Verbindungstechnik Fünf Neuheiten aus der Fügetechnik

Von Juliana Pfeiffer 5 min Lesedauer

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Von einem hochtemperaturbeständige Strukturklebstoff für Elektromotoren, über ein Reparaturset für Kunststoff-Autoteile, bis zu Verbindungselemente für das E-Fahrzeug – die Neuheiten aus der Fügetechnik.

Lichtfixierung von Magneten in Elektromotoren per Hochtemperatur-Klebstoff.(Bild:  Delo)
Lichtfixierung von Magneten in Elektromotoren per Hochtemperatur-Klebstoff.
(Bild: Delo)

Mit Dualbond HT2990 hat Delo einen dualhärtenden Hochtemperatur-Klebstoff für Elektromotoren entwickelt. Der hochtemperaturbeständige Strukturklebstoff kann mit Licht fixiert werden. Dieser zusätzliche Aushärtungsschritt hilft den Herstellern von Elektromotoren, Montageprozesse zu beschleunigen und die Effizienz ihrer Produktion zu optimieren – die Lichtfixierung wird in 5 bis 10 Sekunden erreicht. Bei der Magnetverklebung ist Wärme zwar für die vollständige Aushärtung des Klebstoffs erforderlich, durch die nun mögliche Lichtfixierung entsteht aber eine bereits ausgehärtete äußere Schicht. Diese sorgt dafür, dass alles an seinem Platz bleibt und auch der Klebstoff nicht nach außen oder auf die Motorlaminierung läuft. Beim Stapeln von Magneten, das Wirbelstromverluste vermeidet, lässt sich die gewünschte Schichtdicke durch die zusätzliche Lichtfixierung erreichen, ohne dass die Magnete mit einer Vorrichtung im Ofen in der gewünschten Position gehalten werden müssen. Die Endaushärtung im Ofen dauert 30 Minuten bei 150 °C oder 60 Minuten bei 130 °C. Erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt bei der Fertigung ohnehin eine Wärmeeinwirkung, z. B. durch Warmschrumpfen, kann die bei Hochtemperatur-Klebstoffen bislang erforderliche separate Warmhärtung übersprungen werden. Mit Induktionshärtung besteht zudem eine zusätzliche Warmhärtungsalternative. Bei Raumtemperatur erreicht Dualbond HT2990 auf Stahl eine Druckscherfestigkeit von bis zu 70 MPa. Bisherige Standardprodukte im Hochleistungsbereich erzielen hier 45 MPa.

Schnelle und nachhaltige Reparatur von Autoteilen

(Bild:  Henkel)
(Bild: Henkel)

Das Teroson Plastic Repair-Sortiment von Henkel ermöglicht die schnelle und kosteneffiziente Reparatur von lackierbaren Kunststoff-Autoteilen. Mit drei Produktgruppen, die zusammen verwendet werden können, lassen sich sämtliche Kunststoffschäden wie Löcher, Kratzer und Risse reparieren und kleine Kunststoffteile wieder aufbauen. Bei kleineren Schäden ist Teroson SF 9225 ME das Mittel der Wahl: ein schnell aushärtender Zweikomponenten-Polyurethan-Reparaturklebstoff mit einer Topfzeit von zwei Minuten. Das Produkt eignet sich für lackierbare Innen- und Außenteile und insbesondere zur Reparatur von Beschädigungen an Stoßfängern, Schürzen und Spoilern. Teroson PU 9225 ist eine OEM spezifizierte Reparaturlösung. Das Produkt empfiehlt sich bei Beschädigungen, deren Umfang größer als 7 cm ist; eine klebfreie Aushärtung wird durch Infrarotlicht bei 60 °C oder Flexitherm Heizkissen erreicht. Die ultraschnelle Aushärtung ist ein zentraler Vorteil des dritten Produkts der Teroson Plastic Repair-Reihe. Teroson PU 9225 UF ME ist ein Zweikomponenten-Polyurethan-Klebstoff mit einer Topfzeit von bis zu einer Minute. Das Produkt wird typischerweise für den Wiederaufbau von Kunststoffteilen im Innen- und Außenbereich verwendet, wie z. B. gebrochene oder fehlende Ösen, und eignet sich auch hervorragend für Smart Repair.

Lötmodul reduziert Stillstandszeiten

(Bild:  Eutect)
(Bild: Eutect)

Die Kriwan Industrie-Elektronik GmbH setzt seit 2018 das Selektive Miniwellen-Lötmodul IW1 von Eutect ein. Bei dieser Anlage wird das Lotbad automatisch auf 400 °C aufgeheizt und im Betrieb auf 365 °C und damit auf eine für die kundenspezifische Anwendung extrem niedrige Prozesstemperatur abgesenkt. Bei dem Selektiven Miniwellen-Lötmodul von Eutect wird durch das Hochpumpen der Lotschmelze aus einem beheizten Lottank per Induktionspumpe eine fließende Lotwelle generiert. Dabei fokussieren produktspezifische, schnell wechselbare Lötmasken und Lötdüsen den Lotfluss auf die eigentliche Lötstelle. Die aufeinander abgestimmte Lötdüse und Lötmaske grenzen den Lotfluss ab und verhindern dadurch eine erhöhte Wärmebelastung und Vorschädigungen der Lötprozessumgebung. Dank einer produktspezifischen Gashaube lässt sich eine Stickstoffschutzgasatmosphäre strömungstechnisch sehr eng an den aufsteigenden Lotfluss anlegen. Dabei wird die Gasführung durch das Lötmodul geleitet. Da das Gas in der Lötdüse nach oben steigt, tritt vorgewärmter Stickstoff aus der Gashaube. Die heiße Stickstoffatmosphäre unterstützt während dem Lötprozess die selektive Flussmittelaktivierung und die Desoxidierung der zu benetzenden Oberflächen. Dadurch wird insbesondere bei höheren thermischen Massen der Lotdurchstieg in der direkten Prozessumgebung gefördert, ohne benachbarte Bauteile thermisch zu belasten. Zudem verringert der mäanderförmige Lotrückfluss die Schlackebildung.

