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Ein weiterer Vorteil ist die kürzere Lieferzeit, die durch ein Zusammensetzen von vorhandenen Bausteinen möglich wird. Denn die einzelnen Module oder Prozesse können parallel realisiert und erst am Ende mit der Plattform verheiratet werden.
Flexibilität ist auch bei der Entwicklung der Montagelinie gefragt. Denn um die Zeit bis zur Markteinführung ihrer Produkte möglichst kurz zu halten, konzipieren viele Unternehmen schon während der Entwicklungsphase die dazu passende Produktions- und Montageanlage.
So stehen dem Anlagelieferanten während der Angebotslegung oft nur Planungsskizzen über das Produktionsumfeld einer Anlage oder über das Produkt zur Verfügung, die noch viele unsichere Variablen enthalten. Während der Projektrealisierung häufen sich dann Änderungswünsche. Zusätzliche Prozessschritte müssen eingebaut oder die Reihenfolge der Prozesse verändert werden.
Ein Baukastensystem ermöglicht Änderungen noch während der Entwicklungsphase
Das lässt sich mit einem Baukastensystem einfacher lösen als mit einer durchgängig verketteten Anlage – vor allem, wenn dazu ein flexibles Projektmanagement mit Möglichkeiten zum Simultaneous Engineering zur Verfügung steht.
Schließlich müssen einmal standardisierte Module nicht mehr für jeden Auftrag neu entwickelt werden. Erprobt und im kontinuierlichen Verbesserungsprozess befindlich steigert ihr Einsatz die Prozesssicherheit und dadurch die maximale Anlagenverfügbarkeit. Die geringeren Kosten für eine auf diese Weise zusammen gesetzte Anlage ergänzen den Reigen der Vorteile. Kein Wunder also, dass viele Maschinenbauer diese Art der Anlagenkonstruktion anstreben.
Manche Montageaufgaben erfordern besondere Lösungen
Gleichzeitig ist zu beobachten, dass gerade Montageaufgaben dem Konstrukteur sehr oft eine ganz besondere Lösung abverlangen, für die er in völlig neuen Dimensionen denken muss. „Viele unserer Mitgliedsfirmen verstehen sich deshalb immer noch bewusst als Sondermaschinenbauer und haben die Losgröße 1 für ihre Anlagen als unvermeidlich akzeptiert“, berichtet Daniela Dietz, im VDMA-Fachverband Robotik+Automation für die Montage- und Handhabungstechnik zuständig.
Während Standardmodule so manchen Sonderwunsch ausschließen, kann sich der Anwender bei einem solchen Sondermaschinenbauer richtig gehend austoben. Hier ist es wichtig, dass mit den Nachforderungen von beiden Seiten fair umgegangen wird. Der Maschinenlieferant hat zum Beispiel die Möglichkeit, im Vertrag einen klar definierten Spielraum vorzugeben, innerhalb dessen Änderungswünsche im Anlagenpreis enthalten sind.
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