Kunststoff Blasgeformtes Ladeluftrohr aus Fortron PPS ausgezeichnet

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Die Society of Plastics Engineers (SPE) hat ein blasgeformtes Ladeluftrohr aus dem Polyphenylensulfid (PPS) Fortron von Ticona mit Platz 1 in der Kategorie „Powertrain“ sowie dem übergeordneten „Grand Award“ der Kategorie „Parts & Components“ ausgezeichnet.

Anbieter zum Thema

Das Ladeluftrohr ist von Zulieferer Röchling Automotive in enger Zusammenarbeit mit Ticona entwickelt worden und wird von VW für 2-Liter-Dieselmotoren eingesetzt. „Durch eine Kombination aus Prozess- und Produktoptimierungen werden bei der Fertigung des Ladeluftrohrs die Kosten gegenüber Aluminium um etwa 25 Prozent gesenkt“, erklärte Carsten W. Wörner, Commercial Director Europe, Ticona, anlässlich der Verleihung des SPE-Awards. Ein modifiziertes Blasformverfahren erlaubt diese rationelle Fertigung. Dabei kommen zwei unterschiedliche PPS-Typen zum Einsatz, um das Rohr herzustellen sowie Halterungen, Laschen oder Clips optimal integrativ zu applizieren.

Kunststoff-Rohrsysteme mit komplexen Geometrien fertigen

„Gründe für die Einsparungen sind geringere Ausschussquoten im Vergleich zum Schweißen, Zusammenfassen mehrerer Fertigungsschritte, kurze Zykluszeiten und eine höhere Prozesssicherheit während des Fertigungsprozesses“, ergänzt Dr. Ing. Fabrizio Chini, R & D Manager, Röchling Automotive. Das Ladeluftrohr aus hochtemperaturbeständigem Fortron 1115LO überzeugte die SPE-Jury zusätzlich durch hohe Beständigkeit und lange Lebensdauer. Ticona hatte diesen PPS-Typ mit 15-prozentigem Glasfaseranteil sowie höherer Schmelzefestigkeit und Viskosität speziell für Blasform- und Extrusionsprozesse entwickelt, um beispielsweise Rohre bzw. Rohrsysteme mit komplexen Geometrien und hoher Fertigungsgüte zu produzieren. Das jetzt prämierte Ladeluftrohr bringt außerdem ca. 30 Prozent weniger als bisher eingesetzte Komponenten aus Aluminium auf die Waage und trägt damit zur Senkung des Verbrauchs und des CO2-Ausstoßes bei.

(ID:312510)