt, haben wir zur methodisch richtigen Umsetzung einen Praxisleitfaden erarbeitet“ sagt Dr. Thorsten Lasch, Geschäftsführer von Techniciency Consulting.
Jede Wissensseite beinhaltet eine Zusammenfassung des jeweiligen Themas als Überblickswissen. Darüber hinaus bietet sie eine Vielzahl von Bezügen zu vorhandenen Dokumenten, zu neu erstellten Dateien und Handlungsfolgen, zu Normen, zu konstruktiven Hinweisen, Datenblättern, Webseiten etc. Auf diese Weise konnte PTFE komplexe Inhalte erfassen, übersichtlich strukturieren, vernetzen und einfach verfügbar machen.
Konstruktionsleiterforum
Produktentwicklung neu denken
Der Schlüssel für den Erfolg eines Unternehmens liegt in Konstruktion und Entwicklung. Hier entstehen innovative Produkte, die die Wettbewerbsfähigkeit sichern. Doch kennen Sie die Herausforderungen der Produktentwicklung im 21. Jahrhundert?
Das Konstruktionsleiterforum will Konstruktions- und Entwicklungsleiter für Hürden sensibilisieren, sowie Tools und Methoden aufzeigen, um innovative Ideen strukturiert zu entwickeln und den Produktentstehungsprozess so schlank und effizient wie möglich zu gestalten.
Ausgangslage waren ein immenses personenbezogenes Fachwissen und Erfahrungen der Mitarbeiter. Erfahrungen beinhalteten auch das mögliche Ausloten von Grenzen der Machbarkeit – was geht, was geht nicht. Prozessuales Wissen zu Mischungsverhältnissen je nach Eigenschaften der Materialbestandteile, zu Maschinenbedienung gehörten ebenfalls dazu. Reine Informationen befanden sich auf verschiedenen Verzeichnissen, manchmal nur Notizen. Vieles war nur einzelnen Personen bewusst und zugänglich. „Wissen in einem lebenden System verfügbar zu haben, verbessert die Wettbewerbsposition unseres Unternehmens. Wir stellen darüber hinaus sicher, dass dieser Wissensschatz auch erhalten bleibt, wenn Schlüsselpersonen in einigen Jahren in Ihren verdienten Ruhestand gehen werden“, fasst PTFE-Geschäftsführer Andreas Madaus das Ziel des Projektes zusammen.
Eine Aufgabe der Personalentwicklung
Ähnliche Fragen treiben auch den HR-Experten Grieger um. Eines seiner wichtigsten Tools dabei ist das jährliche HR-Portfolio. Dabei erarbeitet er gemeinsam mit den Führungskräften für die einzelnen Mitarbeiter ein 9-Box-Modell. Diese Matrix zeigt übersichtlich die bisherige Leistung ebenso wie das Wachstumspotenzial des Mitarbeiters. So lassen sich schnell und gezielt Maßnahmen für die Personalentwicklung ableiten. Aber auch für die Nachfolge.
Grieger nutzt diese Gelegenheit, um den Führungskräften auch unbequeme Fragen zu stellen: Wo in der Abteilung liegen Bottlenecks? Ist das Wissen dokumentiert? Hast du einen Vertreter benannt? Die Antworten auf diese Fragen schaffen ein Bewusstsein für mögliche Probleme und stoßen entsprechende Prozesse in den Abteilungen an.
Die Frage „Wie bleibt Wissen in unserem Unternehmen?“ ist für Andreas Grieger auch ganz eng mit einer hervorragenden Ausbildung verknüpft. Denn diese findet bei Weidmüller nicht in einem entfernten Ausbildungszentrum statt, sondern direkt im Unternehmen. Und nach Erhalt des Gesellenbriefs geht es erst richtig los: „Sobald wir wissen, dass ein Mitarbeiter mit einer Schlüsselfunktion in den kommenden fünf Jahren in den Ruhestand gehen wird, nutzen wir die Gelegenheit, einen Nachfolger in der Ausbildung aufzubauen“, betont Grieger. Idealerweise könne der Azubi nach Abschluss seiner dreijährigen Ausbildung die nächsten zwei Jahre im Tandem mit dem angehenden Rentner arbeiten. „In dieser Zeit baut der junge Mitarbeiter extrem viel Wissen, aber auch Erfahrung auf“, ist Grieger überzeugt. Denn im Rahmen des Tandems nimmt der alte Hase eine Übergaberolle ein.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Das ist auch ein gewisses Investment, da man eine Stelle für eine gewisse Zeit mit zwei Mitarbeitern besetzt. Die Kollegen aus dem HR begleiten dabei die Kollegen in den Abteilungen beim Aufbau des Nachwuchses. Sie helfen beim Erarbeiten eines Einarbeitungsprozesses und eines strukturierten Übergabeplans und regen regelmäßige Feedbackgespräche an.
Eine Frage der Kultur
Wissen weiterzugeben ist häufig weniger eine Frage der Technik und vielmehr eine Frage der Unternehmenskultur. Dessen ist sich auch Weidmüller bewusst. Mit der „WE Lead“-Initiative stellen die Detmolder das Wir ins Zentrum: „Es soll das Bewusstsein für unsere Werte schärfen und die Art und Weise formen, wie wir die Dinge tun – miteinander und mit unseren Kunden und Partnern“, so Grieger. In Bezug auf den Wissenstransfer heißt das für den HR-Profi: „Wissen darf nicht Macht sein. Wissen zu teilen, ist einer unserer Werte.“
Wissen darf nicht Macht sein. Wissen zu teilen, ist einer unserer Werte.
Andreas Grieger, Executive Vice President Human Resources bei Weidmüller
Weidmüller versucht also eine Umwelt zu schaffen, in der Mitarbeiter gerne Wissen und Erfahrung teilen und weitergeben. Und junge Menschen dieses gerne an- und aufnehmen, da es ihnen eine Perspektive im Unternehmen eröffnet. „Dazu müssen wir unsere Werte mit unseren Azubis besprechen und diese darin bestärken“, nimmt sich Grieger in die Pflicht.
Auch nach der Rente aktiv
„Wir haben uns auch die Frage gestellt: Wie können wir den Ruheständler noch bei uns behalten?“, berichtet Grieger. Weidmüller hat immer wieder Schüler, Studenten oder Kunden und Mitarbeiter aus dem In- und Ausland in Detmold zu Besuch. Diese führen überwiegend Rentner durch die Produktion. Was den Besuchern einen ganz besonderen Einblick in die Welt von Weidmüller erlaubt. Schließlich haben die erfahrenen Profis zu jeder Maschine und jedem Prozess eine Geschichte auf Lager. Zudem haben alle ein spezielles Training für Werksführung gemacht, sodass die Gäste stets mit allen wichtigen Infos versorgt werden.
Eine weitere Gelegenheit sich auch im Ruhestand einzubringen, bietet die Weidmüller Welt im Herzen der Detmolder Fußgängerzone. In diesem Erlebnisraum machen ehemalige Weidmüller-Mitarbeiter die Leistungen und die Leidenschaft des Unternehmens für alle Bürger erlebbar. Eingebettet zwischen verschiedenen Ladengeschäften gibt es hier zwar nichts zu kaufen, aber viel Gelegenheit zum Entdecken: für Interessierte, Schulklassen, Gruppen oder Vereine, aber auch Menschen, die bei Weidmüller arbeiten oder sich für einen Arbeitsplatz bei dem Unternehmen interessieren.