Schweißen Fügen von dreibeinigen Stahlgiganten

Redakteur: Jan Vollmuth

Aus bis zu 100 mm dicken Stahlblechen produziert die WeserWind Offshore Construction ihre Rohre für Tripoden und Türme. Zusammen mit Oerlikon Schweißtechnik haben die Experten von WeserWind die ganzheitliche Lösung einer Produktionslinie entwickelt.

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Aus den angelieferten Stahlblechen entstehen per UP-(Unterpulver)-Schweißen die Blechtafeln für die Rohrproduktion.
Aus den angelieferten Stahlblechen entstehen per UP-(Unterpulver)-Schweißen die Blechtafeln für die Rohrproduktion.
(Bild: Oerlikon)

Die hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit und Flexibilität erfüllt sie beispielhaft. Im Mittelpunkt der Fertigung steht das Schweißen der Rohrnähte im Hochleistungs-Prozess des UP(Unter-Pulver)-Schweißens.

Aus dem speziellen Baustahl S355G8+M bestehen die überwiegend konisch geformten Fuß- und Kopfstreben sowie die Unter- und Mittelteile der Tripoden-Zentralrohre. Experten am Standort Bremerhaven von WeserWind schneiden die Konturen aus dem plan liegenden Blech mit Hilfe eines Brennschnittprogramms. Die Abmessungen der danach rund gewalzten Rohrschüsse betragen bis 6.000 mm Durchmesser und 3.000 mm Länge.

Eine automatisierte Produktionslinie zum Montieren der Tripodenrohre bewährt sich erfolgreich im Drei-Schicht-Betrieb. Die ganzheitliche Verantwortung vom Produktions- und Anlagenkonzept über dessen Planung, die Schweißverfahren einschließlich deren Prüfung und Zertifizierung, die Inbetriebnahme bis hin zur anschließenden Begleitung und dem Service haben die Entscheider in Bremerhaven an Oerlikon Schweißtechnik übertragen.

Fertigungsstättenleiter Matthias Debbrecht und Schweißfachingenieur Marc Grandtke von WeserWind bezeichnen die komplexe Lösung als gut gelungen. Maßgeblich dafür sind Synergien, die sich aus der erfolgreichen Zusammenarbeit von Auftraggeber und -nehmer ergeben. Auf der verfahrenstechnischen Ebene des Schweißens kommt die Stellung von oerlikon als Hersteller sowohl von UP-Schweißsystemen, Schweißdraht und -pulver sowie dem Knowhow der Muttergesellschaft Air Liquide als Gasehersteller zum Tragen.

Die automatisierte Produktionslinie gliedert sich in sechs Stationen. In der Schussmontage schweißt ein Mitarbeiter die gehefteten Schüsse in Längsrichtung von innen und außen. Die Ausricht- und Heftstation vereint zwei Schüsse zu einem Zwilling. Hier gelten Höchstanforderungen an die Maßgenauigkeit der gigantischen Rohrkomponenten. Zum Beispiel beträgt der zulässige Versatz in radialer Richtung des 6000-mm-Rohrdurchmessers nur 3 mm oder 0,05%. Dabei sind die zu fügenden Teile meist nicht zylindrisch, sondern konisch. Und statt Kreissymmetrie weisen sie die passenden Schnitte zur Montage mit den Anschlusselementen auf.

Entsprechend der Sicherheit als oberster Priorität ist ein umfangreiches Prüf- und Versuchsprogramm Pflicht. Alle Prüfergebnisse erfüllen das detaillierte Regelwerk des Germanischer Lloyd. (jv)

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