US-Zölle Die größte Last hängt an amerikanischen Importeuren und Verbrauchern

Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft 2 min Lesedauer

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Die Kosten der US-Strafzölle bleiben nicht an Exporteuren im Ausland hängen, sondern treffen die amerikanische Wirtschaft selbst, wie neue Forschungsergebnisse zeigen. Demnach tragen Importeure und Verbraucher in den USA tragen 96 Prozent der Zolllast.

Entgegen der Rhetorik der US-Regierung treffen die Kosten der US-Strafzölle die amerikanische Wirtschaft selbst.(Bild:   /  Pixabay)
Entgegen der Rhetorik der US-Regierung treffen die Kosten der US-Strafzölle die amerikanische Wirtschaft selbst.
(Bild: / Pixabay)

Die US-Regierung wollte mit Zöllen ausländische Unternehmen treffen – in der Praxis schadet die Politik jedoch der eigenen Wirtschaft, heißt es in einer Mitteilung. „Die Zölle sind ein Eigentor“, sagt Julian Hinz, Forschungsdirektor am Kiel Institut und Mitautor der Studie. „Die Behauptung, dass ausländische Staaten diese Zölle tragen, ist ein Mythos. Die Daten zeigen das Gegenteil: Die Amerikaner bezahlen die Rechnung.“ Die Zölle wirken wie eine Konsumsteuer auf importierte Waren. Gleichzeitig sinken Vielfalt und Volumen der verfügbaren Güter.
 

Die Zölle sind ein Eigentor.

Julian Hinz, Forschungsdirektor am Kiel Institut

Mehr als 25 Millionen Lieferungen analysiert

Das Forschungsteam analysierte über 25 Millionen Lieferungsdatensätze mit einem Gesamtwert von fast vier Billionen US-Dollar an US-Importen. Die Ergebnisse sind den Forschern zufolge eindeutig:

  • Die US-Zolleinnahmen stiegen 2025 um etwa 200 Milliarden US-Dollar.
  • Ausländische Exporteure absorbierten nur etwa vier Prozent der Zolllast, 96 Prozent wurden an US-Käufer weitergegeben.
  • Das Handelsvolumen brach ein, aber die Exportpreise fielen nicht.

Sinkende Importmengen

Die Studie untersucht zudem die unerwarteten Zollerhöhungen gegen Brasilien und Indien im August 2025: Für Brasilien stiegen die Zölle auf 50 Prozent, für Indien von 25 auf 50 Prozent. Auch hier zeigen die Daten: Ausländische Exporteure senkten ihre Preise nicht, um die zusätzlichen Zölle abzufedern. Wären die Zölle von den Exporteuren getragen worden, hätten sich deren US-Preise im Vergleich zu anderen Absatzmärkten deutlich reduziert – das ist jedoch nicht der Fall.

„Wir haben indische Exporte in die USA mit Lieferungen nach Europa oder Kanada verglichen und ein klares Muster erkannt“, erklärt Hinz. „Exportwert und -menge nach Amerika sanken deutlich, um bis zu 24 Prozent. Aber die Stückpreise – die Preise, die indische Exporteure verlangen – blieben unverändert. Sie lieferten weniger, nicht billiger.“

Globale Auswirkungen: Nachteile für alle

Unter dem Strich bedeuten die Studienergebnisse: In den USA sehen sich Unternehmen durch die Zölle langfristig mit sinkenden Margen und Verbraucher mit höheren Preisen konfrontiert. Exportierende Länder mit Fokus auf die USA verkaufen weniger und stehen unter dem Druck, neue Exportmärkte zu finden. „Die Zölle bringen langfristig Nachteile für alle“, sagt Hinz.

Über die Studie

America's Own Goal: Who Pays the Tariffs? (https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/americas-own-goal-who-pays-the-tari...) von Julian Hinz, Aaron Lohmann, Hendrik Mahlkow und Anna Vorwig. Kiel Institut für Weltwirtschaft, Januar 2026.

Die Studienautoren nutzten tägliche Lieferungsdaten aus Frachtbriefen von Panjiva, offizielle Statistiken des US Census Bureau und indische Zollaufzeichnungen, um den Zoll-Pass-Through mit beispielloser Detailgenauigkeit nachzuverfolgen.

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