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Jede Halle – und damit jeder Auftrag – ist anders
Eines der Haupteinsatzgebiete der von Voith entwickelten Sonderkrananlage sind Hallenkräne für die Stahlindustrie. Bei Anfragen von Interessenten dienen Hallenmaße, Maschinenlayout, also die Anorderung der Produktionsmaschinen in der Halle sowie die Lagerposition, als Grundlage für die Auswahl einer „möglichst ähnlichen“ Krananlage.
Im Verkaufsprozess werden bestehende 3D-Modelle zu Demonstrationszwecken genutzt, Übersichtszeichnungen für Angebote werden ebenfalls aus vereinfachten Krandarstellungen älterer Projekte abgeleitet.
Wird der Auftrag erteilt, dient das abgeschlossene Projekt als Startschuss für die Neukunden-Entwicklung. Die Projekte werden dabei in die Teilprojekte Kranbrücke, Gehänge für die Lastaufnahme und Laufkatze, dem beweglichen Teil zur Veränderung der Lage des Hubseils, zerlegt, an denen verschiedene Mitarbeiter unabhängig voneinander arbeiten.
Bestehende Bauteile einfach überarbeiten: das große Plus der expliziten Modellierung
Dass man Bauteile und Baugruppen bearbeiten kann, ohne die Denkweise des Mitarbeiters, der diese ursprünglich entwickelt hat, zu kennen, sieht Gerhard Hörtenhuber als großen Vorteil der expliziten Modellierung. Das erleichtert die Projektplanung, da jeder Konstrukteur die Arbeit eines Kollegen ohne Einarbeitungszeit ein neues Projekt einfach übernehmen kann.
Bei manchen Aufträgen kann sehr viel von den Ursprungsmodellen übernommen werden, bei anderen passt nur der äußere Rahmen, so dass komplett überarbeitet werden muss. Dementsprechend liegt die Konstruktionsdauer bei Voith zwischen 40 und 1.500 Stunden.
„Man nimmt die bestehende Konstruktion und kann sie schnell und radikal überarbeiten. Flächen werden verschoben oder gedehnt, Dimensionen werden angepasst bis hin zu Ausschneiden, Kopieren und Einfügen von Geometrie-Elementen. Das neue Modell steht damit in keinerlei Beziehung mehr zur ursprünglichen Anlage“, sagt Gerhard Hörtenhuber.
Zu den Bauteilen, die typischerweise einer Änderung unterworfen sind, gehört – aufgrund anderer Statik-Anforderungen – der Fahrwerksträger inkl. Brückenträger. Derartige Änderungen sind nicht vorab planbar, sie werden durch die individuellen Kundenvorgaben bestimmt. Verbesserungsmöglichkeiten können direkt ausprobiert – und auch wieder verworfen – werden.
Aber auch Änderungsvorschläge „in letzter Minute“ können jederzeit berücksichtigt werden. Da bei zeitkritischen Projekten die Fertigung bereits vor Konstruktionsende gestartet wird, kommt es bei Voith immer wieder zu nachträglichen Änderungen aufgrund von Optimierungsvorschlägen aus der Fertigung. Der explizite Modellierungsansatz erlaubt derartige Änderungen auch sehr spät im Entwicklungszyklus – eine Flexibilität, die man bei Voith zu schätzen gelernt hat. (Weiterlesen auf der nächsten Seite)
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