Aus der Not eine Tugend machen: Auch die Werkzeugmaschinenindustrie bleibt nicht verschont von den zahlreichen Auswirkungen der aktuellen Krisen, doch es gibt auch positive Aussichten für die Branche.
Nicht nur die Energiewende bietet enorme Chancen für die Werkzeugmaschinenindustrie, auch die Trends zu mehr Digitalisierung und Vernetzung bieten positive Aussichten.
Die Werkzeugmaschinenindustrie ist innerhalb des deutschen Maschinenbaus der wichtigste Sektor: Im Jahr 2021 erzielte die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie einen Umsatz in Höhe von rund 18,9 Milliarden Euro [1]. Das entspricht etwa einem Umsatzanteil von 8,1 Prozent am gesamten deutschen Maschinenbauumsatz. Weltweit stiegen die Aufträge im Jahr 2021 wieder kräftig an und übertrafen das Vorkrisenniveau. Dies gilt auch für die deutsche Branche mit einem Auftragsplus von 59 Prozent [2].
Die Statistik zeigt die Entwicklung des Umsatzanteils der Werkzeugmaschinenindustrie am Maschinenbauumsatz in Deutschland in den Jahren 2005 bis 2021. Im Jahr 2021 erwirtschaftete die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie etwa 8,11 Prozent (rund 19 Milliarden Euro) des gesamten Maschinenbauumsatzes in Deutschland.
(Bild: Statista)
Die Verluste aus dem Krisenjahr 2020 konnten also mehr als kompensiert werden, die Branche hat sich von der Corona-bedingten Krise erholt. Allerdings bremsten die weltweiten Lieferengpässe für viele Komponenten die Umsetzung der guten Auftragslage. Die Produktion konnte mit sechs Prozent Zuwachs weniger stark ausgeweitet werden als es die Aufträge zugelassen hätten.
2022: Hohe Belastungen durch Energiekrise und Lieferketten-Schwierigkeiten
2022 startete für die Werkzeugmaschinenindustrie noch sehr gut, dann kam die strikte Null-Covid-Politik Chinas mit erheblichen Störungen in der weltweiten Logistik und den Lieferketten begleitet und gefolgt von russischem Angriffskrieg in der Ukraine. Für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie wirken sich besonders die indirekten Effekte negativ aus: Der Krieg bedeutet angesichts stark gestiegener Energiepreise und einer weiteren Störung der ohnehin schon angespannten Lieferketten eine hohe Belastung.
Ergänzendes zum Thema
Es geht auch ohne Russland
Die direkten Effekte der Loslösung des Westens von Russland für die Werkzeugmaschinenindustrie halten sich dem aktualisierten Marktbericht 2021 des VDW zufolge in Grenzen: Russland sei zwar mit einem Exportvolumen von rund 200 Mio. EUR kein kleiner Markt, er stehe aber für weniger als 2 Prozent Anteil an der Gesamtproduktion. Aber die indirekten Effekte sind erheblich: Der Krieg bedeutet angesichts stark gestiegener Energiepreise und einer weiteren Störung der angespannten Lieferketten eine hohe Belastung insbesondere der deutschen und europäischen Wirtschaft.
An den Krisen wachsen
Bekanntlich erwachsen aus Krisen aber oft auch Chancen – Gesellschaft und Wirtschaft erleben in mehrfacher Hinsicht einen strukturellen Wandel, aus dem sich für die Werkzeugmaschinenindustrie wachsende Geschäftsfelder ergeben. So prognostiziert der VDW, dass Werkzeugmaschinen von dem zusätzlichen Schub für die Energiewende profitieren werden, da die Abkehr von fossilen und der Ausbau erneuerbarer Energien auch der Werkzeugmaschinenbranche neue Geschäftspotenziale eröffnet. Sei es auf der Erzeugungsseite bei Windkraft und Solarenergie oder anwendungsbezogen im Zuge der zunehmenden Elektromobilität und Beheizung von Gebäuden über Wärmepumpen.
Wachstumspotenzial bei Umwelt, Klima und Energie
Zudem haben Digitalisierung und Vernetzung in der Corona-Krise nochmals einen Schub erhalten und werden weiter an Bedeutung gewinnen. Einerseits ist dies ein Geschäftsmodell für die Werkzeugmaschinenindustrie selbst, die ihre Kunden bei der optimalen Gestaltung des gesamten Fertigungsprozesses vom Auftrag bis zur Erstellung und Versendung der hergestellten Produkte unterstützt; andererseits profitiert die Kundenbranche Elektronikindustrie und investiert kräftig in entsprechende Fertigungstechnik. Aus der Erfahrung mit anfälligen Lieferketten will Europa die Ansiedlung von Chipfabriken stark fördern. Beispiel ist die Entscheidung der US-Firma Intel eine Mega-Fabrik in Deutschland (Magdeburg) zu bauen.
In der Wertschöpfungskette der stark zunehmenden Chipfertigung spielt auch die Werkzeugmaschine eine wichtige Rolle.
Die Mobilität befindet sich angesichts der Klimadebatte im Wandel und Elektrofahrzeuge werden sich immer mehr durchsetzen. Daraus entsteht großes Wachstumspotenzial für Fertigungstechnik für den elektrifizierten Antriebsstrang, Batterien und das Brennstoffzellensystem einschließlich Peripherie und Tank.
Umwelt, Klima und Energie sind also die bestimmenden Themen der Zukunft mit dem Ziel einer deutlichen Reduzierung der CO2-Emissionen bis hin zur Klimaneutralität. Dazu sind aus Sicht des VDW enorme Investitionen notwendig. In der Wertschöpfungskette zum Ausbau und zur Neuentwicklung notwendiger Technologien wird die Werkzeugmaschine eine wichtige Rolle spielen.
In der Wertschöpfungskette zum Ausbau und zur Neuentwicklung notwendiger Technologien wird die Werkzeugmaschine eine wichtige Rolle spielen.
Vom 13. bis 17.09.2022 öffnet die AMB Internationale Ausstellung für Metallbearbeitung in Stuttgart ihre Tore.
Schwerpunkte der Messe sind unter anderem spanende und abtragende Werkzeugmaschinen, Roboter, Werkstück- und Werkzeughandhabungstechnik, Industrial Software & Engineering und Präzisionswerkzeuge.
Treffpunkt für Metallverabeiter: die AMB 2022 in Stuttgart.
(Bild: Messe Stuttgart)
Zur letzten AMB im Jahr 2018 wurden in Stuttgart über 90.000 Fachbesucher und über 1.400 Aussteller empfangen.
Unterstützt wird die AMB 2022 von den ideellen Trägerverbänden VDMA Präzisionswerkzeuge, VDMA Software und Digitalisierung sowie VDW Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken.
Quellen:
[1]: Statista, Grafik „Umsatz im deutschen Maschinenbau nach ausgewählten Sektoren in den Jahren 2020 und 2021“, März 2022
Stand: 08.12.2025
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[2]: Marktbericht 2021, Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, Juni 2022