Bremsklotz Bremsklotzsohlen aus Verbundstoff für leiseren Eisenbahn-Güterverkehr

Redakteur: Ute Drescher

Die Federal-Mogul Friction Products gehört zu den fünf Herstellern von Bremsbelägen, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in das Förderprojekt „Lärmreduzierter Güterverkehr durch innovative Verbundstoff-Bremsklotzsohlen (LäGiV)“ aufgenommen hat. Das Ministerium will mit diesem Projekt die Entwicklung technisch und wirtschaftlich optimierter Verbundstoff-Bremsklotzsohlen (V-BKS) beschleunigen, mit denen große Teile des Güterwagenbestandes umgerüstet und so deutlich leiser gemacht werden sollen.

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Die Federal-Mogul Friction Products GmbH in Bad Camberg arbeitet im Rahmen des Förderprojekts "Lärmreduzierter Güterverkehr durch innovative Verbundstoff-Bremsklotzsohlen (LäGiV)" an der Entwicklung neuer Verbundstoff-Bremsklotzsohlen (V-BKS) mit. Teile des Güterwagenbestandes sollen mit den neuen Bremsklotzsohlen umgerüstet und so deutlich leiser gemacht werden (Bild: Federal-Mogul)
Die Federal-Mogul Friction Products GmbH in Bad Camberg arbeitet im Rahmen des Förderprojekts "Lärmreduzierter Güterverkehr durch innovative Verbundstoff-Bremsklotzsohlen (LäGiV)" an der Entwicklung neuer Verbundstoff-Bremsklotzsohlen (V-BKS) mit. Teile des Güterwagenbestandes sollen mit den neuen Bremsklotzsohlen umgerüstet und so deutlich leiser gemacht werden (Bild: Federal-Mogul)

„Federal-Mogul arbeitet weltweit sehr eng mit Bahnbetreibern, Bremssystem-Lieferanten und Zugherstellern zusammen und beliefert sie mit einer breiten Palette von asbestfreien Ferodo-Scheibenbremsbelägen und Bremsklotzsohlen“, sagt Dr. Tim Hodges, der Chefingenieur für den Railwaybereich bei Federal-Mogul. „Jetzt freuen wir uns darauf, die nächste Generation von Reibungsprodukten in die Eisenbahnindustrie zu bringen. Wir können so einen wichtigen Beitrag leisten, um den Lärm beim Güterverkehr zu reduzieren.“

Bei neuen Güterwagen werden schon seit einiger Zeit sogenannte K-Sohlen verwendet. Sie sind zwar wesentlich leiser als die Graugusssohlen, die in älteren Wagen eingebaut sind, können diese aber nicht ohne weiteres ersetzen, da auf Grund der Reibwertcharakteristik erhebliche Umbauarbeiten an der Bremsanlage nötig wären. Alleine in Deutschland sind rund 130.000 ältere Güterwagen registriert, die für eine Umrüstung in Frage kommen. Europaweit handelt es sich um rund 370.000 Wagen, die zum Teil noch Laufzeiten von 20 und mehr Jahren haben.

Um die Kosten für die Umbauarbeiten an der Bremsanlage möglichst niedrig zu halten, sollen im Rahmen des Projekts sogenannte LL-Sohlen entwickelt werden, die in der Reibwertcharakteristik den herkömmlichen Graugusssohlen entsprechen. Die Fachleute erwarten dann eine Reduzierung des Rollgeräusches um durchschnittlich 10 dB. Das entspricht einer subjektiven Halbierung der Lärmbelastung und ist ein wesentlicher Beitrag zum Lärmschutz im Eisenbahngüterverkehr.

Sascha Montefusco, der zuständige Projektleiter am Technikzentrum von Federal-Mogul in Bad Camberg, koordiniert die Entwicklung der neuen Bremssohlen: „Wir werden uns auf Verbundstoffbremsklotzsohlen konzentrieren und keine Sinterlösung wählen“, erklärt Montefusco. „Wir sind uns sicher, dass wir mit unserer Erfahrung ein Produkt entwickeln können, das die technischen Anforderungen voll erfüllt und auch am Markt erfolgreich sein wird.“

Ein erster wichtiger Meilenstein ist bereits im Herbst dieses Jahres gesetzt. Bis dahin muss zumindest die Vorentwicklung abgeschlossen sein, denn dann gehen die ersten Prototypen auf die Prüfstände der Deutschen Bahn, die das Gesamtprojekt koordiniert. Bis Ende 2013 sollen die neuen Produkte dann verfügbar sein. (ud)

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