Produktentwicklung Fünf Trends im Product Lifecycle Management

Quelle: Revalize 3 min Lesedauer

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Der Digitalisierungsexperte Revalize hat eine klare Botschaft: Auch wenn der Weg zur voll integrierten PLM-Strategie für viele Unternehmen noch steinig ist, führt an der ganzheitlichen Transformation kein Weg vorbei.

Produkte und Prozesse werden immer vernetzter und komplexer. Wer hier den Anschluss verpasst, verliert auch den Produktivitäts- und Wettbewerbsvorsprung. PLM schafft Abhilfe. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Produkte und Prozesse werden immer vernetzter und komplexer. Wer hier den Anschluss verpasst, verliert auch den Produktivitäts- und Wettbewerbsvorsprung. PLM schafft Abhilfe.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die Digitalisierung stellt Unternehmen vor immer neue Herausforderungen. Produkte werden komplexer, die Vernetzung über das Internet der Dinge nimmt stetig zu. Um hier Schritt zu halten, müssen Produktdaten und -informationen effizient gemanagt werden – und zwar über den gesamten Lebenszyklus von der Entwicklung bis zum Recycling. Dabei helfen integrierte PLM-Strategien. Doch der Weg dorthin ist oft noch steinig, wie ein Blick des Softwareunternehmens Revalize auf aktuelle Trends zeigt.

Status Quo: Diskrepanz zwischen Vision und Realität

Product Data Management (PDM) zur reinen Produktdatenverwaltung und Data Management Systeme (DMS) finden sich zwar längst in nahezu allen Unternehmen. Das komplette PLM-Konzept mit durchgängiger Abdeckung aller Phasen von Innovation, Design, Produktion, Service bis zur Entsorgung sei hingegen noch Zukunftsmusik.

Automotive als Vorreiter

Als Vorreiter bezeichnet Revalize vor allem die Automobilhersteller. Angetrieben durch die steigende Produktkomplexität und den Vernetzungsgrad der Fahrzeuge haben sie den Bedarf für integrierte PLM-Lösungen früh erkannt. Andere Branchen sollten jetzt zügig Anschluss finden, denn die Vorteile eines ganzheitlichen Produktmanagements liegen auf der Hand: effizientere Prozesse, Kostensenkung, gesteigerte Produktqualität und Kundenzufriedenheit.

Was der Einführung von PLM-Strategien im Weg steht

Zukunftsfähige Konzepte in der Smart Factory und in der digitalen Wertschöpfungskette.(Bild:  Revalize)
Zukunftsfähige Konzepte in der Smart Factory und in der digitalen Wertschöpfungskette.
(Bild: Revalize)

Bislang zögern viele Unternehmen noch mit der Einführung einer unternehmensweiten PLM-Strategie. Zu groß sind oft die Bedenken bezüglich Komplexität, Kosten und Aufwand. Hinzu kommen inhärente Risiken: Prozesse entwickeln sich häufig schneller als sich Systeme anpassen lassen. Bleibt die Pflege und Wartung auf der Strecke, erlahmt die Akzeptanz in der Belegschaft – dann drohen Fehlinvestitionen.

Fünf Trends prägen die PLM-Zukunft

  • 1. Digitaler Zwilling: Das nahtlose virtuelle Abbild eines Produkts verbindet Design, Simulation und realen Produktionsprozess. Allerdings gibt es aktuell noch keine einheitliche Definition und viele konkurrierende Lösungsansätze. Die Erwartungshaltung hinkt der Praxistauglichkeit hinterher.
  • 2. Cloud-PLM: Hier liegt das größte Marktpotenzial. Cloud-Lösungen schaffen Transparenz sowie unternehmens- und länderübergreifenden Datenzugriff. Die Herausforderung: Hohe Sicherheitsanforderungen deutscher Unternehmen, lokal gehostete IT und zögerliche Akzeptanz der Cloud behindern den Trend.
  • 3. KI und Machine Learning: Ob Data Analytics, Compliance Management, Anforderungsengineering oder Unterstützung bei Design und Programmierung: Künstliche Intelligenz verspricht durchgängige Prozessoptimierung und kann Menschen von Routineaufgaben entlasten. Bisher werden diese Optionen jedoch nur selten verfolgt, da ihnen oft die Frage der Datensicherheit gegenübersteht.
  • 4. 3D-Visualisierung und AR/VR: Zwar fokussiert sich die Forschung hier stark auf Anwendungsszenarien wie Qualitätskontrolle oder Nutzerakzeptanz. In den Unternehmen tun sich die Verantwortlichen aber noch schwer, den konkreten Nutzen der „Spielereien“ zu erkennen.
  • 5. Systemintegration: Die Verknüpfung von PLM-Lösungen mit Enterprise Resource Planning (ERP) und Manufacturing Execution Systemen (MES) birgt enormes Potenzial für die Effizienzsteigerung und Qualitätssicherung. Bislang setzen aber nur wenige Vorreiterunternehmen auf die horizontale Integration.

Erfolgsfaktoren für die PLM-Implementierung

Um die skizzierten Trends zu nutzen und den Weg zur durchgängigen Produktstrategie zu ebnen, sollten Unternehmen einige zentrale Punkte beachten: die Schaffung einer konsistenten, transparenten End-to-End-Durchgängigkeit über alle PLM-Phasen. Ein zentraler, übergreifender Daten-Backbone dient als Basis für sämtliche Prozessschritte. Und nicht zuletzt: Der Blick sollte in die Zukunft gehen, um bei der Digitalisierung nicht abgehängt zu werden.

Tipp: Konstruktionsleiter-Forum 2024 zeigt Lösungen für die Produktentwicklung der Zukunft

Konstruktions- und Entwicklungsleiter müssen mit interdisziplinären Teams neue Ideen strukturiert und domänenübergreifend entwickeln können und dabei gleichzeitig Kosten, Nachhaltigkeit sowie die Time-to-Market im Blick behalten.

Lösungsansätze, Methoden und Tools der modernen Produktentwicklung zeigt das Konstruktionsleiter-Forum am 17. Oktober 2024 in Würzburg. Die Veranstaltung will Konstruktions- und Entwicklungsleiter sensibilisieren für die Herausforderungen der Produktentwicklung im 21. Jahrhundert und ihnen praxisorientierte Lösungen und Konzepte an die Hand geben.

Auch PLM steht auf der Agenda: Dr. Martin Strietzel von Prostep wird in seinem Vortrag "Ready for AI: Welche Rolle die PLM-Architektur dabei spielt" die Bedeutung einer KI-Strategie herausarbeiten und deren Gestaltungselemente beschreiben. Die Prinzipien des Enterprise Architektur Managements werden eingeführt, um den Rahmen zu beschreiben, auf den diese Elemente wirken. Moderne PLM-Architekturen orientieren sich an konkreten Gestaltungskonzepten, wie sie sich für die Entwicklung von cyber-physischen Produkten als sinnvoll und notwendig herauskristallisiert haben. Diese Konzepte werden vorgestellt und auf ihre Bedeutung im KI-Kontext untersucht.

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