Im Jahr 2025 feiern zahlreiche deutsche Industrieunternehmen ihr Firmenjubiläum, darunter der Sensorspezialist Kübler, der Antriebsspezialist Nord, der Vakuumpionier Leybold, der Hydraulikexperte Hänchen und Automatisierer Festo.
(Bild: KI-generiert)
Kübler: ein 65 Jahre junges Familienunternehmen
Am 1. April 2025 feierte die Kübler Group ihr 65-jähriges Bestehen. Das Schwenninger Familienunternehmen, das als Ein-Mann-Betrieb startete, ist heute einer der weltweit führenden spezialisierten Hersteller von Industriekomponenten zur Messung, Übertragung und Auswertung von Daten und Signalen. Mit weltweit 600 Mitarbeitern, 12 internationalen Tochtergesellschaften sowie Produktionswerken in Deutschland, Indien und den USA hat sich Kübler als Global Player etabliert.
Martin Huth, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing, sowie die beiden geschäftsführenden Gesellschafter – die Brüder Gebhard und Lothar Kübler.
(Bild: Fritz Kübler GmbH)
Die Wurzeln des Unternehmens reichen zurück ins Jahr 1960, als Fritz Kübler den „Ing. Fritz Kübler Feingerätebau“ in seinem Elternhaus gründete. Als erstes Produkt entstand das patentierte Kurzzeitmessgerät KM1, gefolgt von elektromechanischen Zählern, die den Grundstein für den internationalen Erfolg legten. Bereits früh exportierte Kübler seine Produkte nach Amerika.
Heute wird das Unternehmen in zweiter Generation von Lothar und Gebhard Kübler geführt und bleibt auch in Zukunft ein familiengeführtes Unternehmen. Die Unternehmensgruppe erzielt aktuell einen Umsatz von 100 Millionen Euro.
Nord: In 60 Jahren zum Global Player
Seit 60 Jahren steht Nord für zuverlässige und innovative Antriebslösungen.
(Bild: Nord Drivesystems)
In diesem Jahr feiert Nord Drivesystems das 60-jährige Firmenjubiläum. Der Antriebsspezialist wurde am 1. April 1965 von G.A. Küchenmeister und Günter Schlicht gegründet. Seitdem hat sich das Familienunternehmen zu einem bedeutenden Systemanbieter für mechanische und elektronische Antriebstechnik mit weltweit über 4.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt. Kurz vor dem Jahreswechsel 2022/2023 konnte Nord erstmals in der Firmengeschichte die Umsatzgrenze von 1 Milliarde Euro überschreiten.
Nach der Gründung 1965 begann 1977 der Bau des heutigen Zahnradwerk Nord in Glinde für die Fertigung von Verzahnungsteilen. 1979 wurden die ersten Tochtergesellschaften im Ausland, in den USA, Frankreich und Schweden gegründet. Heute ist Nord mit 48 eigenen Tochtergesellschaften in 36 Ländern und weiteren Vertriebspartnern in über 50 Ländern präsent.
Nord erweiterte seine Produktion um die Eigenfertigung von Elektromotoren und begann kurz darauf mit der Herstellung von Elektronikkomponenten in Aurich. Im Jahr 1991 entstand in Gadebusch die Fertigungstechnik Nord, ein Werk für die spanende Bearbeitung zur Herstellung von Gehäusen und Wellen. Die Werke in Deutschland, Italien, Polen, den USA und China werden ständig erweitert und modernisiert. Auch der Stammsitz in Bargteheide entwickelt sich kontinuierlich weiter – dort entstand zuletzt ein modernes Verwaltungsgebäude.
Leybold: 175 Jahre Vakuum-Pionier
Die Leybold GmbH mit Sitz in Köln entwickelt Systeme zur Vakuumerzeugung und Prozessgasförderung und ist Teil des schwedischen Industriekonzerns Atlas Copco.
(Bild: Leybold)
Der deutsche Vakuumspezialist Leybold feiert im Jahr 2025 sein 175-jähriges Bestehen. Zu den Kernkompetenzen von Leybold gehören die Entwicklung und Herstellung von standardisierten, individuellen Lösungen für die Vakuumerzeugung und Prozessgasförderung sowie von kundenspezifischen Vakuumsystemen.
