Die Beleuchtung am Bildschirmarbeitsplatz ist eine wichtige Stellschraube für Ergonomie und Leistungsfähigkeit. Wie eine neue biodynamische Leuchte für das passende Licht zur passenden Zeit sorgt, erklärt Stefan Reuter vom Ergonomiespezialist Bakker Elkhuizen im Interview.
Eine dem Tagesverlauf angepasste direkte und indirekte Beleuchtung am Bildschirmarbeitsplatz bietet die biodynamische Leuchte Energy-By-Light: Sie passt Helligkeit und Farbtemperatur automatisch an.
(Bild: Bakker Elkhuizen)
Herr Reuter, welche Rolle spielt die Beleuchtung für einen ergonomischen Arbeitsplatz?
Eine gute Beleuchtung ist in mehrerlei Hinsicht wichtig für den Bildschirmarbeitsplatz. Lichtverhältnisse beeinflussen nicht nur unseren physischen Komfort bei der Bildschirmarbeit, sondern haben großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit.
Stefan Reuter ist Geschäftsführer DACH-Länder bei Bakker Elkhuizen, Spezialist für die Entwicklung ergonomischer Hard- und Softwarelösungen für Computernutzer.
(Bild: Bakker Elkhuizen)
Wann ist eine Beleuchtung gut?
Gute Lichtverhältnisse sind dann vorhanden, wenn es nicht zu störenden Reflexionen und Blendungen kommt, wenn kein falscher Kontrast entsteht und wenn die richtige Helligkeit vorhanden ist. Zudem ist es wichtig, dass sowohl eine horizontale als auch vertikale Beleuchtung des gesamten Arbeitsbereiches vorhanden ist.
Die Anpassung an schlechte Lichtverhältnisse führt oft zu Überanstrengungen der Augen, Kopfschmerzen und Ermüdung. Außerdem folgt jeder Mensch dem zirkadianen Rhythmus, der auch als Schlaf-Wach-Rhythmus bezeichnet wird. Dieser wird maßgeblich vom natürlichen Tageslicht bestimmt. Bei herkömmlicher, künstlicher Beleuchtung fehlt dieser regelmäßige Lichtreiz und die Hormonausschüttung unseres Körpers kann dadurch durcheinandergeraten. Neben Konzentrationsverlusten, Stress und Problemen beim Einschlafen können hierdurch längerfristige, psychische Erkrankungen entstehen.
Unser Biorhythmus beeinflusst Konzentration, Motivation und Produktivität. Heute verbringen wir zuviel Zeit in Innenräumen – dafür ist der Mensch aber nicht gemacht.
Welche Mindestanforderungen gibt es für die Beleuchtung von Bildschirmarbeitsplätzen?
Es gibt klare Mindestanforderungen für die Beleuchtung an Bildschirmarbeitsplätzen, die sich dem Leitfaden der DGUV für die Gestaltung von Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen entnehmen lassen. Gefordert wird am Arbeitsplatz eine Beleuchtungsstärke von mindestens 500 Lux und im Umgebungsbereich 300 Lux. Teilflächen sollen mit 750 Lux ausgeleuchtet werden, wenn es unterschiedliche Sehaufgaben gibt. Durch eine der Aufgabe und den Rahmenbedingungen angepasste Ausrichtung der Beleuchtung sollen ein angemessener Kontrast erzielt werden und unnötige Blendungen, Spiegelungen und Reflexionen vermieden werden. Eine direkte Beleuchtung für den Arbeitsbereich auf dem Schreibtisch und eine indirekte Beleuchtung für die Umgebung wird empfohlen.
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Sind diese Vorgaben ausreichend?
Nicht zwangsläufig, da zum Beispiel der Tageslichtzyklus bei diesen Rahmenbedingungen außer Acht gelassen wird.
Wie sieht die Situation Ihrer Erfahrung nach heute in den Büros aus?
In vielen Büros wird heute für eine Erfüllung der Mindestanforderungen gesorgt, wobei zumeist ‚Lösung für alle‘ angestrebt wird. Raumbezogene Beleuchtungskonzepte sind hier keine Seltenheit, die für 500 Lux in allen Bereichen sorgen. Blendungen, Reflexionen und Spiegelungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Tageslicht von draußen, gibt es dennoch nicht selten. Individuelle Beleuchtung kommt nur in wenigen Fällen zum Einsatz.
Insbesondere beim mobilen Arbeiten von zu Hause werden die Mindestanforderungen sehr häufig nicht erfüllt, wobei meist versucht wird, durch eine arbeitsplatzbezogene direkte Beleuchtung mithilfe der Schreibtischlampe nachzubessern. Aufgrund der räumlichen Bedingungen sind Blendungen, Reflexionen und Spiegelungen hier keine Seltenheit.
Was sollte also besser gemacht werden?
Insgesamt sollte dem Thema Beleuchtung eine größere Aufmerksamkeit zu Teil werden, wenn es um die Leistungsfähigkeit und Gesundheit von Bildschirmarbeitern geht. Besonders im Homeoffice gibt es großen Nachholbedarf und auch hinsichtlich der Individualisierung von Beleuchtung im Büroumfeld. Ideal wäre hier eine perfekte Lichtverteilung auf und um den Schreibtisch, kombiniert mit einer biologisch wirksamen Beleuchtung.
Was ist eine biologisch wirksame Beleuchtung?
Biodynamisches Licht folgt dem Tageslichtzyklus. Es stellt die Farbtemperatur und Helligkeit des natürlichen Tageslichts im Tagesverlauf nach und steuert so den sogenannten zirkadianen Rhythmus. So wird ein ausgeglichener Tag-Nacht-Rhythmus für den Menschen gewährleistet. Sogar der saisonalen Depression (SAD) wird mit biodynamischem Licht entgegengewirkt, da es das Licht liefert, das Menschen in den dunkleren Wintermonaten vermissen. So kann allgemein viel besser beim individuellen ‚Energiemanagement‘ geholfen werden.
