Technische Dokumentation CAD-Konstruktionsdaten direkt für technische Dokumentationen nutzen

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Eine Konstruktionsabteilung ohne CAD-Software ist heute nahezu undenkbar. Um so mehr verwundert es, dass für die technische Dokumentation von Maschinen und Anlagen viel zu wenig direkt auf die vorhandenen CAD-Konstruktionsdaten zurückgegriffen wird. Am Beispiel Benninger wird aufgezeigt, wie mit der Software CATALOGcreator animierte 3D-Modelle aus CAD-Daten generiert und Ersatzteilkataloge erstellt werden können.

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Die technische Dokumentation von Maschinen und Anlagen wird in vielen Firmen immer noch stiefmütterlich behandelt. So kommt es immer wieder vor, dass technische Unterlagen nicht zeitgleich mit den Maschinen an die Kunden ausgeliefert werden können, da wichtige grafische Informationen erst extra erstellt und aufbereitet werden müssen. Technologieführende Maschinen- und Anlagenbauer wie die Brückner Gruppe, die Koenig & Bauer AG oder die Benninger AG greifen deshalb auf den CATALOGcreator als Standard-Software für elektronisch generierte Dokumentationen zurück.

Konstruktionsdaten für die Technische Dokumentation einfach aufbereiten

Mit Hilfe dieser Software können Daten aus der Konstruktion und dem Warenwirtschaftssystem einfach aufbereitet werden. Die CAD-Daten werden entsprechend aufbereitet und direkt in die Workbench der Software importiert. Das Programm verknüpft anschließend die grafischen Daten automatisch mit den entsprechenden Stücklisten. Der Anwender hat zudem die Möglichkeit, weitere Dateien wie PDF-Dokumente, Fotos oder Videoclips problemlos in den elektronischen Katalog einzubinden. Der Katalogexport erfolgt anschließend „quasi auf Knopfdruck“ als Print, CD-ROM und/oder für das Internet.

Im 2D–Grafikbereich nutzt der CATALOGcreator neben CGM und ISO die Vorteile des Formats SVG (bzw. SVGZ für die komprimierte Version), im 3D das Format XVL von Lattice Technology. Der Vorteil gegenüber Pixelformaten wie TIFF oder JPEG ist, dass Vektoren und Texte in der Grafikdatei gespeichert werden und damit mehr Intelligenz verfügbar ist.

Fallbeispiel: Benninger AG

Die international aufgestellte Benninger AG im schweizerischen Uzwil ist führender Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Textilindustrie. Bei Benninger hat man die Vorteile elektronischer Katalogerstellung frühzeitig erkannt und setzt bereits seit 2003 die CATALOGcreator-Software für die mehrsprachige technische Dokumentation der Maschinen auf CD-ROM ein. Aktuell sind bereits mehr als 470 individuell erstellte CD-Kataloge zu den konfigurierbaren Maschinen an die Kunden mit ausgeliefert worden. Je nach Umfang der Anlagen dauert die Produktion eines solchen Kataloges nur noch zwischen 15 und 60 Minuten.

Benninger macht sich seit letztem Jahr auch die Vorteile hochkomprimierter 3D-Modelle durch die XVL-Technologie für die CD-Kataloge zu eigen. Neben den Übersichtsgrafiken zu den Maschinen, die in 2D dargestellt werden, sind alle Baugruppen jetzt dreidimensional im elektronischen Katalog abgebildet. Die 3D-Modelle lassen sich am Bildschirm drehen, explodieren oder zoomen. Der Nutzer kann sich immer tiefer durch die Baugruppenebenen durchklicken und findet so sprachunabhängig und schnell das gesuchte Teil mit allen wichtigen Informationen wie beispielsweise einer Einbau- oder Bedienungsanleitung.

Hohen Flexibilität des Katalogprogramms

Die Ableitung der hochkomprimierten und animierten 3D-Modelle erfolgt vollautomatisch aus den CAD-Konstruktionsdaten, die bei Benninger mit SolidWorks erstellt werden. Dank der XVL-Technologie kann der Datenumfang der komplexen 3D-Maschinenmodelle auf weit unter 1 % der ursprünglichen Menge reduziert werden. XVL-Konverter sind selbstverständlich auch für alle gängigen CAD-Systeme und ebenso für neutrale Formate, wie IGES, VRML oder ParaSolid verfügbar.

Die Software CATALOGcreator führt die importierten grafischen 2D- und 3D-Daten bei Benninger dann automatisch mit den Informationen aus dem Warenwirtschaftssystem BRAIN zusammen. Eine projektspezifische Besonderheit ist, dass ein Autodesk-Produkt (COMPASS) als PLM und EDM-System zusammen mit dem 3D-CAD-Programm SolidWorks eingesetzt wird. Dank der hohen Flexibilität des Katalogprogramms lassen sich die Daten aus den verschiedenen Software-Umgebungen jedoch problemlos in den elektronischen Katalog integrieren.

Ergebnis des Software-Einsatzes

Konstruktion und technische Dokumentation müssen enger zusammen wachsen, wenn sich Unternehmen die Vorteile von moderner Dokumentation und optimalem After-Sales Service zu Nutze machen wollen. Die wichtigsten Anforderungen an eine entsprechende Software für die technische Dokumentation bei Benninger waren deshalb: direkte Verwendung von 3D-CAD-Konstruktionsdaten, einfache Benutzeroberfläche der Software, Mehrsprachigkeit, günstiger Anschaffungspreis und geringe Folgekosten. In enger Zusammenarbeit mit dem Dienstleister TID Informatik GmbH konnte Benninger letztlich den gesamten Work-Flow im Unternehmen durch Einsatz des CATALOGcreator und der 3D-Technologie XVL drastisch vereinfachen und zugleich den Kundenservice wesentlich verbessern. So ließen sich u.a. die Fehlbestellungsrate und die laufenden Kosten nachhaltig reduzieren sowie wertvolle Zeit bei der Erstellung der technischen Dokumentation einsparen.

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