Bremsen Carbon-Keramik-Bremsscheiben für Sport Utility Vehicle

Redakteur: Stefanie Michel

Ab August 2008 rüstet SGL Brakes den Cayenne mit Porsche Ceramic Composite Brake (PCCB) aus. Sie versprechen absolute Korrosionssicherheit und lange Lebensdauer.

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Ab August 2008 werden die leichten und verschleißarmen Carbon-Keramik-Bremsscheiben von SGL Brakes erstmals in einem Sport Utility Vehicle angeboten: Die Achtzylinder-Modelle des sportlichen Geländewagens Cayenne sind ab sofort mit Carbon-Keramik-Bremsscheiben als Individualausstattung lieferbar – bei Porsche-Kunden besser bekannt unter dem Namen Porsche Ceramic Composite Brake (PCCB).

PCCB ist damit sowohl im Cayenne S, GTS, Turbo als auch im neuen Turbo S mit 4,8-Liter-Motor und 550 PS (404 kW) erhältlich, jeweils in Kombination mit Radgrößen von 20 Zoll und größer. Diese Räder-Dimensionen sind erforderlich, da sich an der Vorderachse Carbon-Keramik-Bremsscheiben der Größe 410 x 38 mm drehen. An der Hinterachse, wo stets etwas geringere Bremskräfte erforderlich sind, misst die Scheibe 370 x 30 mm.

Neue Bremsscheiben mit geringerem Gewicht

Obwohl diese Scheiben deutlich größer sind als die serienmäßigen Grauguss-Scheiben, wiegen sie mit insgesamt 33 kg dennoch fast 22 kg weniger. Die Gewichtseinsparung um rund 40 Prozent kommt genau dort zum Tragen, wo die Fahrwerk-Entwicklungsingenieure um jedes Gramm kämpfen. Denn je geringer die so genannten rotatorischen ungefederten Massen sind, desto niedriger sind Kreisel- und Trägheitskräfte, so dass Schwingungen reduziert und der Fahrkomfort erhöht werden können. So kann das ABS-System feinfühliger abgestimmt werden, denn durch die Verringerung der ungefederten Massen besteht auch mehr Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn – beim Bremsen eines der wichtigsten Kriterien.

Beim Bremsen deutlich mehr Biss

Durch ihr deutlich besseres Ansprechverhalten beweist die gelochte und innenbelüftete Carbon-Keramik-Bremsscheibe mehr Biss beim Verzögern und soll so zur Verkürzung des Anhaltewegs beitragen. Gleichzeitig entwickelt sie laut Hersteller konstante Reibwerte während der Verzögerung.

Um den Bremskomfort bei heißen Bremsscheiben zu steigern, setzt SGL Brakes beim neuen Scheibenformat so genannte Spangenfedern ein, die unter allen Bedingungen eine feste, aber dennoch federnde Verbindung zwischen Bremsscheibe und Bremstopf garantieren. Ein Bremsrubbeln, das sich durch Lenkrad-Drehschwingungen und Pedal-Pulsieren bemerkbar macht, ist damit selbst bei sehr heißen Bremsen ausgeschlossen.

Weiter verbesserte Innenkühlug der Bremsscheibe

Gegen eine Überhitzung des Bremssystems hat SGL Brakes bereits bei der Entwicklung der Carbon-Keramik-Bremsscheibe gesorgt. Schon die erste Scheibengeneration, die erstmals 2001 im 911 GT2 angeboten wurde, war im Innern mit bogenförmigen Kühlkanälen durchzogen. Mit der zweiten Generation, die seit 2004 auf dem Markt ist, wurde durch Änderung der Kühlkanal-Geometrie die Innenkühlung weiter verbessert und die Formsteifigkeit durch mehr Stege zwischen den Kühlkanälen erhöht.

Nach Herstellerangaben wurde mit Einführung der zweiten Generation die Lebensdauer der Bremsscheibe weiter erhöht, die im Vergleich zu Grauguss-Bremsscheiben deutlich höher liegt. Die verbesserte Abriebfestigkeit wird durch eine spezielle Reibschicht auf der Scheibenoberfläche erreicht. Sie besteht im Vergleich zum Siliziumcarbid-Basiskörper der Bremsscheibe aus kürzeren Carbonfasern und einem höheren Siliziumcarbid-Anteil.

Neben ihrer hohen Lebensdauer, ihres extrem geringen Gewichts und der erhöhten Fadingstabilität schätzen sollen sich die Carbon-Keramik-Bremsscheiben außerdem durch absolute Korrosionssicherheit und vollständige Vermeidung einer Staub-Emission auszeichnen.

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