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3D-CAD-Software Feuerwehrfahrzeughersteller Gimaex-Schmitz steigt auf 3D-CAD-Software SolidWorks und DBWorks um

| Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Auch bei Feuerwehrfahrzeugen gibt es mehr oder weniger große Serienproduktionen, viele der Fahrzeuge sind jedoch absolute Spezialgeräte, die auf die Anforderungen einer bestimmten Feuerwehr abgestimmt sind. Vor allem Spezialfahrzeuge, die bei umweltgefährdenden Unfällen eingesetzt werden oder die Speziallöschmittel produzieren, benötigen viel Know-how bei der Konstruktion und der Produktion. Gimaex-Schmitz ist einer der kleinen, aber feinen Anbieter von Spezialfahrzeugen. SolidLine 3D-CAD-Software-Anbieter begleitete den Umstieg des Unternehmens auf eine 3D-Entwicklungsumgebung und eine neue PDM-Lösung.

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Abb.1: Feuerwehrfahrzeuge für verschiedene Einsatzgebiete. Bilder: Gimaex-Schmitz
Abb.1: Feuerwehrfahrzeuge für verschiedene Einsatzgebiete. Bilder: Gimaex-Schmitz
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Unternehmen entstand in den 1930er Jahren, als Hermann Schmitz in der Umgegend von Siegen begann, Feuerlöscher zu verkaufen. Sein Sohn Wolfgang Schmitz erweiterte das Portfolio des Unternehmens, dabei wurden in den 1970er Jahren die ersten Umweltschutz-fahrzeuge entwickelt, die beispielsweise bei Unfällen mit Gefahrguttransporten, bei Ölaustritt oder bei ABC-Unfällen zum Einsatz kommen.

Gefragten Nischenanbieter für Spezialfahrzeuge

Schmitz war der erste Hersteller von Gefahrgutgerätewagen in Deutschland und entwickelte sich aus diesem Beginn zu einem gefragten Nischenanbieter für Spezialfahrzeuge, darunter auch Flughafenfeuerwehrfahrzeuge. Im Jahr 2004 fusionierte Schmitz mit dem französischen Feuerwehrfahrzeughersteller Gimaex, der vor allem Serienfahrzeuge baut. Gimaex-Schmitz ist sehr exportlastig, die Fahrzeuge gehen bis nach China und Afrika.

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In letzter Zeit ist zu den Fahrzeugen als neuer Bereich die stationäre Löschtechnik gekommen, wozu unter anderem Tunnellöschanlagen zählen. An den beiden deutschen Standorten in Wilnsdorf bei Siegen und Luckenwalde bei Berlin arbeiten insgesamt etwa 120 Personen. Verkaufsniederlassungen werden in Peking, Rotterdam und Istanbul unterhalten.

Problem: Neue Software für die Konstruktion gesucht

Die Fusion mit Gimaex war auch der Anlass, über die vorhandene CAD-Ausstattung nachzudenken. Schon seit 1986 setzte Schmitz AutoCAD ein, allerdings zunächst nur in kleinem Rahmen mit einem freiberuflichen CAD-Anwender. Mit der Wiedervereinigung und der folgenden Gründung des Standortes Luckenwalde wurde die CAD-Ausstattung ausgebaut auf drei Arbeitsplätze in Wilnsdorf und zwei in Luckenwalde. Die räumliche Trennung machte die Einführung eines PDM-Systems zur Datenverwaltung unumgänglich und so wurde in den Jahren nach 1993 Compass eingeführt.

1996 kam der langsame Umstieg auf 3D-Modellierung mit Mechanical Desktop und später Inventor, was jedoch große Probleme mit sich brachte. Die Einbauten der Schmitz-Feuerwehrfahrzeuge sind aus einem speziellen Aluprofil aufgebaut, das mit Hilfe von Schraub - Verbindern zusammengesetzt wird. Diese Verbinder existieren in verschiedenen Ausführungen, die unterschiedliche Verbindungen ermöglichen. Die Vielzahl dieser Verbinder brachte Inventor an seine Leistungsgrenze, so dass die 3D-Modelle schnell nicht mehr zu handhaben waren. Dem sollte mit einer selbstprogrammierten Applikation entgegengewirkt werden, was jedoch nach kurzer Zeit als nicht zielführend erkannt wurde.

Lösung: Clevere Lösung von SolidLine

So wurde nach Synergieeffekten gesucht und das bei Gimaex im Einsatz befindliche SolidWorks untersucht. Schnell zeigte sich, dass dieses System mit den Verbindern keine Probleme hatte. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, dieses 3D-Softwaretool auch bei Schmitz einzuführen.

