Hybridantrieb Elektrisches Lotsenboot: Umweltfreundlich und sicher

Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Ein Hybridantrieb von Siemens steckt in einem der modernsten Lotsenboote der Welt. Herzstück ist eine elektrisch angetriebene Maschine, die als Motor und als Generator arbeiten kann. Derzeit wird das Schiff an der Elbe erprobt.

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Die zwei seitlichen Ausleger der Explorer sorgen für Stabilität bei Seegang und machen das Schiff leichter und wendiger.
Die zwei seitlichen Ausleger der Explorer sorgen für Stabilität bei Seegang und machen das Schiff leichter und wendiger.
(Bild: Siemens)

Die Explorer ist eine Weiterentwicklung der sogenannten Swath (Small Waterplane Area Twin Hull)-Schiffe. Das sind Schiffe, die auf zwei unter der Wasseroberfläche gelegenen, torpedoförmigen Auftriebskörpern fahren. Bei der Explorer sind die beiden seitlichen Auftriebskörper durch eine Röhre in der Mitte ersetzt. Für Stabilität sorgen die zwei seitlichen Ausleger. Mit der neuen Technik wird das Schiff leichter und wendiger. Die Stabilität ist wichtig, denn Lotsenboot und Schiff müssen für die Zeit des Umsteigens bei Fahrt stabil nebeneinander die Position halten. In der Elbe zum Beispiel sind die großen Containerschiffe mit mindestens 8 kn unterwegs.

Die zwei seitlichen Ausleger der Explorer sorgen für Stabilität bei Seegang und machen das Schiff leichter und wendiger.
Die zwei seitlichen Ausleger der Explorer sorgen für Stabilität bei Seegang und machen das Schiff leichter und wendiger.
(Bild: Siemens)
Der Eco-Prop-Hybridantrieb der Explorer basiert auf dem ursprünglich für Busse entwickelten Antriebssystem Elfa von Siemens. Herzstück ist eine elektrisch angetriebene Maschine, die als Motor und als Generator arbeiten kann. Fährt das Schiff mit Dieselmotor, treibt dieser auch den Generator an. Im Elektrobetrieb treibt der Elektromotor den Propeller an. Das Schiff erreicht in diesem Modus ein Drittel der möglichen Höchstgeschwindigkeit von 17 kn (31 km/h).
Das komplette Antriebssystem ist in dem torpedoförmigen Auftriebskörper untergebracht.
Das komplette Antriebssystem ist in dem torpedoförmigen Auftriebskörper untergebracht.
(Bild: Siemens)

Die Möglichkeit, eine längere Strecke ausschließlich elektrisch zurückzulegen, ist auch deshalb ein wichtiges Kriterium, weil das Schiff durch den mittig gelegenen Antriebskörper nur einen einzigen Dieselmotor hat. Aus Sicherheitsgründen ist aber für bestimmte Einsätze ein zweiter Antrieb vorgeschrieben. Diese Rolle übernimmt nun der Elektromotor.

Elfa-Hybridantriebe sind weltweit in Stadtbussen im Einsatz, unter anderem in London, München oder Hanoi. Für die Anwendung im Schiffsverkehr passte Siemens die Komponenten an die besonderen Bedingungen auf See an, um die Zulassung des Germanischen Lloyd einholen. (br)

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