ZVEI-Jahresauftakt Elektro- und Digitalindustrie blickt optimistisch ins Jahr 2023

Quelle: ZVEI

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Neben einigen verhaltenen Prognosen für das noch junge Jahr 2023 gibt es auch positive Aussichten. Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie rechnet mit einer schwarzen Null bei der realen Produktion. Der ZVEI-Präsident sieht die Globalisierung jedoch am Scheitelpunkt.

Trotz aller Schwierigkeiten blicke die Elektro- und Digitalindustrie auf ein erfolgreiches Jahr zurück und auch die Aussichten für das laufende Jahr seien positiv, konstatiert der ZVEI zum Jahresauftakt.
Trotz aller Schwierigkeiten blicke die Elektro- und Digitalindustrie auf ein erfolgreiches Jahr zurück und auch die Aussichten für das laufende Jahr seien positiv, konstatiert der ZVEI zum Jahresauftakt.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Optimistische Stimmung verbreitet der Verband der Elektro- und Digitalindustrie zum Start ins neue Jahr. Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz des ZVEI lässt zwar auch Verbandspräsident Dr. Gunther Kegel die Probleme der vergangenen Monate nicht unerwähnt, verweist gleichzeitig aber auch auf „ein starkes Jahr für die deutsche Elektro- und Digitalindustrie“. So habe die preisbereinigte Produktion der Branche trotz der verschiedenen Krisen zwischen Januar und November 2022 um 3,7 Prozent zugelegt.

Wachstum in mehreren Bereichen

Die nominalen Erlöse seien im zurückliegenden Jahr um zwölf Prozent gestiegen. Damit hätten sie ein Rekordhoch von 224 Milliarden Euro erreicht. Über die größten Umsatzsteigerungen konnten sich laut des Verbands die Hersteller elektronischer Bauelemente (+ 21 Prozent) freuen. Hierauf folgen Informations- und Kommunikationstechnik, Batterien, Energietechnik (alle + 14 Prozent) und Automation (+ 12 Prozent). Auch bei den Beschäftigten zeige die Kurve nach oben. Deren Zahl lag zuletzt bei knapp 895.000, ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Die Globalisierung scheint an einem Scheitelpunkt zu stehen.

Dr. Gunther Kegel, ZVEI-Präsident

Ebenfalls rekordverdächtig sei der Export gewesen. Die deutschen Elektroausfuhren hatten im Jahr 2022 einen Wert von 246 Milliarden Euro, Re-Exporte eingerechnet. Das ergibt ein Plus von neun Prozent. Wichtigster Handelspartner war die Europäische Union, die Elektrolieferungen in Höhe von 126 Milliarden Euro abnahm. Für Kegel unterstreicht das die Bedeutung des EU-Binnenmarkts. Dieser müsse aber unternehmerisch und regulatorisch weiterentwickelt werden, um der protektionistischen Wirtschaftspolitik Chinas und der USA etwas entgegenzusetzen. Ein verstärkter Fokus auf bilaterale Handels- und Rohstoffabkommen sei für die europäische Ökonomie wichtig. „Die Globalisierung scheint an einem Scheitelpunkt zu stehen“, so der ZVEI-Präsident. Dennoch geht der Verband für das Jahr 2023 davon aus, dass die deutsche Elektro- und Digitalindustrie eine schwarze Null erreichen könne.

Re-Fokussierung auf Energiewende

Musste sich die Regierung im zurückliegenden Jahr vor allem mit den Themen Energiesicherheit und Bezahlbarkeit befassen, sollte in diesem Jahr die Arbeit an der Energiewende wieder mehr Priorität bekommen, ergänzt Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung. Hierzu müsse zum einen der Ausbau der Netzinfrastruktur sowie deren Digitalisierung und zum anderen die Weiterentwicklung des Strommarktdesigns forciert werden.

Für eine erfolgreiche Energiewende brauche es eine Steigerung der Erzeugungskapazitäten bei den erneuerbaren Energien um das mindestens 4,5-Fache. Doch „darauf sind unsere Stromnetze derzeit nicht ausgelegt. Sie sind nicht energiewendefähig“, räumt Weber ein. Er fordert, das künftige Stromnetz müsse zu einem Klimaneutralitätsnetz umgebaut werden. Um hier einen effektiven Hebel zu haben, müsse das Stromnetz nicht nur physisch ausgebaut, sondern auch intelligent werden. Eine Maßnahme sei es, mehr Tempo beim flächendeckenden Rollout intelligenter Messsysteme zu machen. Eine konsequente Elektrifizierung und Digitalisierung könne den Primärenergieverbrauch um bis zu 65 Prozent senken. Auch die Initiative Manufacturing-X und den EU Chips Act sieht Weber hier als vielversprechende Möglichkeit, wie die industrielle Digitalisierung die Energiewende unterstützen könne. Die Industrie stünde bereit, nun müsse die Politik ihre Versprechen halten.

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