Bremsscheiben Carbon-Keramik-Bremsscheiben erfolgreich im Motorsport
Die SGL Group – The Carbon Company – kann mit ihrem Tochterunternehmen der SGL Brakes auf eine erfolgreiche Motorsport-Saison 2008 zurückblicken. Seit drei Jahren werden ihre leichten, aber extrem belastbaren Carbon-Keramik-Bremsscheiben im Porsche Mobil 1-Supercup eingesetzt, der seit 1993 im Vorfeld der Formel 1-Rennen stattfindet.
Anbieter zum Thema
Für das Bremssystem ist jedes Rennen ein absoluter Härtetest. 120 bis 140 mal treten die Rennfahrer “in die Eisen“ – in Monza zum Beispiel aus einer Geschwindigkeit von 280 km/h mit Verzögerungswerten von bis zu 1,6 g. Zählt man zum Härtetest nicht nur das Rennen, sondern auch das Training und Qualifying dazu, vervierfachen sich die gefahrenen Rennkilometer und entsprechend auch die Bremsmanöver.
Eine Grauguss-Bremsscheibe, wie sie noch vor vier Jahren im Supercup eingesetzt wurde, überlebt ein solch strapaziöses Rennwochenende selten. Karsten Molitor, dessen Rennteam im Supercup antritt: “Aufgrund von Einlaufspuren auf der Reiboberfläche ist eine Grauguss-Scheibe im Verlauf eines Rennwochenendes bereits über die höchste Leistungsfähigkeit hinaus verschlissen und wird deshalb im Motorsport ausgewechselt.“
Carbon-Keramik-Bremsscheiben, die von der SGL Brakes in Meitingen bei Augsburg entwickelt und hergestellt werden, kennen dieses Problem nicht. Sie sind fast so hart wie Diamant und zeigen nur geringste Verschleiß-Erscheinungen. Das ist auch der Grund, warum an den Rennfahrzeugen des Molitor-Teams eine gesamte Saison lang keine Bremsscheiben ausgetauscht werden müssen. Darüber hinaus lässt sich damit das Renn-Budget schonen. Molitor: “Die Kosten für Grauguss-Bremsscheiben pro Fahrzeug und Saison betragen knapp 20.000 Euro. Mit Keramik fahre ich um fast 50 Prozent günstiger.“
Carbon-Keramik-Bremsscheiben: Leicht, bissig und zuverlässig
Aber die Hightech-Bremse, deren Werkstoff Siliciumcarbid für die Raumfahrt entwickelt wurde und die bei Porsche die Bezeichnung “Porsche Ceramic Composite Brake“ (PCCB) trägt, bietet noch weitere entscheidende Vorteile, die vor allem die Rennfahrer spüren. Rennfahrer René Rast vom Molitor-Racing-Team: “Mit PCCB habe ich nicht nur mehr Bremsleistung, sondern auch stets einen konstanten Druckpunkt, wenn ich aufs Pedal trete. Das heißt, man kann sich hundertprozentig darauf verlassen, dass die Bremse immer gleich reagiert.“
Ein anderer Vorteil ist das geringe Gewicht des Werkstoffes. Carbon-Keramik wiegt rund 50 Prozent weniger als Grauguss und senkt die ungefederten Massen am 911 GT3 Cup um etwa 20 Kilogramm, obwohl die Scheiben größer dimensioniert sind und einen Durchmesser von 380 Millimeter an der Vorderachse und 350 Millimeter an der Hinterachse haben. Das verbessert einerseits das Einlenkverhalten des Fahrzeugs. Andererseits verbessert sich aber auch das Beschleunigungsverhalten und zusammen mit der höheren Verzögerungsleistung kann der Bremspunkt vor jeder Kurve später gesetzt werden.
Carbon-Keramik-Bremsscheiben: Vorteile auch auf öffentlichen Straßen
Nach drei Jahren Erfahrung mit Carbon-Keramik-Bremsscheiben im Motorsport ist nicht nur Karsten Molitor, sondern auch die anderen Rennteams von den Vorteilen dieser´Bremsentechnik überzeugt – auch wenn sie auf den ersten Blick eine teure Anschaffung ist. Dafür bietet sie enorme Verschleißfestigkeit, geringes Gewicht, besseres Ansprechverhalten, konstante Reibwerte und geringstes Fading. René Rast ist überzeugt, dass die PCCB-Vorteile auch auf öffentlichen Straßen genutzt werden können: “Gerade beim Einsatz in schnellen Autos ist diese Bremse sinnvoll.“ Die Marke Porsche kennt die Argumente und bietet die Carbon-Keramik-Bremse deshalb auch in den Serienfahrzeugen der Modelle 911, Boxster, Cayman und Cayenne an.
(ID:297515)