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Fluidtechnik

Fünf Neuheiten aus der Pneumatik

| Redakteur: Lilli Bähr

Wir stellen Ihnen fünf Neuheiten aus der Pneumatik vor: von pneumatischen Schnellspannern über Sicherheitsventile für fehlersichere Diagnosemöglichkeiten bis zum Outdoor-geeigneten Pneumatikzylinder.

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Pneumatische Schnellspanner erleichtern das Handling und erlauben auch voll automatisierte Prozesse. Ganter bietet dafür gleich mehrere flexible Lösungen: Kniehebel-Spanner, kompakte Kraftspanner sowie Schwenkspanner.
Pneumatische Schnellspanner erleichtern das Handling und erlauben auch voll automatisierte Prozesse. Ganter bietet dafür gleich mehrere flexible Lösungen: Kniehebel-Spanner, kompakte Kraftspanner sowie Schwenkspanner.
(Bild: Hansjoerg Hall)

1. Pneumatisch gut gespannt

Pneumatische Schnellspanner fixieren Werkstücke zur Bearbeitung, positionieren Vorrichtungen oder halten Formen zusammen. Damit erleichtern sie nicht nur das Handling, sondern erlauben auch voll automatisierte Prozesse. Ganter bietet dafür gleich mehrere flexible Lösungen.

Kniehebel-Spanner der Reihen GN 860 und GN 862: Nach dem Durchfahren eines Totpunktes beim Schließen bleibt die Haltekraft selbst bei Druckverlust am Zylinder erhalten. Sicherheit soll auch die verschleißarm ausgelegte Konstruktion sowie die Option bieten, über Magnetsensoren die Position des Spannelementes abzurufen. Die Spannkraft wird mittels Spannarm oder Schubstange zur Spannstelle hin übertragen. Ein hybrider Kniehebel-Spanner verbindet per Handhebel manuelles Schließen mit pneumatischem Öffnen – wichtig etwa bei Spannarbeiten, bei denen einzeln gespannt aber zeitgleich, schnell und automatisiert entspannt werden muss.

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Auch die kompakten Kraftspanner der Reihen ab GN 864 sind in der Spannstellung auf drucklose Selbsthaltung ausgelegt. Die Kinematik sorgt laut Hersteller dafür, dass die Zustellung schnell, die eigentliche Spannbewegung hingegen langsam abläuft. Die Bauarten unterscheiden sich durch verschiedene Spannbewegungen und sind jeweils in vier Baugrößen mit Haltekräften von bis zu 13.300 N verfügbar.

Gleich zwei Bewegungen führen die Schwenkspanner der Reihen GN 875 / GN 876 aus: Zunächst dreht sich der Spannarm um 90 ° aus seiner Ruheposition, um sich dann zum Werkstück im eigentlichen Spannhub linear abzusenken. Dank der Drehbewegung bleibt das Werkstück von oben her zugänglich, was die direkte Entnahme oder Bestückung erlaubt.

2. Neuer luftgekühlter Kompressor ermöglicht Wärmerückgewinnung

Gardner Denver Compair erweitert die ölfreie Ultima-Kompressorserie um neue luftgekühlte Modelle, die Wärmerückgewinnung für Prozesswärmeanwendungen ermöglichen.

Der luftgekühlte ölfreie Kompressor soll bis zu 98 % der während der Verdichtung erzeugten Wärme zurückgewinnen können. Das interne geschlossene Kühlsystem des Kompressors ermöglicht die Nutzung der bei der Verdichtung der Luft entstehenden Abwärme zur Erzeugung von Prozesswarmwasser mit nutzbaren Wassertemperaturen von bis zu 85 °C. Darüber hinaus bietet die Möglichkeit zur Hybrid-Kühlung dem Anwender zusätzliche Flexibilität. Betreiber können abhängig von der zum jeweiligen Zeitpunkt wirtschaftlichsten Kühlart zwischen Luftkühlung, Wasserkühlung oder einer Kombination aus beiden wählen. So kann zum Beispiel die Luftkühlung im Winter am kostengünstigsten sein, wenn die erwärmte Kühlluft zur Raumbeheizung im Werk genutzt werden kann. Hingegen kann in den Sommermonaten, in denen es keinen Raumheizbedarf gibt, der wassergekühlte Betrieb wirtschaftlicher sein.

3. Fehlersichere Diagnosemöglichkeiten mit neuen Sicherheitsventilen

Der Pneumatikhersteller Ross Europa stellt Sicherheitsventile vor, die eine kompakte Bauform, optimierten Funktionsumfang und fehlersichere Diagnosemöglichkeiten bieten: die Sicherheitsventile der Serien RSe, M35 sowie Cross-Check.

