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Steht die Anlage schon halb fertig in der Halle und der Kunde kommt mit neuen Informationen, die größere Anpassungen notwendig machen, sollte der Maschinenbauer gleich ein Angebot für die Änderungen formulieren. Zusatzkosten und neues Lieferdatum müssen darin enthalten sein – der Kunde gibt mit seiner Unterschrift sein Einverständnis.
Modulare Montagetechnik geht mit der variablen Produktion von Varianten
Dieses Prozedere erspart sich – zumindest zum großen Teil – wer auf modulare Bauweise setzt. Das Beispiel der „Teamos“-Anlage von Teamtechnik zur Montage und Prüfung von Elektromotorkomponenten verdeutlicht den möglichen Werdegang eines modularen Systems: Auf dem System wurden ursprünglich drei Varianten produziert - ein Produkt aus dem Automotive-Bereich und zwei Produkte für die Industrietechnik.
Zu Beginn wurde ein Leitrechner installiert, der die Logistik für die drei Varianten koordinierte. Nachdem im Rahmen einer Produktüberarbeitung weitere Komponenten für Standardmotoren auf die Anlage genommen wurden, gelangte sie über eine mehrschichtige Nutzung in die Vollauslastung. Später änderte sich die Marktsituation und die geplanten Stückzahlen für das Automotive-Produkt gingen zurück.
Jetzt nahm der Kunde zur Auslastung zusätzliche Produkte aus der Industrietechnik auf die Anlage. Hierfür wurden im Leitrechner die Varianten angelegt und die notwendigen Wechselteile koordiniert. Zu einem späteren Zeitpunkt stiegen die Stückzahlen wieder und neue Aufträge aus dem Automobilsektor kamen hinzu. Daher wurde der Automatisierungsgrad erhöht, die Anlage entsprechend mit Grundbausteinen erweitert und in neuer Prozessfolge aufgebaut.
Heute werden auf ihr über 14 Grundtypen mit jeweils mindestens zehn Untervarianten produziert. „Die Flexibilität, auf veränderte Marktanforderungen mit Erweiterungen und geänderten Prozessfolgen reagieren zu können, war wirtschaftlich nur mit einem prozessmodularen System erreichbar“, urteilt Franz Plaßwich.
Nicht jede Montage- und Prüfaufgabe erfordert hohe Flexibilität
Er gesteht jedoch ein, dass nicht jede Montage- und Prüfaufgabe hohe Flexibilität benötigt. „Es wäre kontraproduktiv, ein modulares System für Anwendungen zu verbiegen, die wirtschaftlicher in konventioneller Bauweise gelöst werden können. Wir bieten deshalb auch weiterhin konventionelle Systeme an, um für jeden Einsatzfall die passende Lösung im Programm zu haben.“
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