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Arbeiten mit 3D-Daten aus der Konstruktion
Gespeist wird das VR-System, das mit passiver Stereoskopie arbeitet, aus den 3D-Daten, die bereits mit CATIA, DELMIA generiert und mit ENOVIA konfiguriert und verwaltet werden, und welches die Ingenieure tagtäglich nutzen. „Da ein erheblicher Teil unserer Konstruktionen bereits in 3D verfügbar ist, konnten wir das Virtual Reality Studio mit geringem methodischen Aufwand einrichten“, so Manuel Birkner, Information Management - Eurocopter Group, der das Projekt leitete. „Eine Konvertierung oder eine zusätzliche Aufbereitung der Daten ist dazu nicht erforderlich.“
Eindeutig verbesserte Arbeitsergebnisse
Kleiner Aufwand, großer Vorteil: Die Entwickler verfügen nun über einen Meeting-Raum, der abteilungsübergreifend genutzt wird. Hier kommen Mitarbeiter aus den Bereichen Design, Engineering und Manufacturing zusammen, um gemeinsam in das real erlebbare 3D-Modell einzutauchen und mit dessen Hilfe Reviews durchzuführen; etwa um zu überprüfen, ob ein Teil, das von einem der über 1.700 Zulieferer hergestellt wurde, sich in die bestehende Struktur einfügt.
„Diese neue Art der Zusammenarbeit und der Darstellung führt dazu, dass sich die Arbeitsergebnisse eindeutig verbessert haben. Wir können bereits in einem frühen Stadium erkennen, ob eine Konstruktion so reagiert wie es die Entwicklung es vorgesehen hat“, so Rainer Grodau. „Außerdem erhält jeder ein adäquates Verständnis über das Design-Intent und die Auswirkungen auf „externe“ Kriterien wie die der Fertigung, des Betriebs oder der Wartung.“
Das Front Loading wirkt sich freilich auch auf die Kosten aus: „Wenn ein Fehler, der in der Fertigung entdeckt wird, durchschnittlich 100 Euro kostet, kann derselbe Fehler nur einen Euro kosten, wenn er bereits während der Designphase aufgespürt wird“, ergänzt Manuel Birkner.
Zufriedene Mienen bei den Anwendern
Dass das Virtual Reality Studio bei den Mitarbeitern sehr gut ankommt, liegt nach seiner Ansicht neben den offensichtlichen Vorteilen für den gesamten Designprozess auch an der Tatsache, dass die Technik leicht zu bedienen sei. Nach einer kurzen Einweisung ist jeder in der Lage, die notwendigen 3D-Modelle aus dem PDM-System zu laden und die stereoskopische Darstellung zu aktivieren. Und wer gemeinsam mit seinen Kollegen eine VR-Session für ein Design Review benötigt, kann den Raum einfach via Gruppenkalender über Outlook buchen.
Im VR Studio loggen sich die Mitarbeiter mit ihrem Windows-Passwort in den PC ein und starten die PLM-Systeme. Im Anschluss an eine solche Sitzung klickt der Projektleiter auf „Save“, und die Änderungen, die gemeinsam durchgeführt wurden, sind im PLM-System gespeichert. Zurück am Arbeitsplatz können die Beteiligen mit diesen Änderungen sofort weiterarbeiten. Und dies demnächst auch im internationalen Maßstab.
Eurocopter plant, die VR Studios in Marignane und Donauwörth mit einander zu verbinden, um die internationale Zusammenarbeit an den Hauptstandorten von Frankreich und Deutschland zu erleichtern: Die Konzernsprache bei Eurocopter ist zwar Englisch – aber eine gemeinsam erlebbare Szenerie sagt eben mehr als tausend Worte. (hö)
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