Als Partner für die Umstellung wählte man SolidLine. Das Systemhaus schulte die Mitarbeiter auf SolidWorks und stellte den Kontakt zu einem Spezialisten her, der die Anbindung von SolidWorks an Compass implementieren sollte „Wir wollten ursprünglich Compass behalten“, erinnert sich IT-Administrator Michael Eisel, „um im gemischten Betrieb mit AutoCAD weiterfahren zu können. Wir haben Zeichnungen bis zurück ins Jahr 1988, die tatsächlich noch benötigt werden und hofften, dass diese Altzeichnungen über Compass zugänglich bleiben würden.“

Entscheidung für das PDM-System DBWorks

Die Kopplung von Compass und SolidWorks kam jedoch nie richtig ins Laufen und begann, nicht nachvollziehbare Fehler zu produzieren, so dass schnelles Handeln gefragt war, bevor die Datenbank völlig unbrauchbar wurde. So entschieden sich die Verantwortlichen bei Gimaex-Schmitz, das von SolidLine angebotene PDM-System DBWorks einzuführen. So begann die Arbeit mit einer detaillierten Bestandsaufnahme und einer Analyse der Bedürfnisse bei Gimaex-Schmitz.

Für die Konvertierung der Compass-Datenbank auf DBWorks fand SolidLine eine clevere Lösung: Es fand keine statt. DBWorks arbeitet auf derselben SQL-Datenbank weiter, die vorher von Compass verwaltet wurde. Es waren dafür natürlich etliche Anpassungen notwendig, vor allem, um im neuen PDM-Tool die Logik der Dateiablage von Compass abzubilden. Schließlich aber konnte gewährleistet werden, dass DBWorks alle Altdokumente auffindet.

Zufriedene Mienen beim Anwender

Konstrukteurin Elisabeth Müller sagt: „Wir konnten mit der Standalone-Version von DBWorks nun auch den Arbeitsplätzen, die kein CAD-System haben, beispielsweise in der Arbeitsvorbereitung, Zugriff auf unsere Konstruktionsdaten geben. Das war mit der Compass Easy-Version, die wir hatten, nicht möglich. Die Schulungen dazu haben wir selbst organisiert und ein Handbuch verfasst.“

Die Konstrukteurin ist mit der SolidLine-Zusammenarbeit sehr zufrieden: „Schon zu Beginn war die Zusammenarbeit besser, da sich die SolidLine-Consultants ein genaues Bild unserer Anforderungen machten. Beim alten System stellten wir nach Jahren fest, dass wir aufgrund einer falschen Schulung unsere Modelle zu umständlich aufbauten, was einen Teil unserer Probleme im Nachhinein erklärte. Die SolidLine-Mitarbeiter dagegen wussten genau, was wir brauchen, und setzten unsere Wünsche auch um. Dies geht so weit, dass wir neue Features bestellen und das entsprechende Script per WebEx-Onlinekommunikation installiert bekommen.

Ein interessantes Feature ist zum Beispiel, dass man in DBWorks pro Verzeichnis Regeln definieren kann. So kann man alle Normteile in einem Ordner sammeln und definieren, dass diese Teile in Zeichnungen nicht geschnitten und beim Erstellen einer neuen Baugruppe durch Kopieren und Ändern einer bestehenden Baugruppe nicht kopiert, sondern referenziert werden.“

3D-CAD-Software mit Vorteilen in der Anwendung

Bei dieser Art, eine Konstruktion zu beginnen, findet Müller auch den größten Zeitvorteil der Arbeit mit SolidWorks gegenüber den alten Systemen: „Unsere Aufbauten bestehen aus einem Aluprofil, das mit Blechen beplankt wird. Diese Gerippe sind immer wieder ähnlich, so dass man tatsächlich ein ähnliches, bestehendes Gerippe kopieren kann und dies als Basis der neuen Konstruktion nutzt.

In Inventor musste ich dazu jedes einzelne Element des Gerippes einzeln kopieren, während ich in SolidWorks einfach die komplette Schweißbaugruppe per Knopfdruck kopiere – früher dauerte allein diese Arbeit oft einen ganzen Tag. Ich finde SolidWorks für unsere Anforderungen – wir haben durch unsere Spezialfahrzeuge, die jedes Mal etwas anders aussehen, eben viele Änderungen und Anpassungen, weniger völlig neue Konstruktionen – ganz hervorragend.“

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