Die Ross-Safety-Palette umfasst einen Anschlussbereich von G 1/8 bis G 3. Alle Produkte bieten dem Hersteller zufolge hohe Lebensdauerkennwerte und erfüllen die Einsatzvoraussetzungen bis Kategorie 4, Performance Level e. Die erforderlichen Zertifizierungen liegen laut Unternehmen vor, bzw. sind eingeleitet. Hier eine kurze Übersicht der Produkte:

  • Die Zwillingsmagnetventile der Serie RSe stehen in 3/2- bzw. 5/2-Wegefunktion zur Verfügung. Sie sind für fehlersicheres Be- und Entlüften (3/2-Version) sowie sicheres Reversieren von Zylindern (5/2-Version) an pneumatisch gesteuerten Maschinen konzipiert.
  • Das M35 ist ein modulares Sicherheitsentlüftungsventil (Ablassventil) mit Soft-Start-Option. Konzipiert wurde es für externe Überwachung, für sicheres Abschalten und Entlüften sowie kontrollierten Druckaufbau bei Neustart. Seine wichtigsten Anwendungen sind pneumatische Steuerungsprozesse sowie Entlüftung/Ablassfunktion (gem. Kat. 4).
  • Das Cross-Check ist ein extern vorgesteuertes 4/3-Wege-Sicherheitsventil mit geschlossener Mittelstellung für sichere Zylindersteuerung und sicheres Halten von Lasten. Es ist für Anwendungen gemäß Kat. 4 PL e konzipiert, wobei das Stoppen und sichere Halten eines Zylinders erforderlich ist, damit Maschinenbediener gefahrlos Wartungsarbeiten durchführen können. Das Ventil bietet hohe Dichtigkeit aufgrund der schmutztoleranten Poppet-Baugruppe im Inneren.

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4. Betriebszustand auf einen Blick mit dem Jubiläumskompressor

Boge ist im vergangenen November 111 Jahre alt geworden. In seinem Jubiläumsjahr bietet der Druckluftspezialist den Kompressor S-111-4, eine spezielle Maschinenvariante aus der S-Baureihe. Der Jubiläumskompressor verrät Anwendern seinen Betriebszustand auf einen Blick, selbst von Weitem: Denn erstmals hat der Hersteller die herkömmliche Statusmeldung als gut sichtbare Lichtleiste in den Maschinenkörper integriert. Das LED-Band am oberen Rand des Kompressors weist so laut Unternehmen selbst in weiträumigen Produktionshallen zuverlässig auf mögliche Anomalien hin. Der IE4-Motor soll allein schon beim Antrieb für den derzeit maximal möglichen Wirkungsgrad sorgen. Zudem ist die spezifische Leistungsaufnahme bei der S-111-4-L verbessert. Er arbeitet bei einem Schallpegel von 67 dB(A). Mit einer Antriebsleistung von 110 kW liegt die Maschine im etwas höheren Leistungsbereich für den Einsatz in mittleren bis größeren Industrieanlagen. Direktantrieb, nur wenige verbaute Wartungsteile und eine mit 1500 min–1 niedrige Drehzahl sollen sie verschleiß- und wartungsarm machen.

5. Pneumatik-Lösung mit langer Standzeit für Achterbahnbremsen

Als integraler Bestandteil von schaltbaren Dauermagnetbremsen stehen Pneumatik-Zylinder oftmals unter hoher mechanischer Wechselbelastung. Durch das stetige Ein- und Ausfahren des Kolbens kann es bei handelsüblichen Varianten häufig zu Materialermüdungen an Bauteilen kommen, was die Funktionstüchtigkeit des Zylinders einschränkt. Um maximale Sicherheit für Fahrgeschäfte zu garantieren, suchte die Intrasys GmbH, Hersteller von Magnetbremsen in Achterbahnen, nach einem Partner für die Entwicklung eines robusten und maßgeschneiderten Zylinders, der der permanenten Belastung standhält. Das Münchner Unternehmen wurde schließlich bei der Konstandin GmbH fündig, die zu diesem Zweck einen doppeltwirkenden, Outdoor-geeigneten Pneumatikzylinder entwickelte. Dieser arbeitet mit einer beidseitigen Endlagendämpfung und soll durch das kontrollierte Abführen von Druckluft aus der Zylinderkammer etwaige Materialschäden verhindern, die durch einen Kolbeneinschlag entstehen können. Eine wichtige Rolle spielt zudem die robuste Ausführung von Kolbenstange und Dämpfdichtung: Diese ermöglicht laut Unternehmen eine hohe Schaltspielzahl und reduziert somit zeitintensive Wartungen und Reparaturen auf ein Minimum.

Der Pneumatik-Zylinder ist für einen maximalen Druck von 10 bar ausgelegt und – bezüglich Größe und Bauform – kundenspezifisch an die Einbausituation angepasst.

Mit dem Resultat der gemeinsamen Zusammenarbeit zeigte sich Intrasys sehr zufrieden. Aufgrund der Werkstoffauswahl und der Vielzahl an dämpfenden Vorrichtungen ist der Zylinder für eine lange Standzeit von zwei Mio. Lastwechseln ausgelegt, ehe eine Wartung erforderlich ist.

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