Einfach gute Verbindungen

Regionale Fachmesse für Schraubverbindungen

SchraubTec verbindet Wissen und Experten der industriellen Verbindungstechnik. Ob in der Ausstellung oder in kostenlosen Fachvorträgen: In persönlicher Atmosphäre können Sie sich über Verbindungstechnik, Schraubverbindungen, Schraubtechnik, Schraubwerkzeugen sowie Einkauf, Beschaffung und Management von C-Teilen informieren. Der Besuch ist kostenlos.

Weitere Informationen zur SchraubTec

Hybrider Schweißkraft-Kalibriertransmitter mit IO-Link

(Bild:  Kistler)
(Bild: Kistler)

Mit dem neuen Schweißkraft-Kalibriertransmitter 9831D von Kistler lässt sich die Elektrodenkraft beim Widerstandspunktschweißen jetzt nicht nur analog ausgeben, sondern auch optional über die digitale IO-Link-Schnittstelle auslesen und konfigurieren. IO-Link sorgt für mehr Flexibilität, Interoperabilität und Benutzerfreundlichkeit bei der Prüfung und Kalibrierung von Roboterschweißzangen sowie der in ihnen integrierten Kraft- und Dehnungssensorik. Der Schweißkraft-Kalibriertransmitter ist vorkalibriert und sofort einsatzbereit mit einer Standardempfindlichkeit ab Werk von 1 mV/N. Dank höchster Messgenauigkeit und Wiederholbarkeit liefert er bei jedem Einsatz verlässliche und belastbare Messergebnisse. Der 9831D ist zudem mit einer integrierten Erkennung der Schweißspannung ausgestattet, so dass der Nutzer die Schweißdauer beim Widerstandpunktschweißen erfassen und bei Bedarf optimieren kann. Dank austauschbarer Einsätze kann das Gerät flexibel für verschiedene Elektrodenformen und durchmesser nach ISO 5821 verwendet werden.

Buchtipp

Mit dem “Handbuch der ultrahochfesten Schrauben” führt Automobilzulieferer Kamax Jahre der Entwicklungsarbeit an ultrahochfesten Schrauben mit bainitischem Gefüge zusammen. Das Besondere: Die innovative Schraubentechnologie eröffnet neue Chancen für den Leichtbau.

Mehr erfahren bei Vogel Fachbuch

Verbindungselemente für das E-Fahrzeug

(Bild:  Ejot)
(Bild: Ejot)

Produkte für die Elektromobilität erfüllen häufig andere Funktionen als „klassische“ Schrauben. Bei vielen Anwendungen kommen auch alternative Werkstoffe zum Einsatz. So werden hochpräzise Komponenten von Ejot für den Hoch-Volt-Bereich der E-Fahrzeuge in einem aufwändigen, mehrstufigen Kaltumformungs-Prozess aus Kupfer statt aus Stahl hergestellt. In Kombination mit einer weiteren Ejot Fertigungsspezialität, dem Kunststoff-Spritzguss, ist die Kaltmassiv-Umformung auch die Basis-Technologie für spezielle Metall-Kunststoff-Komponenten. Diese kommen beispielsweise als Polschrauben für die Hoch-Volt-Kontaktierung von Batteriemodulen oder als Distanzhalter zur elektrischen Entkopplung von Leiterplatten in einem On-Board Charger zum Einsatz. Rund um das Thema Batterie liegt der Fokus bei Ejot wieder im „Verbinden“. Dort, wo höchste Montagesicherheit und Leistungsfähigkeit gefragt sind, kann die bereits aus dem Karosserie-Rohbau bekannte, fließlochformende FDS Schraube ihre Vorteile voll ausspielen. Für diesen Anwendungsfall ausgestattet mit einer speziellen Dichtfunktion, sorgt sie für eine sichere Befestigung des Batteriegehäuses mit dem Deckel. Das ebenfalls aus dem Karosserie-Rohbau bekannte Ejoweld Reibelementschweißen kommt dann ins Spiel, wenn an den Batterierahmen noch Aluminium-Komponenten gefügt werden müssen. Und falls der Batteriekasten aus Kunststoff statt aus Metall gefertigt ist, ermöglichen EVO PT Schrauben eine prozesssichere Direktverschraubung des Deckels an den Batterierahmen. In der Konstruktion bieten sie darüber hinaus eine FEM-gestützte Bauteilanalyse und den digitalen Berechnungsservice EVO Calc.

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