Der Unternehmer Ernst Leybold legte den Grundstein für das Unternehmen, als er 1850 von Bayern ins Rheinland zog. Mit der Eintragung in Köln wurde Leybold zum Begründer der industriellen Vakuumtechnik. Nach dem Verkauf des Unternehmens 1870 wurde es unter dem Namen „E. Leybold's Nachfolger“ weitergeführt. Den Nachfolgern gelang 1906 in Zusammenarbeit mit Dr. Wolfgang Gaede der Durchbruch in der Vakuumtechnik: zum Beispiel mit dem Grundprinzip der Turbomolekularpumpe (1911) und der Anwendung der Diffusionspumpe (1913), die beide noch heute im Einsatz sind. Auch das 1935 patentierte Gasballastgerät zum Abpumpen von Dämpfen ist noch in Gebrauch.
Im September 2016 übernahm das schwedische Unternehmen Atlas Copco AB mit Sitz in Stockholm 100 Prozent von Oerlikon Leybold Vacuum, das heute Teil des Geschäftsbereichs Vacuum Technique von Atlas Copco ist. In der Mehrmarkengruppe mit rund 53.000 Mitarbeitern und Kunden in über 180 Ländern stellt Leybold eine wichtige Marke dar, die mit ihrer großen Tradition und ihrem guten Ruf eine wichtige Rolle spielt.
Hänchen: Ein Jahrhundert Hydraulik und Antriebstechnik
Ab 1953 errichtete Hänchen am heutigen Standort in Ostfildern erste Gebäude und Fabrikhallen.
(Bild: Herbert Hänchen GmbH)
Vor 100 Jahren im Juli 1925 gründete Herbert Hänchen in Penzig, Schlesien, sein Unternehmen als Fahrzeugreparatur- und Vertragswerkstatt sowie als Vertretung für Auto Union und Magirus. Bereits damals war die Feinstbearbeitung von Metalloberflächen, insbesondere das Honen – ein Kreuzschliffverfahren, das bis heute ein Markenzeichen der Herbert Hänchen GmbH geblieben ist – ein entscheidender Bestandteil der Arbeit.
Stand: 08.12.2025
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Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs 1945 musste das Unternehmen nach Naumburg an der Saale umsiedeln und zog schließlich 1950 nach Ruit bei Stuttgart, dem heutigen Ostfildern. Ab 1952 spezialisierte sich das Unternehmen auf den Bau von Hydraulikzylindern und legte damit den Grundstein für den zukünftigen Erfolg. Ab 1953 wurden am heutigen Standort in Ostfildern erste Gebäude und Fabrikhallen errichtet.
Ein weiteres wichtiges Geschäftsfeld ist die Entwicklung von Klemmeinheiten. Bereits 1965 entwickelte Siegfried Hänchen, Sohn des Firmengründers, den Hydroriegel, eine Klemmeinheit zum Schutz von Menschen, Maschinen und Werkzeugen bei Energieausfall oder Abschaltung der Anlage.
Heute wird das Familienunternehmen in dritter Generation von Tanja und Stefan Hänchen geführt. Die Herbert Hänchen GmbH beschäftigt aktuell knapp 200 Mitarbeiter.
Festo: 100 Jahre in Bewegung
100 Jahre in Bewegung: Heute zählt Festo zu den führenden Automatisierungsunternehmen weltweit und ist mit Festo Didactic Weltmarktführer in der technischen Aus- und Weiterbildung.
(Bild: Festo SE & Co. KG)
„Festo ist das Werk vieler Hände“ – dieser Satz des Firmengründers Gottlieb Stoll ist bis heute für Management und Belegschaft des Unternehmens weltweit prägend. Im Jahr 1925 gründete er gemeinsam mit Albert Fezer in Esslingen am Neckar das Unternehmen „Fezer & Stoll“ für Holzbearbeitungsmaschinen. Nachdem Albert Fezer kurzer Zeit ausgeschieden war, führte Gottlieb Stoll das Unternehmen alleine weiter.
Die Gesellschafter der zweiten Generation legten den Grundstein für das heutige Unternehmen. Dr. h. c. Kurt Stoll brachte im Jahr 1950 die Idee der Pneumatik aus den USA mit und entwickelte sie im väterlichen Unternehmen weiter. Dies markierte den Start der Pneumatik bei Festo und legte den Grundstein für ihren Einsatz in der Fabrikautomation.
Qualifikation und Kompetenzentwicklung sind elementare Faktoren für die erfolgreiche Fachkräfteentwicklung. Dies erkannten die Verantwortlichen bei Festo frühzeitig: Bereits 1965 wurde der eigenständige Bereich Didactic weltweit etabliert.
Heute gehört Festo mit über 60 Gesellschaften und 20.000 Mitarbeitenden weltweit zu den führenden Automatisierungsunternehmen. Festo Didactic konnte sich zudem als Weltmarktführer in der technischen Aus- und Weiterbildung etablieren.