Leichtbaustruktur

Der richtige Materialmix macht`s: 40 Prozent leichtere Sitzlehnen

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Mustersitz erfüllt nach realem Crashtest die Festigkeitsanforderungen

Die anschließenden Projektstufen konzentrierten sich in simultanen Prozessen auf drei Aufgabenstellungen: die Herstellung der beiden carbonhaltigen Materialien in einer speziell für Camisma gebauten Fertigungsanlage bei Projektpartner Evonik, die immer weiter verbesserte Auslegung der Materialschichten durch virtuelle statische und dynamische Belastungstests und schließlich die Fertigung erster Lehnenmuster.

Im September 2014 erreichte das Projektteam einen zentralen Meilenstein: Beim ersten realen Crashtest zur Simulation eines Heckaufpralls erfüllte der Mustersitz die Festigkeitsanforderungen. Der Camisma Lehnenprototyp wurde für den Test mit einem konventionellen Sitzunterbau verbunden. Als Referenz diente dem Team ein aktueller Sitz mit Metallstruktur aus der Großserie und die dafür gültigen Festigkeitswerte. "Wir konnten mit den Ergebnissen aus dem realen Test unsere virtuellen dynamischen Belastungstests bestätigen – ein Erfolg, der unsere Entwicklungskompetenz unterstreicht und uns mit Blick auf den weiteren Projektverlauf optimistisch stimmt", sagt Koever.

40 Prozent leichter gegenüber Lehnen aus Metall

Die Vorteile dieser kostenoptimierten Leichtbau-Struktur liegen auf der Hand: Nach aktuellem Projektstand ist die CAMISMA Lehne gegenüber der konventionellen Lehne aus Metall um über 40 Prozent leichter. Durch höchste Funktionsintegration reduzieren sich mit der Anzahl der benötigten Adaptionsteile (von zwölf auf eins gegenüber der Referenzlehne) auch die Fertigungsschritte in der Montage erheblich, was wiederum einen Teil der Mehrkosten kompensiert.

Ein innovatives industrielles Herstellverfahren, das auf Volumina von rund 200.000 Einheiten pro Produktionslinie und Jahr ausgelegt werden kann, erlaubt jetzt erstmals den hoch konzentrierten, effizienten Einsatz von Carbonfasern - wobei im Carbonvlies überwiegend recycelte Grundstoffe eingesetzt werden sollen. Zukünftig wird man versuchen, die sichtbaren Oberflächen der Camisma Lehne bereits während des Produktionsprozesses zu beschichten und damit wiederum eine attraktive Gestaltungs- und Differenzierungsmöglichkeiten im Innenraum zu eröffnen. Nach heutiger Planung könnten Kunden ab dem Modelljahr 2019 über das Produkt verfügen. (jup)

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