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Dezentrale Systeme vereinfachen die Anlagenstruktur
Bis heute ist ein wichtiger Nachteil dieser Lösung, dass ein Antriebsstrang aus vielen Komponenten besteht, die aufeinander abgestimmt sind und untereinander verdrahtet werden müssen. Dabei verändern unterschiedliche Aufstellungen der Antriebe in der Anlage auch den Schaltschrankaufbau, so zum Beispiel die Notwendigkeit von Motordrosseln bei langen Anschlussleitungen. Eine Standardisierung der Schaltschränke ist und bleibt deshalb oft schwierig, insbesondere bei ausgedehnten und verteilten Anlagen.
Mit dezentralen Systemen hingegen vereinfacht sich die Anlagenstruktur. Vielfach werden bei minimalem Verdrahtungs- und Installationsaufwand sehr flexible Antriebslösungen möglich. Einheiten lassen sich komplett vorverdrahten und vorab prüfen, allgemein verlaufen Projektierung und Inbetriebnahme schneller. Verbleibende Schaltschränke fallen kleiner und kälter aus und sind besser standardisierbar.
Moderne Kommunikationsbusse werden selbstverständlich unterstützt, eine Vernetzung ist auch in Linientopologien möglich. Geschirmte Motorleitungen sind entweder gar nicht mehr notwendig (beim direkten Aufbau auf den Motor) oder nur noch sehr kurz (bei Wandmontage in der Nähe des Motors).
Verteilte Antriebstechnik bietet wirtschaftliche Vorteile
Integrierte Einheiten im Feld sind leicht für Servicepersonal zugänglich, direkt in der Anlage können Diagnosen vorgenommen werden. Häufig können dank steckbarer Anschlussleitungen Einheiten bei Bedarf sogar getauscht werden, ohne einen Elektriker beizuziehen. Auch Signale von Sensoren und Aktoren vor Ort können über antriebsnahe Schnittstellen bequem an die übergeordnete Steuerung weitergeleitet werden und Status-LEDs vor Ort helfen bei der Diagnose im Feld.
Die wirtschaftlichen Vorteile, die sich in Anlagen mit verteilter Antriebstechnik ergeben, sind im Vergleich zu zentral installierter Leistungselektronik erheblich. Zwar fallen bei der Anschaffung dezentraler Komponenten Mehrkosten von ca. 20-30% an, dem gegenüber stehen jedoch um bis zu 40% reduzierte Projektierungskosten, Einsparungen von bis zu 60% beim Aufwand für Installation und Inbetriebnahme sowie um bis zu 50% reduzierte Wartungskosten während des gesamten Lebenszyklus. Insgesamt summieren sich die Einsparungen je nach Art und Umfang einer Anlage auf einen Anteil von ca. 30%.
Besonders fördertechnische Anlagen, zum Beispiel Vorzonen von Hochregallagern, Rollenbahnen oder Gepäckbänder, profitieren davon, dass bei dezentralen Lösungen auf die sonst erforderlichen sehr langen Motorleitungen und zahlreichen Schaltschränke verzichtet werden kann.
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