CAD-Software Daimler zufrieden mit Umstellungsprozess auf Siemens NX
Im November 2010 war die Entscheidung gefallen: Daimler stellt seine CAD-Plattform von Catia auf NX um. Seither läuft der Austauschprozess. Mit gutem Erfolg, wie Daimler jetzt erklärt. Bis Mitte 2015 soll der Prozess abgeschlossen sein.
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Die Zahl ist beeindruckend: 32 862. Sie beziffert die Objekte, die bei Daimler im Rahmen der Migration von Dassault Catia V5 auf Siemens NX im Zeitraum von März 2012 bis August 2014 ausgetauscht wurden und Teile, Zeichnungen und Baugruppen beinhaltet.
Jetzt haben Dr. Michael Gorriz, CIO bei Daimler, Helmut Schütt, CIO Commercial Vehicles, Trucks, Buses and Vans und Dr. Peyman Merat, Projektleiter „PLM2015“ einen Zwischenbericht zum Projektfortschritt gegeben. Die Entscheidung, als CAD-Plattform Siemens NX zu wählen, war 2010 vom Daimler-Vorstand getroffen worden. Die Partnerschaft mit Siemens bringe für die weltweite Konstruktion und Produktion eine Reihe von Vorteilen, erklärt Daimler-CIO (Chief IT Officer) Dr. Michael Gorriz und betont das Commitment beider Unternehmen für das „Projekt PLM 2015“ bei Daimler.
Der Umstelltungsprozess wurde nach einer Pilotphase Mitte 2012 gestartet und betrifft die vier zentralen Geschäftsprozesse Fahrzeug- und Antriebsstrangentwicklung, Pilotwerk, Konstruktion von Formen und Vorrichtungen sowie die Produktionsverifizierung. Gemeinsam mit der Konstruktion hat Daimler 218 Anwendungsszenarien definiert, um alle Partner einzubeziehen. Das Projekt läuft in allen vier Business Units – MBC und AMG, Trucks, Vans und Bus – der Daimler weltweit, also nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch in Indien, Japan, den USA und Südamerika.
Mittlerweile hat Daimler weltweit mehr als 3000 Anwender geschult. Dazu wurden 33 Trainingsmodule erstellt, die Trainingsunterlagen stehen in 6 verschiedenen Sprachen zur Verfügung. Außerdem hat der Konzern 5 Bildungsdienstleister zertifiziert, die auch Lieferanten schulen.
Wichtig sei es von Anfang an gewesen, auch die Lieferanten zu integrieren, erklärt Projektleiter Dr. Peyman Merat. Dazu veranstaltet Daimler sogenannte Supplier Days, an denen bisher 939 Teilnehmer von 574 Unternehmen teilgenommen haben. Die Informationsstrategie für die Lieferanten umfasst darüber hinaus die Supplier-Information, ein CAD-Handbuch (NX/JT) sowie ein Komponentenlastenheft (NX/JT), erklärt Merat. Lieferantenbesuche laufen seit dem dritten Quartal 2013.
Auch für die technische Unterstützung ist gesorgt. Sie umfasst NX-Daimler-Supplier-Bundles, JT-/NX-Pilot-Projekte, die Nutzung von neutralen Datenformaten (primär JT), ein Supplier Package über Eng-Portal (NX/JT) sowie eine Offline/Online-Schnittstelle für das Daimler-PDM-System Smaragd.
Die bisherigen Ergebnisse der Umstellung fasst Projektleiter Peyman Merat in folgenden Punkten zusammen
- NX 8.5.2 wurde planmäßig im November 2013 ausgerollt
- PDM 13.2 erfolgreich im November 2013 eingeführt
- Multi-CAD-Funktionalität sichergestellt
- JT-Implementierung
- Zahlreiche Add-on NX-Tools ausgerollt
- Lieferanten-SW-Pakete für NX und JT sind auf dem Lieferantenportal erhältlich
- 10 Lieferantentage veranstaltet (weitere Lieferantentage in 2014 geplant)
Mit der Umstellung auf Siemens NX soll die Zusammenarbeit mit Siemens PLM aber nicht beendet sein, erklärt Dr. Michael Gorriz abschließend: "Dann geht es erst richtig los!" Als nächstes Projekt stünde das PDM-System an, ein heikles Unterfangen, weil das PDM-System eng mit der Stückliste gekoppelt ist. "Und die Stückliste ist von essentieller Bedeutung für einen Fahrzeughersteller", so Gorriz. Bisher nutzt Daimler das selbst entwickelte System Smaragd. Außerdem, so Michael Gorriz, könne man sich mit Siemens in Zukunft sicher auch zum Thema Industrie 4.0 austauschen. (ud)
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