Verbundwerkstoffe Faserverbundwerkstoffe für die Automobil-Großserie
Gemeinsam mit dem Spritzgussmaschinenbauer Engel Austria haben die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie ICT erstmals eine Technologie zur Produktreife gebracht, die eine Serienfertigung von endlosfaserverstärkten thermoplastischen Verbundstrukturen im Spritzgussverfahren erlaubt.
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Bisher war es lediglich möglich, Faserverbundwerkstoffe aus Kurzfasern oder Langfasern zu spritzgießen. Aufbauend auf den eigenen Forschungsergebnissen haben die Forscher des ICT zusammen mit Engel eine Prototypenanlage für das Spritzgießen von endlosfaserverstärkten Verbundstrukturen mit einer thermoplastischen Matrix entworfen. Die Engel e-victory 120 kann alle notwendigen Arbeitsschritte innerhalb einer Anlage erledigen. Im Unterschied zu bisherigen Spritzgussverfahren für Faserverbundwerkstoffe, bei denen sich lediglich Kurzfasern verarbeiten ließen, kann man in die e-victory direkt endlosfaserverstärkte Verbundstrukturen einlegen und mit einer sehr niedrigviskosen Kunststoffmatrix infiltrieren. Die reaktiven Komponenten werden aufbereitet und vermischt und der Werkstoff in das Formwerkzeug injiziert. Dort findet auch die Polymerisation (in-situ) nach der Infiltration der textilen Verstärkungsstrukturen statt. Der Prozess, der vorher auf mehrere Anlagen verteilt war, ist jetzt auf einer möglich. Ihre erste Feuertaufe hat die e-victory bereits bestanden: Für den Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen fertigte Engel exemplarisch einen Bremspedal-Einleger aus glasfaserverstärktem Polyamid. (qui)
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