Was ist biodynamisches Licht?
Biodynamisches Licht, häufig auch als Human Centric Lighting bezeichnet, stellt den Menschen und seine natürlichen Lichtbedürfnisse in den Mittelpunkt. Das Beleuchtungskonzept berücksichtigt neben visuellen auch emotionale und biologische Aspekte des Lichts und verändert Lichtfarbe und Beleuchtungsstärke dynamisch im Tagesverlauf – dem natürlichen Tageslicht entsprechend.
Ab dem 12. April 2022 bieten wir dafür neu Energy-By-Light (Anmerk. d. Red.: die unternehmenseigene Schreibweise ist EnergyByLight) an. Energy-By-Light vereint eine direkte und indirekte Lichtverteilung am Arbeitsplatz mit einer biologisch wirksamen Beleuchtung. Dadurch unterstützt es die Konzentration und ermöglicht ein effizienteres Arbeiten, ob im Büro oder zu Hause. Ausgestattet mit einer Anwesenheitssensorik und Entblendungsoptiken sorgt die Leuchte für eine gleichmäßige Lichtverteilung im Arbeitsbereich und in der Umgebung. Mit Energy-By-Light unterstützen Sie Ihren Biorhythmus bestmöglich. Dabei folgt das Licht dem Tageslichtzyklus, verändert Farbtemperatur und Helligkeit und liefert die Signale, die der Körper verwendet, um die Hormone zu produzieren, die den ganzen Tag über Energie geben und den Körper langsam auf den Schlaf vorbereiten, wenn das Tageslicht verblasst.
Stand: 08.12.2025
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Was zeichnet die Lösung denn aus?
Energy-By-Light kombiniert eine direkte Beleuchtung für den Arbeitsbereich und gleichzeitig eine indirekte Beleuchtung für die Umgebung. So liefert Energy-By-Light sowohl horizontal als auch vertikal ausreichend Licht in die richtige Richtung für eine gelungene Arbeitsplatzbeleuchtung. Der clevere Einsatz spezieller nanooptischer Diffusor-Folien stellt außerdem sicher, dass die Oberflächenhelligkeit von Energy-By-Light innerhalb der erforderlichen Grenzen bleibt, wodurch alle Kontrastprobleme beseitigt werden, die mit Standard-Arbeitsplatzleuchten verbunden sind. Die vertikale Beleuchtung von Energy-By-Light eignet sich auch perfekt für Videoanrufe, da das Gesicht gleichmäßiger ausgeleuchtet und unerwünschte Schatten eliminiert werden.
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Woher kennt Energy-By-Light den individuellen Rhythmus und wie passt sich das System an?
Nachdem der Nutzer den Tageslichtzyklus über eine App auf seinem Smartphone, entsprechend seinem Standort, eingestellt hat, startet Energy-By-Light in den Morgenstunden mit einer warmen Farbe und einer Lichtintensität von 500 Lux und wechselt im Laufe des Morgens zu einer kühlen weißen Farbe um 650 bis 700 Lux. Die maximale Lichtintensität wird in den Morgenstunden vor dem Mittagessen mit 800 bis 850 Lux erreicht.
Wir alle kennen das berühmt-berüchtigte Tief nach der Mittagspause. Schafft Energy-By-Light auch hier Abhilfe?
Abhängig von den eingestellten Mittagszeiten gibt Energy-By-Light nach dem Mittagessen automatisch einen kaltweißen Lichtimpuls ab. Dieser hilft, dem Einbruch entgegenzuwirken, den wir nach dem Mittagessen erleben. Der sogenannte „Energy Boost“ sorgt dafür, dass die Leistungsfähigkeit auf einem höheren Niveau bleibt. Gegen Nachmittag ändert sich die Lichtintensität allmählich auf 450 Lux mit einer wärmeren rötlich-weißen Lichtfarbe, die die natürliche Veränderung des Tageslichts nachahmt. So werden Wohlbefinden, Produktivität, Energielevel, Schlaf und Arbeitsleistung positiv beeinflusst.
Vielen Dank, Herr Reuter.
Biodynamisches Licht bei Waldmann
Ein Pionier auf dem Gebiet des biologisch wirksamen Lichts ist auch das Unternehmen Waldmann. Seit 2004 setzt das Unternehmen Projekte mit dem Lichtmanagementsystem VTL (Visual Timing Light) für eine biodynamische Beleuchtung um. Zunächst in der Pflege, seit 2014 mit Bürobeleuchtung und seit 2019 auch im industriellen Umfeld.
Licht steuert eine Vielzahl innerer Uhren, die für unseren Tag-/Nacht-Rhythmus verantwortlich sind und beeinflusst wichtige Botenstoffe und Stoffwechselvorgänge. Unser biologischer Rhythmus muss jeden Tag durch Tageslicht oder tageslichtähnliches Kunstlicht neu synchronisiert werden. Dabei wirken folgende Hormone:
Melatonin macht müde, entschleunigt die Körperfunktionen und senkt die Aktivität zugunsten der verdienten Nachtruhe.
Cortisol dagegen ist ein Stresshormon, das etwa ab 3 Uhr morgens produziert wird. Es regt den Stoffwechsel an und programmiert den Körper auf Tagbetrieb.
Serotonin wirkt stimmungsaufhellend und motivierend.
Während der Cortisolspiegel im Blut über den Tag abfällt und sich antizyklisch zum Melatoninspiegel verhält, verhilft das Serotonin dem Menschen zu mehreren Leistungshochs.