Windenergie Erstmals "Innovationstag Windenergie3" veranstaltet

Redakteur: Stefanie Michel

Das Fachportal www.windkraftkonstruktion.de der konstruktionspraxis veranstaltete erstmals den "Innovationstag Windenergie3". Zum Auftakt erschienen über 200 Teilnehmer in Würzburg.

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Am Beispiel von Schuler und deren Einstieg in die Windenergie zeigt Gert Horn, wie Unternehmen neue Märkte erschließen. (Bild: Vogel Business Media)
Am Beispiel von Schuler und deren Einstieg in die Windenergie zeigt Gert Horn, wie Unternehmen neue Märkte erschließen. (Bild: Vogel Business Media)

Die Windenergiebranche boomt, doch die südlichen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen gehören eher zu den Schlußlichtern was die Nutzung der Windkraft betrifft. Allerdings sitzen hier im Süden beispielsweise viele namhafte Maschinenbauunternehmen, die wichtige Zulieferer für die Anlagenhersteller aus dem Norden sind. Genau hier setzte die Veranstaltung an und präsentierte zum einen Lösungen aus den drei Bundesländern, zum anderen stärkte sie das Netzwerk zwischen Zulieferern und Anlagenherstellern.

Schuler stellt eigenes Konzept für einen Antriebsstrang vor

Zum ersten Innovationstag Windenergie3 konnten die Veranstalter windkraftkonstruktion.de, Lorenz Kommunikation und Energie & Management etwa 200 Teilnehmer und über 30 Aussteller im Vogel Convention Center in Würzburg begrüßen. Ins Thema stimmte sie Gerd Krieger, Stellvertretender Geschäftsführer des VDMA Power Systems, ein. Er prognostiziert, dass innerhalb der EU die Stromproduktion im Jahr 2030 zur Hälfte aus erneuerbaren Energien bestehen wird - davon zur Hälfte aus Windkraft. In der Branche steckt also jede Menge Potential. Das erkannte auch Schuler, eigentlich ein Unternehmen aus der Automobilbanche, das nun auf dem Markt für Windkraftanlagen in Erscheinung tritt. Gerd Horn, Leiter Windenergie, stellte dazu das eigenen Antriebsstrangkonzept mit permanenterregtem Synchrongenerator vor: den getriebelosen Schuler Direct Drive SDD 100.

Neue technische Lösungen stellte auch Hans-Gerd Buller von Bosch Rexroth vor. Für Multi-Megawatt-Windenergieanlagen entwickelte das Unternehmen ein Getriebe in Differentialbauweise mit hoher Leistungsdichte. Durch die neue Bauweise ist es schlanker und spart bis zu 15 Prozent Gewicht gegenüber der konventionellen Bauweise.

Wie Kommunen von der Nutzung der Windenergie profitieren

Der Innovationstag präsentierte jedoch nicht nur Technologie-Themen, sondern zeigte auch, wie Kommunen von der Nutzung der Windenergie profitieren. Wie Georg von Aretin von ABO Wind in seinem Vortrag erläuterte, können sie beispielsweise über Pachteinnahmen und Gewerbesteuer das Potential erneuerbarer Energien nutzen. Michael Luke vom Allgäuer Überlandwerk stellte die Vorteile dezentralen Energieversorgung von Kommunen in den Mittelpunkt. Er zeigte, dass sich mit bestehenden und den wirtschaftlich zubaubaren nachhaltigen Energiequellen - darunter auch Neubau und Repowering von Windkraftanlagen - das Allgäu selbst mit Energie versorgen kann.

Kontroverser diskutierten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion zum Thema Systemsimulation und Digital Engineering. Mit Dr. Jöckel von wind-direct, Prof. Dr. Jacobs von der RWTH Aachen sowie Karl-Heinz Kamlage von Dassault Systèmes zeigten auf, welche Probleme bei der Simulation von Windkraftanlagen und deren Komponenten auftreten. Will man möglichst nah die Realität abbilden, stoßen Software, Rechenzeit und Speichermedien schnell an ihre Grenzen. Die Referenten versuchten zu klären, wie nah die Realität virtuell abgebildet werden muss, um trotzdem verlässliche Daten zu liefern.

Abgerundet wurde der Innovationstag durch Beiträge zur Netzintegration und zum Supply Chain Management. (mi)

* Stefanie Michel, Redaktion konstruktionspraxis

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