Faserverbundwerkstoff CFK-Organofolie für die Automobilindustrie

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Beim diesjährigen Innovations-Wettbewerb „Network of Automotive Excellence“ (NoAE) konnte sich das Faserinstitut Bremen mit einem neuartigen Faserverbundwerkstoff von über 380 eingereichten Vorschlägen unter den 30 besten Plätzen behaupten.

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Beworben hat sich das Bremer Institut mit einer CFK-Neuheit: Der Organofolie. Dabei handelt es sich um einen neuartigen Werkstoff, welcher in Kooperation mit dem Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik der TU Clausthal entwickelten Verfahren zur Verwertung von Gewebeverschnittresten von Kohlenstofffasern aus der Faserverbundwerkstoffverarbeitung hergestellt wird. Mit der Organofolie soll es künftig möglich sein, Massenartikel kostengünstig aus Faserverbundkunststoffen zu fertigen. Das geringe Gewicht aber auch die Faserorientierung ermöglichen belastungsgerechte Leichtbauanwendungen.

CFK-Bauteile mit hohem Automationsgrad und kurzen Zykluszeiten produzierbar

Der geringere Preis und die bessere Verarbeitbarkeit eröffnen neue Marktchancen für faserverstärkte Kunststoffe. Ebenso führt das Werkstoffrecycling zu einer größeren Akzeptanz von faserverstärkten Kunststoffen beim Verbraucher. Bauteile aus der Organofolie sind bei einem hohen Automationsgrad und kurzen Zykluszeiten produzierbar. Hergestellt werden sie in einem ausgeklügelten Verfahren aus Verschnittresten, die in eine Polymerfolie eingebettet werden. Das Produkt hat sehr hochwertige Eigenschaften, ähnliche denen der bekannten Organobleche, ist aber durch die Verwendung von Abfällen deutlich preiswerter. Durch Zuschneiden, Übereinanderlegen und anschließender Konsolidierung der Organofolien wird ein Paket mit einem berechneten Lagenaufbau auf eine gewünschte Dicke gebracht. Dieses Folienlaminat wird anschließend in einer Thermopresse oder Tiefziehanlage zu einem hochwertigen Bauteil mit definierter Faserorientierung in jeder Folienlage umgeformt.

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