Innovationswettbewerb Diese drei Firmen aus der Verbindungstechnik erhalten das „TOP 100“-Siegel 2023

Von Dipl.-Ing. Dorothee Quitter 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Vergangenen Freitag wurden die Top 100 – die innovativsten Unternehmen des Mittelstands – zum 30. Mal geehrt. Auch die drei Verbindungstechnik-Firmen Heco, Ejot und Lohmann sind dabei. Wir stellen sie vor.

Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist und Mentor des Innovationswettbewerbs, ehrte die innovativsten Unternehmen des Mittelstands. Hier die Firma Heco. V.l.n.r: Andreas Hettich (Leitung Business Development), Ranga Yogeshwar, Achim Carstanjen (Geschäftsführer).(Bild:  KD Busch/compamedia)
Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist und Mentor des Innovationswettbewerbs, ehrte die innovativsten Unternehmen des Mittelstands. Hier die Firma Heco. V.l.n.r: Andreas Hettich (Leitung Business Development), Ranga Yogeshwar, Achim Carstanjen (Geschäftsführer).
(Bild: KD Busch/compamedia)

550 Unternehmen hatten sich um die diesjährige Auszeichnung beworben. 300 Firmen setzten sich durch (maximal 100 pro Größenklasse) und erhielten bereits am Jahresanfang das „TOP 100“-Siegel 2023. Im Rahmen des Deutschen Mittelstands-Summit in Augsburg gratulierte nun Ranga Yogeshwar den Top-Innovatoren persönlich zu diesem Erfolg. Auch die drei Verbindungstechnik-Firmen Heco, Ejot und Lohmann sind dabei.

Heco: Vollgewindeschraube mit Zusammenzieheffekt

In dem wissenschaftlichen Auswahlverfahren beeindruckte Heco-Schrauben in der Größenklasse C (mehr als 200 Mitarbeiter) in der Kategorie „Innovationserfolg“. Denn eine der herausragendsten Innovationen der vergangenen Jahre war für den Mittelständler aus Schramberg die Weiterentwicklung einer Erfindung, die schon vor zehn Jahren bahnbrechend war. Dabei handelt es sich um eine Vollgewindeschraube mit Zusammenzieheffekt, die Holzbretter an die Unterkonstruktion heranführt, ohne dass der Kopf zuvor tief im Holz versenkt werden muss. Diese Schraube konnte nun gekürzt werden, was sie deutlich günstiger macht. Die zweite Innovation ist ein Schraubenantriebskonzept mit sehr hoher Genauigkeit. Damit können Handwerker den Schraubendreher einhändig betätigen, was vor allem auf engem Arbeitsraum enorm hilfreich ist.

Ejot: Mitarbeiterkapitalbeteiligung für erreichte CO2-Ziele

Ejot aus Bad Berleburg zählt bereits zum zweiten Mal zu den Top-Innovatoren. Das Unternehmen in der Größenklasse C (mehr als 200 Mitarbeiter) beeindruckte die Jury in der Kategorie „Innovationsförderndes Top-Management“. Früher als andere Mittelständler hat der Hersteller von Verbindungstechnik eine Nachhaltigkeitsstrategie eingeführt. Seit 2013 wird die CO2-Reduzierung anhand von Unternehmenszielen sowie von Kennzahlen vorangetrieben. Seit Kurzem gibt es eine innovative Form der Mitarbeiterkapitalbeteiligung: Hier bringen die Mitarbeiter 250 Euro oder 500 Euro über fünf Jahre hinweg ein. Ejot verdoppelt diesen Betrag, wenn die CO2-Ziele für das entsprechende Jahr erreicht werden. Die Summe wird jährlich entsprechend der Umsatzrendite verzinst.

Ejot bietet eine breite Palette innovativer Verbindungselemente, insbesondere gewindefurchende Schrauben für Kunststoffe und Metalle sowie technische Umformteile aus Kunststoff und Metall. Die Produkte bieten Potenziale für den Umbau der Wirtschaft von der fossilen Verbrennung hin zu klimafreundlichen, neuen Technologien, sei es in der Automobilindustrie bei der Transformation zur Elektromobilität, dem Leicht- und Mischbau von Rohkarossen oder in der Bauindustrie bei der Gebäude-Isolierung, dem Einsatz regenerativer Energien und deren sicherer Befestigung.

Lohmann: Klebelösungen mit zusätzlichen Funktionen

Lohmann beeindruckte in der Größenklasse C (mehr als 200 Mitarbeiter) besonders in der Kategorie „Innovative Prozesse und Organisation“. Der Hersteller von Hightech-Klebebändern strukturiert seine Innovationsprozesse konsequent, um neue Klebeprodukte zu realisieren – egal ob im medizinischen, elektronischen oder im Automotive-Bereich. So entstehen Klebelösungen, die zusätzlich Träger von Funktionen sind. Diese Funktionen können beispielsweise in thermischer Leitfähigkeit bestehen, wie im Bereich Automotive. Für die Medizin produziert Lohmann Patches, über die sich Körperfunktionen messen lassen. Und in Handydisplays oder Tastaturen kommen elektrisch leitfähige Klebebänder zum Einsatz. Mit agilen Vorgehensweisen wie Scrum oder der Blue-Ocean-Strategie machen sich die Innova-tionsmanager jeweils auf die Suche nach kreativen Ideen oder unentdeckten Märkten.

Das Auswahlverfahren

Alle Unternehmen, die in dieser 30. Runde des Innovationswettbewerbs das Top-100-Siegel bekommen haben, hatten zuvor ein wissenschaftliches Auswahlverfahren unter Leitung des Innovationsforschers Prof. Dr. Nikolaus Franke durchlaufen. Er und sein Team hatten das Innovationsmanagement und den Innovationserfolg der Bewerber anhand von mehr als 100 Kriterien in fünf Kategorien überprüft. Zentral bei dieser Analyse sei, ob ein Unternehmen die Innovationsarbeit planvoll angeht und zum Beispiel entsprechende innovationsfreundliche Strukturen und Rahmenbedingungen im eigenen Haus etabliert. Wichtig war auch, ob eine Innovation am Markt Erfolg hat. Damit alle Teilnehmer dieselben Chancen haben, wird das Top-100-Siegel in drei Größenklassen vergeben, die sich nach der Anzahl der Beschäftigten richten: bis 50 Mitarbeiter, 51 bis 200 Mitarbeiter und schließlich mehr als 200 Mitarbeiter.

(ID:49584170)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung