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Auszeichnung

Die besten 100 Innovatoren aus dem deutschen Mittelstand

| Redakteur: Gesine Herzberger

In Essen wurden die besten Mittelständler des Jahres gekürt. Vertreten sind sowohl produzierende Unternehmen als auch Dienstleister; im Vordergrund stehen Entwicklungen, die, wenn gelegentlich auch unscheinbar, einen Innovationssprung ermöglichen.

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Die Mitarbeiter von Zeiss freuten sich so sehr über ihre Auszeichnung, dass Ranga Yogeshwar beinahe Hören und Sehen verging. Zeiss punktete übrigens mit einem innovationsorientierten Management und eine Firmenstruktur, die auf Forschung ausgerichtet ist.
Die Mitarbeiter von Zeiss freuten sich so sehr über ihre Auszeichnung, dass Ranga Yogeshwar beinahe Hören und Sehen verging. Zeiss punktete übrigens mit einem innovationsorientierten Management und eine Firmenstruktur, die auf Forschung ausgerichtet ist.
(KD Busch/compamedia)

Am 24. Juni ehrte Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist und Mentor des Wettbewerbs, die Top-Innovator im Rahmen des Deutschen Mittelstands Summits in Essen. Das Thema der Veranstaltung drehte sich um Innovationen in Geschäftsmodellen, inklusive Diskussionen und Workshops. Dass durch die Digitalisierung neue Geschäftsmodelle nötig und Innovationen möglich sind, stand nicht zur Debatte. Doch mit der Frage „Ist Innovation für ein kleineres Unternehmen überhaupt leistbar und wirtschaftlich möglich?” brachte Matthias Stotz, Geschäftsführer der Uhrenfabrik Junghans, den Gesprächselan der Podiumsteilnehmer kurz zum Stocken. Wirklich beantwortet wurde die Frage nicht. Wie auch, waren die anderen Teilnehmer auf der Bühne doch gar nicht aus einem Traditionsunternehmen des deutschen Mittelstands. Neben dem Uhrenhersteller trugen je ein Gründer des Online-Brillenhandels Mister Spex und des Übernachtungsportals Airbnb ihre Erfahrungen zur Diskussion bei. Diese sind jedoch mit disruptiven Startups erfolgreich.

Was ist nun eine Innovation? Die Frage hat sich Yogeshwar selbst beantwortet. Er unterscheidet gleich zwei Varianten: Wenn ein bekannter Prozess zum besseren hin verändert wird, ist das für ihn eine Dauerinnovation. Eine echte Innovation hingegen hat man erst dann vor sich, wenn etwas völlig neues entsteht. Eine Anpassung oder Entwicklung, also eine Dauerinnovation, fände zum Beispiel in der Autoindustrie statt, in der Autos mit Elektrik gepflastert werden. Doch wirkliches Umdenken sei nötig, wenn bald in Megacitys Autos obsolet werden. Hier fehlen noch echte Innovationen.

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Klärschlamm als Ressource

Ob nun Weiterentwicklung oder völlig neu gedacht, Innovation bleibt Innovation. Und für diese wurden am Abend reichlich Preise verliehen. Zum Beispiel an Sülzle Kopf Syn-Gas. Das Unternehmen betrachtet Klärschlamm als Ressource, vergast ihn mit über 800 °C und unterzieht ihn weiteren Reinigungsstufen. Dadurch werden alle chemischen und biologischen Gifte abgebaut. Es entsteht ein synthetisches Gas, das ein Blockheizkraftwerk in Strom umwandelt.

G. Lufft Mess- und Regeltechnik überzeugte mit dem Prinzip der schlanken Produktion, mit dem das Unternehmen seine Produktivität in der Fertigung innerhalb der letzten drei Jahre um 20 % steigern konnte. Lufft entwickelt Komponenten und Systeme für die Klima- und Umweltmesstechnik. Produktinnovationen wie der mobile Straßensensor Marwis für Winterdienstfahrzeuge oder der Ultraschall-Windsensor Ventus-UMB, der beispielsweise auf Forschungsschiffen des Deutschen Wetterdienstes eingesetzt wird, zählen zu den Innovationen.

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